{"id":85262,"date":"2011-04-28T00:12:56","date_gmt":"2011-04-28T00:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=85262"},"modified":"2011-04-28T06:01:08","modified_gmt":"2011-04-28T06:01:08","slug":"giftinformationszentrum-wird-verstarkt-genutzt-13-400-anrufe-aus-hessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=85262","title":{"rendered":"Giftinformationszentrum wird verst\u00e4rkt genutzt &#8211; 13.400 Anrufe aus Hessen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden. <\/strong>Die gemeinsame Giftinformationszentrale f\u00fcr die L\u00e4nder Rheinland-Pfalz und Hessen, die in das Klinikum der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz integriert ist, wird immer st\u00e4rker genutzt. \u00e2\u20ac\u009d2010 wurden f\u00fcnf Prozent mehr Beratungen als im Vorjahr durchgef\u00fchrt. \u00dcber den Zeitraum von mehr als zehn Jahren ist die Gesamtanzahl der Beratungen st\u00e4ndig angestiegen. Von den rund 32.000 Anrufen, die im vergangenen Jahr bei der Giftinformationszentrale eingingen, kamen 13.400 und damit rund 42 Prozent aus Hessen\u201c, erkl\u00e4rte die Staatssekret\u00e4rin im Hessischen Sozialministerium, Petra M\u00fcller-Klepper.<!--more--><\/p>\n<p>Die im Jahr 2000 getroffene Entscheidung, dass Hessen kein eigenes Giftinformationszentrum einrichtet, sondern gemeinsam mit Rheinland-Pfalz eine entsprechende Zentrale betreibt, habe sich in der Praxis als richtig erwiesen. \u201eDas Angebot wird gerade von der hessischen Bev\u00f6lkerung verst\u00e4rkt angenommen\u00e2\u20ac\u009d, so die Staatssekret\u00e4rin. Die Finanzierung der Einrichtung tragen beide L\u00e4nder zu gleichen Teilen. Im Jahr 2011 stellt das Land Hessen 400.000 Euro zur Sicherstellung der Arbeit zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u009dDie Einrichtung erf\u00fcllt eine wichtige, lebensrettende Funktion als Ansprechpartner f\u00fcr Vergiftungsnotf\u00e4lle\u00e2\u20ac\u009d, betonte Petra M\u00fcller-Klepper. Ratsuchende sind \u00fcberwiegend Laien, Klinik- und Not\u00e4rzte, niedergelassene \u00c4rzte sowie Gesundheitsinstitutionen und Beh\u00f6rden. Der Grund der Anfrage ist zu \u00fcber 90 Prozent ein vermuteter oder tats\u00e4chlicher Vergiftungsfall. Versehentliche Vergiftungsumst\u00e4nde bedingen mit etwa 65 Prozent den gr\u00f6\u00dften Anteil aller Vergiftungen. An zweiter Stelle folgen Selbstmordversuche mit ann\u00e4hernd 25 Prozent, an dritter Stelle Vergiftungsf\u00e4lle, die durch Suchtverhalten ausgel\u00f6st wurden, mit rund 5 Prozent.<\/p>\n<p>2010 waren bei 45 Prozent aller Anfragen Erwachsene von den Vergiftungen betroffen und zu 32 Prozent Kleinkinder im Alter von 1 bis 6 Jahre. \u201eBei den meisten kindlichen Vergiftungsf\u00e4llen handelt es sich um Vergiftungen durch Haushaltsprodukte, Pflanzen, Pilze oder Medikamente, die versehentlich eingenommen werden\u201c, erl\u00e4uterte die Staatssekret\u00e4rin. Bei den Erwachsenen geschehen etwa 50 Prozent der Vergiftungen versehentlich und 50 Prozent absichtlich als Suizide und Suizidversuche herbeigef\u00fchrte Vergiftungen.<\/p>\n<p>Im Erwachsenenalter dominieren Vergiftungen durch Medikamente, Vergiftungsf\u00e4lle durch Haushaltsprodukte und Pflanzen treten weniger auf. Bei einem Viertel aller Vergiftungsf\u00e4lle gelang es, den Verlauf und den Ausgang der Vergiftung zu verfolgen. \u201eBeim \u00fcberwiegenden Teil aller Beratungsf\u00e4lle kam es &#8211; auch durch die schnelle und kompetente Beratung der Giftinformationszentrale &#8211; zu einer Heilung\u201c, so Petra M\u00fcller-Klepper. In 35 F\u00e4llen nahm die Vergiftung einen t\u00f6dlichen Verlauf.<\/p>\n<p>\u201eHilfe bei Vergiftungen hei\u00dft jedoch nicht nur Hilfe durch Beratung und Behandlung, sondern auch Aufkl\u00e4rung, Warnung und Vermeidung\u00e2\u20ac\u009d, verdeutlichte Petra M\u00fcller-Klepper. Deshalb dokumentiere das Zentrum die bei der Giftberatung gewonnenen Erkenntnisse und werte sie aus. Ziel sei es, schnell zu erkennen und zu ermitteln, welche Stoffe, Zubereitungen oder Pflanzen f\u00fcr den Menschen gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das Giftinformationszentrum in Mainz besteht bereits seit 47 Jahren. Die Beratungen werden dort durch speziell geschulte \u00c4rzte mit Unterst\u00fctzung von Chemikern und Biologen durchgef\u00fchrt. Das Zentrum ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr unter der Telefon-Nummer 06131\/19240 erreichbar (alternativ: 06131\/232466; Fax 06131\/232468; E-Mail:mail@giftinfo.uni-mainz.de). Zus\u00e4tzliche Informationen \u00fcber allgemeine Vergiftungsfragen, heimische Pflanzen und Pilze, Drogen und Heilmittel sowie aktuelle Meldungen sind im Internet abrufbar unter www.giftinfo.uni-mainz.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. 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