{"id":84027,"date":"2011-03-22T09:01:02","date_gmt":"2011-03-22T09:01:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=84027"},"modified":"2011-03-23T09:02:08","modified_gmt":"2011-03-23T09:02:08","slug":"spurbarer-qualitatsschub-fur-die-selbsthilfe-funf-einrichtungen-zertifiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=84027","title":{"rendered":"Sp\u00fcrbarer Qualit\u00e4tsschub f\u00fcr die Selbsthilfe &#8211; F\u00fcnf Einrichtungen zertifiziert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frankfurt.<\/strong> Die Selbsthilfe in Hessen gewinnt messbar an Qualit\u00e4t. Pionierarbeit f\u00fcr das gesamte Bundesgebiet ist das f\u00fcnfstufige Qualit\u00e4tsmanagement f\u00fcr Kontaktstellen der Selbsthilfe. Im Auftrag der AOK Hessen entwickelte die Parit\u00e4tische Beratungsgesellschaft ParRAT GmbH ein eigens auf die Bed\u00fcrfnisse von Selbsthilfekontaktstellen zugeschnittenes System zur Qualit\u00e4tsentwick-lung. Mit der Zertifizierung aller teilnehmenden Organisationen hat es nun seinen erfolgreichen Abschluss gefunden.<!--more--><\/p>\n<p>Mittlerweile sind f\u00fcnf Einrichtungen von unabh\u00e4ngigen Auditoren zertifiziert. Der im-merhin f\u00fcnfj\u00e4hrige Aufwand hat sich insbesondere f\u00fcr die in Selbsthilfegruppen organisierten Patienten gelohnt. Heute kamen in Frankfurt noch einmal alle Beteiligten zusammen. Die Projektentwicklung und Durchf\u00fchrung erfolgte durch Margit Bal\u00df. Sie ist Koordinatorin und Leiterin der Selbsthilfeprojekte in der PARIT\u00c4TISCHE Projekte gemeinn\u00fctzige GmbH.<\/p>\n<p>\u201eDie Selbsthilfe professionalisiert sich zunehmend, das Niveau ist so hoch wie noch nie\u201c, konstatiert Kerstin Roth, Patientenvertreterin der AOK Hessen. Ihr Unternehmen habe in f\u00fcnf Jahren 119.000 Euro in das Projekt investiert, das einzigartig in Deutschland sei. Seine Inhalte sollten perspektivisch auch \u00fcber Hessen hinaus die Arbeit von Kontaktstellen pr\u00e4gen. \u201eDer Aufwand ist nicht gering, wird sich aber sicher auszahlen, um die Kontaktstellen als Bindeglied zwischen der Selbsthilfebewegung und dem professionellen Hilfesystem, den Therapeuten und \u00c4rzten, zu st\u00e4rken\u201c, bemerkt Roth. Begonnen hatte die systematische Qualit\u00e4tsoffensive im September 2005. In sieben Workshops, zwei Seminaren und 13 moderierten Qualit\u00e4tszirkeln wurden die neuen Standards entwickelt. KISS Kassel, SEKOS Gelnhausen, die Selbsthilfekontaktstelle  Marburg  und die Selbsthilfeb\u00fcros in  Darmstadt  und  Offenbach haben daran ma\u00dfgeblich mitgewirkt und sind somit die Vorreiter f\u00fcr die von Hessen ausgehende Qualit\u00e4tsoffensive.<\/p>\n<p><strong>Konkret und praktikabel \u2013 alles steht im Handbuch<\/strong><br \/>\nIn einem 120-seitigen Handbuch sind die Vorgaben und Ma\u00dfnahmen festgelegt, die eine Kontaktstelle umsetzen muss, um ein Qualit\u00e4tssiegel zu erlangen. \u201eDas Modell ist vor allem f\u00fcr kleinere und mittlere Organisationen mit niedrigem Personalstamm interessant\u201c, erkl\u00e4rt Margit Bal\u00df, und somit prinzipiell auf alle 300 Kontaktstellen im Bundesgebiet anwendbar. Geregelt sind beispielsweise die Abl\u00e4ufe f\u00fcr Einzel-, Gr\u00fcndungs- und Gruppenberatung, hier insbesondere die Anwendung von allgemein anerkannten Leitf\u00e4den. \u201eWir wollen ebenfalls erreichen, dass die Kontaktstellen mehr an die \u00d6ffentlichkeit gehen, einen Selbsthilfetag organisieren, Fachleute der medizinischen und psychosozialen Versorgung einbinden, sich umf\u00e4nglich vernetzen\u201c, so Bal\u00df weiter. Die meisten Vorgaben sind sehr konkret, praktikabel sind sie alle. Beispielsweise sollen Betroffene f\u00fcr pers\u00f6nliche Beratungsgespr\u00e4che einen Termin innerhalb von zwei Wochen bekommen. F\u00fcr Gruppentreffen steht ein Raum zur Verf\u00fcgung, der mindestens zwanzig Personen Platz bietet und barrierefrei ist. Auch zur personellen Ausstattung und beruflichen Qualifikation gibt es genaue Standards. Herzst\u00fcck des Modells ist ein Dokumentationssystem, in dem Hinweise, Trends und Entwicklungen des Arbeitsfeldes erfasst werden. Bal\u00df: \u201eDie Komplexit\u00e4t der Aufgaben der Selbsthilfekontaktstellen in Hessen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders auffallend ist der Anstieg von Managementaufgaben.\u201c<\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4t setzt sich durch<\/strong><br \/>\nAlle f\u00fcnf Organisationen erf\u00fcllen die neuen Anforderungen. Das haben unabh\u00e4ngige Pr\u00fcfer im Februar diesen Jahres festgestellt. Setzen sich diese Standards durch, werden B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, die Kontakt zu bestehenden Selbsthilfegruppen suchen, in einer organisiert sind oder gr\u00fcnden wollen sowie Vertreter aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich noch besser begleitet und unterst\u00fctzt. Die Einrichtungen haben daraufhin ein Siegel erhalten, dass drei Jahre g\u00fcltig ist. Einer hessen- und sogar bundesweiten Umsetzung stehen die Beteiligten aufgeschlossen gegen\u00fcber.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt. 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