{"id":85304,"date":"2011-05-01T00:11:56","date_gmt":"2011-05-01T00:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=85304"},"modified":"2011-05-01T06:12:07","modified_gmt":"2011-05-01T06:12:07","slug":"vogelsberger-denkmalbeirat-tagte-in-hombergohm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=85304","title":{"rendered":"Vogelsberger Denkmalbeirat tagte in Homberg\/Ohm"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/110428_Homberg.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-85305\" title=\"110428_Homberg\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/110428_Homberg-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/110428_Homberg-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/110428_Homberg.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Schlitz.<\/strong> Zu seiner turnusgem\u00e4\u00dfen Sitzung traf sich der Vogelsberger Denkmalbeirat diesmal in Homberg\/Ohm. Neben der Vorstellung des neuen Landeskonservators ging es um verschiedene Objekte im Kreis und allgemeine Fragen. Der Vogelsberger Denkmalbeirat traf sich diesmal im Alten Brauhaus von Homberg\/Ohm, das als sehenswertes Stadtmuseum ausgebaut ist. Die 1. Vorsitzende, Frau M\u00fcller, begr\u00fc\u00dfte neben dem Gastgeber, B\u00fcrgermeister Prof. D\u00f6ren, den Nachfolger von Herrn Baumann im Amt des Landeskonservators und die anwesenden Mitglieder aus Nah und Fern.<!--more--><\/p>\n<p>Prof. D\u00f6ren hie\u00df die Versammelten herzlich willkommen und pl\u00e4dierte f\u00fcr eine kreativ-dynamische Grundhaltung des Denkmalschutzes. Kulturdenkm\u00e4ler m\u00fcssten besser mit der Moderne verbunden werden, um ihre Attraktivit\u00e4t zu behalten, An vielen Beispielen aus den Mittelmeerl\u00e4ndern k\u00f6nne man sich in dieser Hinsicht orientieren. Eine solche Verbindung von Alt und Neu k\u00f6nnte auch dazu beitragen, wieder mehr Leben in Ortskerne zu bringen.<\/p>\n<p>Zum Nachfolger f\u00fcr den langj\u00e4hrigen Landeskonservator Herrn Baumann, ist Herr Dipl. ing. Ansgar Brockmann bestimmt worden. Er stellte sich der Versammlung kurz vor und hofft auf gute Zusammenarbeit. Einige Zeit wird er noch brauchen, das f\u00fcr ihn neue Gebiet kennenzulernen. Frau M\u00fcller ermunterte ihn und versprach ihm alle Hilfe, die der Denkmalbeirat zu leisten imstande ist. Herr Hofmann ging sodann auf Angelegenheiten des Kreises ein. Zuerst wurde die Vorschlagsliste: Mitglieder des Denkmalbeirats in der n\u00e4chsten Wahlperiode vorgelegt. Sie hat sich nicht ver\u00e4ndert, die altbew\u00e4hrten \u201eK\u00e4mpfer\u201c bleiben an Bord; man m\u00f6chte aber gern neue und auch j\u00fcngere Interessenten dazu gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Probleme einzelner Objekt<\/strong><\/p>\n<p>In Lautertal-Meiches steht ein Schulhaus zur Disposition, das kurz nach 1900 errichtet worden ist. Abriss oder neue Nutzung, das ist hier die Frage. Die Bausubstanz w\u00fcrde ein Beibehalten rechtfertigen; wenn sich aber keine M\u00f6glichkeit einer sinnvollen Nutzung findet, wird dieses Geb\u00e4ude wohl abgerissen werden m\u00fcssen. Mit Lauterbachs \u201eAltem Esel\u201c hatte sich der Denkmalbeirat ja schon ausf\u00fchrlich besch\u00e4ftigt. Nun haben Fachleute aus Marburg Vorschl\u00e4ge unterbreitet, wie eine \u201eenergetische Ert\u00fcchtigung\u201c des Geb\u00e4udes erfolgen kann, die den Forderungen des Investitionsprogramms der Bundesregierung und dem Denkmalschutz Rechnung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Wie zu vermuten: es geht um einen Kompromiss: das Geb\u00e4ude soll stra\u00dfenseits verschindelt werden und eine passende Innend\u00e4mmung erhalten. Die Hohhaus-Bibliothek ist inzwischen in das alte Geb\u00e4ude des \u201eDeutschen Roten Kreuzes\u201c ausgelagert, wo sie nach Freiwerden verschiedener R\u00e4ume neu aufgestellt werden wird. In Schlitz hatte man unter dem \u201eHotel Vorderburg\u201c Sch\u00e4den festgestellt, die durch defekte Leitungen aus K\u00fcche und Zimmern verursacht worden sind. Lange Zeit sind verschiedenste Fl\u00fcssigkeiten, auch Seifenlauge, in den Boden zwischen Stadtmauer und gewachsenem Felsen gesickert und haben dort den Untergrund aufgeweicht + Folgesch\u00e4den an der Mauer bewirkt.<\/p>\n<p>Bei Sanierungsarbeiten wurde dazu auch noch ein bisher unbekanntes altes Gew\u00f6lbe entdeckt. Dieses Gew\u00f6lbe soll verf\u00fcllt, der Grund statisch gesichert und die Mauer saniert werden. Daf\u00fcr kommt die zust\u00e4ndige Versicherung auf. Problemfall MUNA (Grebenhain). Als \u201eprominentes\u201c Munitionslager stellt dieses Gebiet heute ein zeitgeschichtliches Denkmal dar und sollte entsprechend sichtbar bleiben. Die letzten dort vorhanden Bunker will man erhalten und ein kleines Museum einrichten, in dem einschl\u00e4gige Archivalien und Objekte ausgestellt werden. Vorher ist aber eine genaue Inventarisierung des Gel\u00e4ndes und eine \u201eEntr\u00fcmpelung von Kriegsgut\u201c erforderlich.<\/p>\n<p><strong>Allgemeine Themen<\/strong><\/p>\n<p>Die Baubeh\u00f6rde des Vogelsbergkreises ist rege. Sie hat zusammen mit dem Amt f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum eine Baubrosch\u00fcre erstellt, die dem demographischen Wandel Rechnung tr\u00e4gt und Hinweise gibt, wie man mit alter Bausubstanz richtig umgehen kann\/sollte. Auch ein Info-Blatt zur Fachwerksanierung wird erstellt (wie bessere ich aus?, welche Materialen sind zu empfehlen?, welche Farben sind angebracht?).<\/p>\n<p>Immer wieder fallen bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten \u201ehistorische Baustoffe\u201c an: alte Balken, Pflastersteine, Sandsteinplatten u. \u00e4. m.\u00c2\u00a0 W\u00fcnschenswert w\u00e4re eine \u201eB\u00f6rse f\u00fcr historische Baustoffe\u201c, wo Interessenten Einzelst\u00fccke f\u00fcr ihre Bauvorhaben erwerben k\u00f6nnen. Bisher werden solche Materialen \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 meist nur dezentral auf den Bauh\u00f6fen gelagert. Vielleicht konnte man aber eine zentrale Stelle daf\u00fcr schaffen und die vorhandenen Materialen im Internet anbieten? Die Frage ist nur: wer organisiert das? Vorbilder daf\u00fcr gibt es \u00fcbrigens in anderen Bundesl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Frau M\u00fcller ging dann auf den diesj\u00e4hrigen \u201eTag des Offenen Denkmals\u201c ein, der unter dem Motto steht \u201eRealismus-Romantik-Revolution\u201c und Gelegenheit bietet, entsprechende Geb\u00e4ude oder Anlagen zu pr\u00e4sentieren und im jeweiligen historischen Zusammenhang zu erl\u00e4utern. Dazu z\u00e4hlen auch die Baudenkm\u00e4ler des Historismus, die wir in verschiedenen St\u00e4dten, wie z. B. in Schlitz, finden.<\/p>\n<p>Damit nicht nur theoretisiert wird, hatte Frau M\u00fcller eine kleine Ausstellung von Bodendenkm\u00e4lern aus der bandkeramischen Epoche der Jungsteinzeit vorbereitet, Bodendenkm\u00e4ler, die sie bei Homberg-Bleidenrod entdeckt hat. \u00dcberraschend war f\u00fcr die Arch\u00e4ologen der ungewohnte, gar nicht spektakul\u00e4re Fundort. Frau M\u00fcller und Dr. Thiedmann vertreten dazu die Ansicht, dass dieser ungew\u00f6hnliche Platz etwas mit bestimmten \u00c2\u00a0Gesteinen zu tun hat, die dort vorkommen und die, zu Farbpulver zerrieben, f\u00fcr Bandkeramiker willkommene Farbt\u00f6ne lieferten. Deshalb d\u00fcrfte sich hier eine Siedlungsst\u00e4tte befinden haben, f\u00fcr die heute noch Pfeilspitzen, Steinbeile, Obsidianfragmente zeugen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Sitzung des Vorgelsberger Denkmalbeirat soll in Grebenau stattfinden, wo man sich u. a. besonders mit dem Fachwerk befassen will, zumal Herr Eifert als Fachmann und Ortskundiger zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Schlitz. Zu seiner turnusgem\u00e4\u00dfen Sitzung traf sich der Vogelsberger Denkmalbeirat diesmal in Homberg\/Ohm. Neben der Vorstellung des neuen Landeskonservators ging es um verschiedene Objekte im Kreis und allgemeine Fragen. Der Vogelsberger Denkmalbeirat traf sich diesmal im Alten Brauhaus von Homberg\/Ohm, das als sehenswertes Stadtmuseum ausgebaut ist. Die 1. 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