{"id":85233,"date":"2011-04-27T00:15:58","date_gmt":"2011-04-27T00:15:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=85233"},"modified":"2011-04-27T05:39:43","modified_gmt":"2011-04-27T05:39:43","slug":"arzneimitteluberwachung-gewahrleistet-patientenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=85233","title":{"rendered":"Arzneimittel\u00fcberwachung gew\u00e4hrleistet Patientenschutz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden.<\/strong> Arzneimittelf\u00e4lschungen stellen in zunehmendem Ma\u00dfe eine Herausforderung f\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung einer sicheren Arzneimittelversorgung der Bev\u00f6lkerung dar. Was die legale Vertriebskette betrifft, seien gesundheitliche Sch\u00e4den hierdurch bisher in Deutschland gl\u00fccklicherweise noch nicht bekannt geworden, erkl\u00e4rte der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner in Wiesbaden. Er riet den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, Arzneimittel ausschlie\u00dflich ausschlie\u00dflich aus legalen Quellen zu beziehen zu erwerben. Nach der Vorlage des Berichts der Pharmaziedezernate des Regierungspr\u00e4sidiums Darmstadt, das zentral f\u00fcr die Arzneimittel\u00fcberwachung in Hessen zust\u00e4ndig ist, sei davon auszugehen, dass die legale Vertriebskette nahezu sicher ist.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eWir setzen alles daran, dass dies so bleibt. Nach wie vor ist die Gef\u00e4hrdung bei illegalen privaten Einzelimporten jedoch hoch\u201c, betonte Gr\u00fcttner. Privatleute d\u00fcrfen Arzneimittel aus Staaten au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union grunds\u00e4tzlich nur \u00fcber Apotheken beziehen; zum Versand an Endverbraucher sind alle Versandapotheken Deutschlands sowie aus wenigen EU-L\u00e4ndern (z.B. Niederlande und Gro\u00dfbritannien) berechtigt.<\/p>\n<p>Unterschieden werden m\u00fcsse also zwischen dem Eindringen von F\u00e4lschungen in die legalen Vertriebsketten und den illegalen Einzelimporten, so der Sozialminister weiter. Durch die immer weiter ansteigende Zahl der Internetzug\u00e4nge sei der private Verbraucher bereit, Medikamente mittels dieses Mediums zu bestellen \u2013 auch aus dem Ausland. Gerade hier bestehe gr\u00f6\u00dfte Gefahr. Vor allem bei Anbietern aus Asien h\u00e4tten Untersuchungen des Regierungspr\u00e4sidiums Darmstadt erhebliche M\u00e4ngel nachgewiesen. Nicht gekennzeichnete, undeklarierte aber hochwirksame Bestandteile, Wirkstoffverwechslungen, \u00dcber- und Unterdosierungen wurden festgestellt.<\/p>\n<p>\u201eBei Importen von Privatpersonen durch Internetbestellungen aus dem Ausland ist Hessen besonders durch den Flughafen Frankfurt gefordert. Hier ist das deutsche Drehkreuz f\u00fcr den Postversand\u201c, erkl\u00e4rte Gr\u00fcttner und warnte: \u201ePrivatpersonen, die Arzneimittel zum Beispiel durch Internetbestellungen aus dem Ausland importieren, riskieren nicht nur ihre Gesundheit, sondern m\u00fcssen auch mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren des Regierungspr\u00e4sidiums rechnen.\u201c Verd\u00e4chtige Postsendungen werden vom Zoll aus dem Verkehr gezogen und zur weiteren Verfolgung an das Regierungspr\u00e4sidium Darmstadt weitergegeben.<\/p>\n<p>Die Zahl der Einsendungen des Zolls hat sich stark erh\u00f6ht: Von 1.028 im Jahr 2008 \u00fcber 13.750 im Jahr 2009 auf 15.600 im Jahr 2010. Diese Zahlen \u00fcbersteigen die der andern Bundesl\u00e4nder um ein Vielfaches. Im vergangenen Jahr ergingen in Hessen rund 12.500 kostenpflichtige Verwarnungs- und Bu\u00dfgeldbescheide f\u00fcr illegale Arzneimittelimporte. \u201eWenn man \u00fcber das Internet Arzneimittel bestellen will, sollte man auf das Sicherheitslogo des Deutschen Instituts f\u00fcr medizinische Dokumentation und Information \u00e2\u20ac\u0161DIMDI\u00e2\u20ac\u02dc achten, mit dem sich ausschlie\u00dflich legale Versandapotheken, auch ausl\u00e4ndische, ausweisen d\u00fcrfen\u201c, riet der Sozialminister.<strong> <\/strong><\/p>\n<p>Es sei auch nicht auszuschlie\u00dfen, dass organisierte Kriminelle versuchten, gef\u00e4lschte Arzneimittel in die legale Vertriebskette einzuschleusen. \u201eOriginal und F\u00e4lschung sind oft nur schwer voneinander zu unterscheiden\u201c, erkl\u00e4rte Regierungspr\u00e4sident Johannes Baron. Hier sei die Arzneimittel\u00fcberwachung des Regierungspr\u00e4sidiums Darmstadt gefragt: Die Qualit\u00e4t der Produkte wird von den Ausgangsstoffen \u00fcber die gesamte Vertriebskette bis zur Abgabe in Apotheken beh\u00f6rdlich \u00fcberwacht. Auch bei legal importierten Wirkstoffen und Fertigarzneimitteln sichern Vor-Ort-Inspektionen der hessischen Kontrolleure die Qualit\u00e4t der eingef\u00fchrten Produkte. \u201eWie die Herstellbetriebe werden auch alle Vertriebsunternehmen in Hessen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberwacht\u201c, sagte Baron weiter. Dar\u00fcber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit der Zollfahndung und der Kriminalpolizei weiter intensiviert.<\/p>\n<p>Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner k\u00fcndigte an, das Thema illegaler Arzneimittelverkehr auch auf der Gesundheitsministerkonferenz 2011 zu er\u00f6rtern. \u201eDa diese Problematik nicht auf Hessen beschr\u00e4nkt ist, fordere ich das Bundesgesundheitsministerium auf, geeignete Ma\u00dfnahmen zu entwickeln, um dem Problem zu begegnen.\u201c Auf EU-Ebene wird die Verabschiedung der F\u00e4lschungsrichtlinie erwartet, die k\u00fcnftig neben den Sicherheitsmerkmalen f\u00fcr die Arzneimittel auch noch weitere Intensivierungen der \u00dcberwachung des Arzneimittelvertriebs vorschreibt. \u201eDann kommt es darauf an, dass der Bund diese Regelungen schnell in nationales Recht umsetzt\u201c, f\u00fchrte der Sozialminister aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. 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