{"id":84618,"date":"2011-04-07T00:30:02","date_gmt":"2011-04-07T00:30:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=84618"},"modified":"2011-04-07T08:56:28","modified_gmt":"2011-04-07T08:56:28","slug":"weltgesundheitstag-praventionsgedanke-muss-noch-mehr-ins-offentliche-bewusstsein-rucken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=84618","title":{"rendered":"Weltgesundheitstag: \u201ePr\u00e4ventionsgedanke muss noch mehr ins \u00f6ffentliche Bewusstsein r\u00fccken\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden.<\/strong> Der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner wies heute anl\u00e4sslich des heutigen Weltgesundheitstages, des Motto \u201eDART \u2013 gemeinsam Antibiotikaresistenzen verh\u00fcten und bek\u00e4mpfen\u201c lautet, auf den hohen Stellenwert der Pr\u00e4vention hin: \u201eHeilung von Krankheiten ist sehr wichtig und heutzutage aufgrund einer hochmodernen Medizin auch in den meisten F\u00e4llen m\u00f6glich. Noch mehr kommt es aber darauf an, dass Krankheiten erst gar nicht entstehen.\u201c Bei der Vorbeugung sei jeder einzelne gefordert. \u201ePr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung beginnen im Alltag und dauern ein Leben lang\u201c, betonte Gr\u00fcttner. Auch in Bezug auf den deutschen Titel des Weltgesundheitstages \u201eDeutsche Antibiotika-Resistenzstrategie \u2013 gemeinsam Antibiotikaresistenzen verh\u00fcten und bek\u00e4mpfen\u201c spiele das Thema Vorbeugung eine gro\u00dfe Rolle, so der Sozialminister weiter. \u201eWir wollen die steigende Zahl von Infektionen durch Multi-Resistente-Erreger (MRE) energisch bek\u00e4mpfen und Patienten besser sch\u00fctzen, indem wir die Akteure des Gesundheitswesens in den Regionen sensibilisieren, vernetzen und Ma\u00dfnahmen anregen.\u201c<!--more--><\/p>\n<p>Gr\u00fcttner unterstrich, dass sich bis zu 30 Prozent aller Krankenhausinfektionen durch geeignete Ma\u00dfnahmen verhindern lie\u00dfen. Deshalb koordiniere das Hessische Sozialministerium derzeit die Entstehung und Verkn\u00fcpfung regionaler MRE-Netzwerke, die hessenweit f\u00fcr die Durchf\u00fchrung einheitlicher Standards sowie f\u00fcr weitere flankierende Ma\u00dfnahmen zur Qualit\u00e4tssicherung sorgen sollen. T\u00e4tig sind bereits seit Juni 2010 das MRE-Netzwerk Rhein-Main sowie seit Februar 2011 das MRE-Netzwerk Mittelhessen und das Netzwerk der Region Kassel, die Einbindung aller Regionen in Hessen ist geplant. Die MRE-Netzwerke sollen unter Koordinierung der Gesundheits\u00e4mter m\u00f6glichst viele Gesundheitseinrichtungen einer Region einbinden, um gemeinsame Ma\u00dfnahmen zu vereinbaren, wie Infektionen mit diesen Erregern reduziert und betroffene Patienten ad\u00e4quat versorgt werden k\u00f6nnen. Sie bieten Informationen und Informationsveranstaltungen f\u00fcr das Personal verschiedener Einrichtungen (Krankenh\u00e4user, Pflegeheime, Reha-Einrichtungen und niedergelassene \u00c4rzte) und f\u00fcr Patienten. Ziel ist es, ein \u201eQualit\u00e4tssiegel\u201c f\u00fcr alle Einrichtungen zu vergeben, die vereinbarte Vorgaben erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Bundesweit erleiden j\u00e4hrlich 500.000 Menschen eine krankenhausbedingte Infektion, 30\u00c2\u00a0Prozent davon mit multi-resistenten Keimen. Hessen habe bereits Regelungen zur Hygiene ins Krankenhausgesetz aufgenommen. Er wolle die Problematik auch auf der Gesundheitsministerkonferenz thematisieren, deren Vorsitz Hessen 2011 inne hat, sagte Gr\u00fcttner. \u201eWir k\u00f6nnen hier als Land viel tun und sind bereits auf einem sehr guten Weg. F\u00fcr bessere Rahmenbedingungen brauchen wir jedoch die Unterst\u00fctzung des Bundesgesundheitsministers, unter anderem damit die notwendigen Ma\u00dfnahmen \u2013 im Krankenhaus ebenso wie im ambulanten Bereich \u2013 auch von den Krankenkassen finanziert werden.\u201c<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, so Sozialminister Gr\u00fcttner weiter, werde die Hessische Landesregierung demn\u00e4chst eine Hygieneverordnung vorlegen. \u201eSie wird unter anderem Regelungen zur Hygienestruktur in den Krankenh\u00e4usern, Regelungen f\u00fcr die \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden und Ma\u00dfnahmen zur Qualit\u00e4tssicherung beinhalten.\u201c Voraussetzung dazu sei eine verst\u00e4rkte Ausbildung von Hygienefachkr\u00e4ften in Pflege und Technik sowie spezialisierter \u00c4rzte. Deshalb sollten zudem in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kunst und der Landes\u00e4rztekammer neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Aus- und Weiterbildung im Bereich Hygiene f\u00fcr \u00c4rzte, Pflegekr\u00e4fte und technisches Personal in den Krankenh\u00e4usern angeboten werden.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Multiresistente Erreger<\/strong><\/p>\n<p>Unter Multi-Resistenten Erregern versteht man verschiedene Bakterienst\u00e4mme, die Mechanismen entwickelt haben, die Wirkung von Antibiotika abzuwehren (Resistenz). Diese Resistenzen entstehen h\u00e4ufig dort, wo viele Antibiotika an Patienten zur Therapie oder Prophylaxe eingesetzt werden \u2013 also insbesondere in Krankenh\u00e4usern. Wenn Personen dieses Bakterium an sich tragen (zum Beispiel in einer Wunde oder auf der Schleimhaut), k\u00f6nnen sie das Bakterium auf andere \u00fcbertragen. Krank werden zumeist nur Personen, deren Immunsystems geschw\u00e4cht ist. Wenn Bakterien einen Abwehrmechanismus gegen ein Antibiotikum entwickelt haben, vermehren sie sich unter einer falschen Antibiotika-Therapie weiter. Ein Bakterium kann im Laufe der Zeit gegen ein Antibiotikum oder mehrere Antibiotika resistent werden. Es wird so immer schwieriger, Patienten mit einer MRE-Infektion noch erfolgreich zu behandeln. Das bedeutet f\u00fcr die Patientinnen und Patienten oft l\u00e4ngere Behandlungen und zus\u00e4tzliche Belastungen durch eine verz\u00f6gerte oder nicht eintretende Heilung der Infektion.<\/p>\n<p><strong>Strategien zur Verminderung der weiteren Ausbreitung von MRE<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss das Grundproblem beachtet werden \u2013 Antibiotika m\u00fcssen gezielter angewendet werden. Als weiteres m\u00fcssen m\u00f6glichst alle Patienten mit einer solchen Infektion oder einem Tr\u00e4gerstatus erkannt und m\u00f6glichst saniert werden. In Krankenh\u00e4usern und anderen Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen oder Reha Kliniken muss mit den Infizierten oder Keimtr\u00e4gern richtig umgegangen werden. Hierf\u00fcr gibt es Empfehlungen der KRINKO (Krankenhaushygiene-Kommission am Robert-Koch-Institut). Diese sehen beispielsweise vor, alle Patienten mit bestimmten Risikofaktoren bei der Aufnahme in ein Krankenhaus zu untersuchen und bei positivem Befund Ma\u00dfnahmen zur Isolierung zu ergreifen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. Der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner wies heute anl\u00e4sslich des heutigen Weltgesundheitstages, des Motto \u201eDART \u2013 gemeinsam Antibiotikaresistenzen verh\u00fcten und bek\u00e4mpfen\u201c lautet, auf den hohen Stellenwert der Pr\u00e4vention hin: \u201eHeilung von Krankheiten ist sehr wichtig und heutzutage aufgrund einer hochmodernen Medizin auch in den meisten F\u00e4llen m\u00f6glich. 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