{"id":82897,"date":"2011-02-24T06:27:26","date_gmt":"2011-02-24T06:27:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=82897"},"modified":"2011-02-24T06:27:26","modified_gmt":"2011-02-24T06:27:26","slug":"draengeln-macht-stress-verkehrserziehung-im-schulbus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=82897","title":{"rendered":"Dr\u00e4ngeln macht Stress &#8211; Verkehrserziehung im Schulbus"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-82899\" title=\"110223_Busschule\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Neuhof. <\/strong>Es war bitterkalt, als morgens um  08:00 Uhr die ersten beiden Klassen mit knapp f\u00fcnfzig Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sich in einer Reihe hinter dem Dr\u00e4ngelgitter an ihren festgelegten Aufstellpunkten aufstellten und alle Ranzen in einer langen Reihe hintereinander auf dem Boden abstellten. Die Kinder erkl\u00e4rten der Rektorin, Ingrid Baumann, der Buskoordinatorin der Schloss-Schule, Irene Echtermeyer und dem Moderator Gerhard Brink von der Kreisverkehrswacht Fulda stolz, welche Schulregeln sie beim Aufstellen beachten m\u00fcssen. Ina Blaffert aus der Klasse 2d erkl\u00e4rte: \u201eDas klappt immer gut, wir haben keinen Streit mehr, und eine Lehrerin passt immer auf. Das ist toll!\u201c <!--more--><\/p>\n<p>Danach wusste der Verkehrswachtmoderator die Kinder in seinen Bann zu ziehen und neugierig zu machen, was denn beim Busfahren alles gef\u00e4hrlich ist. An beiden Tagen wurde von Alfred Becker, dem Regionalbeauftragten des Schulbusbetreibers RKH, ein Schulbus mit dem Fahrer Thorsten Umkehr kostenlos zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Der Fahrer des Schulbusses wartete auf das Zeichen zur ersten Spielszene. Vier gro\u00dfe rot-wei\u00dfe Leitkegel stellten einen Pkw dar, der dicht vor der Einfahrt in die Bushaltestelle stand. Ein roter Feuerwehrschlauch markierte den Bordstein, vor dem der Schulbus anhalten sollte. \u201eWas passiert, wenn der Schulbus sehr eng in die Haltestelle einf\u00e4hrt?\u201c, fragte Gerhard Brink die Sch\u00fcler. W\u00e4hrend des Durchsprechens der Gefahrensituation erschraken die Kinder kurz, als der Moderator, der dicht hinter dem roten Bordstein stand, von dem langsam einfahrenden Schulbus von hinten \u201eangefahren\u201c und \u201eweggeschubst\u201c wurde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule-im-Bus.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-82898\" title=\"110223_Busschule-im-Bus\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule-im-Bus-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule-im-Bus-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Busschule-im-Bus.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Der Schreck war weg, als sie merkten, dass dies zwischen dem Busfahrer und dem Moderator abgesprochen war. Jetzt begriffen alle: Man muss mindestens einen Meter von der Bordsteinkante entfernt  stehen und immer zum einfahrenden Bus hinschauen. Der Bus schwenkt immer beim Ein- und Ausfahren \u00fcber den Bordstein. Die zweite Lektion, das Einsteigspiel, folgte sofort. Die Kinder der Vorklasse spielten eine Gruppe und die Klasse 3 d die andere. Die Kleineren sollten dabei in einer Reihe hintereinander z\u00fcgig vorne in den Bus einsteigen und sich sofort hinsetzen. Die Gro\u00dfen spielten die Dr\u00e4ngler und mussten hinten in den Bus einsteigen. Alle Kinder hatten aus Sicherheitsgr\u00fcnden den Ranzen in der Hand. Auf das Kommando \u201eAuf die Pl\u00e4tze, fertig los\u201c begann das Spiel. Am hinteren Eingang wurde es gleich sehr laut und hektisch. Es wurde geschubst und gedr\u00fcckt. Mit zwei Stoppuhren wurde die ben\u00f6tigte Zeit gemessen. Die 21 Vorschulkinder ben\u00f6tigten 32 Sekunden, bis alle sa\u00dfen. Die 22 \u00e4lteren Sch\u00fcler schubsten und schrien noch immer und ben\u00f6tigten 73 Sekunden.<\/p>\n<p><strong>Die Stoppuhr bewies es: Dr\u00e4ngeln macht Stress und es dauert viel l\u00e4nger!<\/strong><\/p>\n<p>Als alle im Bus sa\u00dfen, sollten die Kinder dem Busfahrer und dieser den Sch\u00fclern erkl\u00e4ren, was ihnen am Verhalten des anderen nicht gef\u00e4llt. Die Kinder erkannten, warum L\u00e4rm im Bus gef\u00e4hrlich ist und der Busfahrer sich deshalb nicht auf den Stra\u00dfenverkehr konzentrieren kann; dass nur der Sitzplatz der sicherste Platz im Bus ist und dass Herumlaufen w\u00e4hrend der Fahrt sehr gef\u00e4hrlich ist. Die Sch\u00fcler erkannten auch wie wichtig beim Einsteigen ein nettes \u201eGuten Morgen Herr Busfahrer\u201c ist. Schon ein kleines L\u00e4cheln hilft den morgendlichen Stress zu reduzieren und ein gutes Gef\u00fchl zu haben.<\/p>\n<p><strong>Wie unberechenbar eine Busfahrt werden kann, zeigte die n\u00e4chste Demonstration.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Toter-Winkel.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-82900\" title=\"110223_Toter-Winkel\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Toter-Winkel-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Toter-Winkel-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110223_Toter-Winkel.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Mit Tempo 30 befuhr der Bus den Zollweg in Richtung Kreisel. Mehrere gr\u00f6\u00dfere Sch\u00fcler, die beiden Klassenlehrerinnen und die Rektorin standen im Mittelgang und hielten sich mit beiden H\u00e4nden fest. Pl\u00f6tzlich ohne Ank\u00fcndigung f\u00fchrte der Bus ein starkes Ausweichman\u00f6ver nach links durch. Kinder und Erwachsene kippten zuerst nach links und dann wieder zur\u00fcck. \u201eUnglaublich\u201c, meinte David, \u201ewie der Bus geschaukelt hat\u201c. Alle Kinder mussten sich wieder setzen, denn jetzt sollte der Busfahrer eine Vollbremsung aus Tempo 20 Km\/h durchf\u00fchren. Keiner wusste, wann die Bremsung erfolgt. Im Mittelgang stand unser Dummy, ein Wasserkasten, den alle gespannt beobachteten. Pl\u00f6tzlich bremste der Fahrer. Der Wasserkasten und ein Schulranzen, den ein Sch\u00fcler nicht richtig festgehalten hatte, rutschten mehrere Meter weit nach vorne. Der Wasserkasten prallte dicht neben dem Fahrer gegen ein Hindernis und kippte mit Gepolter um. \u201eSo geht es euch auch, wenn ihr nicht korrekt im Sitz sitzt oder beim Stehen im Mittelgang euch nicht mit beiden H\u00e4nden an den Haltegriffen festhaltet\u201c, erkl\u00e4rte der Moderator den staunenden Kindern.<\/p>\n<p><strong>Was ist ein \u201etoter Winkel\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Gerhard Brink erkl\u00e4rte den Kindern: \u201eWetten, dass ich eine ganze Klasse dicht neben dem Bus verstecken kann, ohne dass der Busfahrer die Kinder sehen kann?\u201c Anfangs zweifelten viele, weil der Bus ja viele R\u00fcckspiegel hat. Der Moderator legte mit den Kindern rot-wei\u00dfe Plastikketten auf den Boden, hinter denen sich die ganze Klasse aufstellen musste. Der Busfahrer Thorsten Umkehr, sah im rechten Au\u00dfenspiegel kein Kind stehen, obwohl sie nur knapp zwei Meter neben dem Bus standen. Damit die Sch\u00fcler dies auch glaubten, durfte jeder von ihnen sich auf den Fahrersitz setzen und stauend berichten: \u201eIch sehe gar keinen!\u201c So erfuhren die Kinder, was ein toter Winkel ist und erkannten, warum dieser so gef\u00e4hrlich ist.<\/p>\n<p>Viel gelernt haben die Kinder der Schloss-Schule an beiden Tagen und es hat allen Spa\u00df gemacht. Ina Blaffert von der 2 d fragte den Moderator: \u201eKannst Du morgen nicht nochmal kommen, es hat mir so gut gefallen!\u201c Am letzten Tag machte Ben K\u00fclper von der Klasse 1c einen tollen Verbesserungsvorschlag, den alle Kinder seiner Klasse gleich ausprobierten. Beim Aussteigen aus dem Bus mit dem Ranzen in der Hand m\u00fcssen die Kinder dort, wo keine Bordsteinerh\u00f6hung vorhanden ist, einen gro\u00dfen Schritt nach unten auf die Stra\u00dfe machen. Vielen Sch\u00fclern der 1. Klassen ist dieser gut 40 Zentimeter tiefe Absatz zu gro\u00df, und sie machen einen Sprung nach vorne, um nicht zu st\u00fcrzen. Ben K\u00fclper erkl\u00e4rte den Kindern seine ganz einfache L\u00f6sung. \u201eBevor ich den Schritt auf die Stra\u00dfe mache, stelle ich meinen Ranzen an der Ausstiegskante im Bus ab, halte ihn noch locker fest und h\u00fcpfe die Stufe runter. Jetzt erst ziehe ich  den Ranzen von der Ausstiegskante.\u201c Eine Superidee fanden seine Mitsch\u00fcler. Klar, dass Ben von seiner Klassenlehrerin und vom Verkehrswachtmoderator gelobt wurden. Zum Abschluss wurde noch das Video\u201eMiteinander im Bus  und Bahn \u2013 kein Chaos mehr im Busverkehr\u201c angesehen. Hier wurden alle Stationen des Rollenspiels nochmals gezeigt und Gelerntes vertieft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Neuhof. 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