{"id":83021,"date":"2011-02-28T01:01:10","date_gmt":"2011-02-28T01:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=83021"},"modified":"2011-02-28T08:04:11","modified_gmt":"2011-02-28T08:04:11","slug":"neue-fes-studie-aerztezentren-sollen-gesundheitliche-versorgung-in-stadt-und-land-sichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=83021","title":{"rendered":"Neue FES-Studie: \u00c4rztezentren sollen gesundheitliche Versorgung in Stadt und Land sichern"},"content":{"rendered":"<p>Wiesbaden. Mit der Einrichtung von prim\u00e4r\u00e4rztlichen Versorgungszentren k\u00f6nnen, einer Studie des hessischen Landesbu\u00cc\u02c6ros der Friedrich-Ebert-Stiftung zu folge, die wachsenden Probleme der gesundheitlichen Versorgung im l\u00e4ndlichen, aber auch im st\u00e4dtischen Raum in Zukunft fl\u00e4chendeckend gel\u00f6st werden. Zu diesem Ergebnis kommen die Verfasser der Studie \u201eGesundheitliche Versorgung in Stadt und Land \u2013 Ein Zukunftskonzept\u201c, Prof. Dr. Stefan Gre\u00df und Prof. Dr. Klaus Stegmu\u00cc\u02c6ller. In der vergangenen Woche stellten die beiden Wissenschaftler des Fachbereichs Pflege und Gesundheit der Hochschule Fulda die Ergebnisse ihrer Untersuchung in Wiesbaden vor. <!--more--><br \/>\nIn dem 40-seitigen Bericht analysieren sie die Defizite der Bedarfsplanung bei Vertrags\u00e4rzten und Krankenh\u00e4usern und entwickeln ein Konzept fu\u00cc\u02c6r die effektive Steuerung und Sicherung der gesundheitlichen Versorgung. Die zentrale Verantwortung sollen dabei neu zu schaffende regionale Versorgungskonferenzen unter kommunaler Beteiligung tragen. Diesen wu\u00cc\u02c6rde die Aufgabe zufallen, die gesundheitliche Versorgung sicherzustellen, z.B. durch den Aufbau prim\u00e4r\u00e4rztlicher Versorgungszentren. Der Studie zufolge sei es essentiell, dass diesen Versorgungskonferenzen weitreichende Entscheidungsbefugnisse u\u00cc\u02c6bertragen wu\u00cc\u02c6rden. Neben einem eigenen Budget sei auch die Kompetenz zum Abbau von \u00dcberversorgung sowie ein Instrumentenkasten, mit dem der \u00dcber- und Unterversorgung im gesamten Verantwortungsbereich oder in einzelnen Kleinr\u00e4umen begegnet werden k\u00f6nne, notwendig.<\/p>\n<p>Mitglieder der regionalen Versorgungskonferenzen sind die jeweiligen Kommunen, die Leistungserbringer, dazu z\u00e4hlen etwa \u00c4rzte, Physiotherapeuten, niedergelassene Hebammen und \u2013 wenn vorhanden \u2013 Krankenh\u00e4user sowie die Krankenkassen. Auf diese Art und Weise entstehe eine \u201esektoru\u00cc\u02c6bergreifende\u201c Zusammenarbeit. Zielvorstellung sei, dass alle Akteure gemeinsam im Sinne der Patientinnen und Patienten zusammenarbeiteten. Station\u00e4re und ambulante Strukturen mu\u00cc\u02c6ssten im Interesse einer optimalen Versorgung von Patientinnen und Patienten in Zukunft eng zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Wichtig sei auch, dass die zu bildenden prim\u00e4r\u00e4rztlichen Versorgungszentren als Erg\u00e4nzung zu den niedergelassenen \u00c4rzten fungierten. Es gehe in erster Linie um Kooperation und nicht um Wettbewerb. Das Budget der Versorgungskonferenzen sollte ein einprozentiger Anteil an der Gesamtvergu\u00cc\u02c6tung der \u00e4rztlichen Leistungen und der Krankenhausvergu\u00cc\u02c6tungen sein, der durch Mittel von Kommunen und Krankenkassen erg\u00e4nzt werden sollte. Aufgrund der schwierigen Haushaltssituation in den Kommunen sollte u\u00cc\u02c6berlegt werden, diesen Betrag u\u00cc\u02c6ber den Landeshaushalt zu erbringen, so die Studie.<\/p>\n<p><em><strong>Die regionalen Versorgungskonferenzen erhalten die Kompetenz<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&#8211; prim\u00e4r\u00e4rztliche Versorgungszentren zu gru\u00cc\u02c6nden, in denen angestellte \u00c4rztinnen und \u00c4rzte arbeiten. Diese Zentren sollen im Zentrum des Kreises angesiedelt werden, k\u00f6nnen aber Zweigpraxen im gesamten Kreis einrichten. Diese Zweigpraxen w\u00e4ren zwar nur zeitweise besetzt, k\u00f6nnen aber einen gro\u00dfen Teil der Versorgung abdecken. Wechselweise k\u00e4men \u00c4rztinnen und \u00c4rzte unterschiedlicher Fachrichtungen (Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Augenkrankheiten, Kinderkrankheiten) zeitweise in die einzelnen Orte. Die Abrechnung der \u00e4rztlichen Leistungen erfolge wie bisher, die kommunalen Haushalte wu\u00cc\u02c6rden nicht belastet.<\/p>\n<p>&#8211; \u201eDelegationsmodelle\u201c fu\u00cc\u02c6r \u00e4rztliche T\u00e4tigkeiten zu entwickeln und umzusetzen. Nach dem fru\u00cc\u02c6heren Modell der Gemeindeschwester k\u00f6nnen speziell qualifizierte Fachkr\u00e4fte Hausbesuche bei Patientinnen und Patienten durchfu\u00cc\u02c6hren und im Auftrag des Arztes oder der \u00c4rztin (gegebenenfalls auch durch Telemedizin unterstu\u00cc\u02c6tzt) Teilbefunde erheben und den Arzt oder die \u00c4rztin bei der Einsch\u00e4tzung des Gesundheitszustandes unterstu\u00cc\u02c6tzen. Die jetzt vorhandenen M\u00f6glichkeiten zur Abrechnung dieser T\u00e4tigkeiten mu\u00cc\u02c6ssten kostendeckend gestaltet werden.<\/p>\n<p>&#8211; zur Vermeidung von \u00dcberversorgung in Kleinr\u00e4umen auf die Nachbesetzung von Vertragsarztsitzen zu verzichten. Im st\u00e4dtischen Bereich k\u00f6nnte somit vermieden werden, dass bereits u\u00cc\u02c6berversorgte Stadtteile eine hohe Zahl an \u00c4rztinnen und \u00c4rzten behalten, w\u00e4hrend es in anderen Stadtteilen M\u00e4ngel gibt.<\/p>\n<p>&#8211; den Kontrahierungszwang der Krankenkassen (also die Verpflichtung mit allen niedergelassenen \u00c4rzten mit Kassenzulassung abzurechnen) in u\u00cc\u02c6berversorgten Gebieten aufzuheben. Auch mit diesem Instrument k\u00f6nne verhindert werden, dass es weiterhin privilegierte Teilregionen gibt, w\u00e4hrend in benachteiligten Gebieten \u00c4rztinnen und \u00c4rzte fehlen.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Faktor fu\u00cc\u02c6r die Verbesserung und den Erhalt der gesundheitlichen Versorgung seien aussagef\u00e4hige Versorgungsindikatoren, die bundesweit einheitlich definiert sein mu\u00cc\u02c6ssten. Ein geeigneter Indikator sei etwa die Erreichbarkeit. So solle \u2013 \u00e4hnlich wie bei der Hilfsfrist im Rettungswesen \u2013 definiert werden, wie viel Zeit eine Patientin oder ein Patient aufwenden mu\u00cc\u02c6sse, um ein Angebot der medizinischen Grundversorgung zu erreichen. Dieser Indikator kann auch fu\u00cc\u02c6r fach\u00e4rztliche Angebote, Notfallversorgung und \u00e4hnliches festgelegt werden. Dieser Indikator habe nicht auf Fahrtzeiten mit dem PKW zu basieren, sondern, gerade auch unter sozialen Erw\u00e4gungen, den \u00d6PNV zu beru\u00cc\u02c6cksichtigen.<\/p>\n<p>Aus der Sicht der \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sei es zudem derzeit interessant, einen m\u00f6glichst hohen Anteil an privat versicherten Patientinnen und Patienten zu haben, da hier ein h\u00f6here Betrag abgerechnet werden k\u00f6nne. Dies verst\u00e4rke die Tendenz zur Niederlassung in \u201ereichen\u201c Gebieten. Um die Versorgung mit medizinischen Leistungen, die zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge seien, gleichm\u00e4\u00dfig zu gestalten, w\u00e4re es daru\u00cc\u02c6ber hinaus also sinnvoll, die Vergu\u00cc\u02c6tungssysteme der gesetzlichen und privaten Krankenkassen zu vereinheitlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. Mit der Einrichtung von prim\u00e4r\u00e4rztlichen Versorgungszentren k\u00f6nnen, einer Studie des hessischen Landesbu\u00cc\u02c6ros der Friedrich-Ebert-Stiftung zu folge, die wachsenden Probleme der gesundheitlichen Versorgung im l\u00e4ndlichen, aber auch im st\u00e4dtischen Raum in Zukunft fl\u00e4chendeckend gel\u00f6st werden. 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