{"id":82812,"date":"2011-02-22T00:53:09","date_gmt":"2011-02-22T00:53:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=82812"},"modified":"2011-02-22T07:54:29","modified_gmt":"2011-02-22T07:54:29","slug":"dr-fennel-cdu-keine-weitere-zentralisierung-der-medizinischen-versorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=82812","title":{"rendered":"Dr. Fennel (CDU): Keine weitere Zentralisierung der medizinischen Versorgung"},"content":{"rendered":"<p><strong>H\u00fcnfeld.<\/strong> Auf einem Irrweg befindet sich der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Thomas Spies mit seinen Vorstellungen zur Sicherung einer medizinischen Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum. Diese Auffassung vertritt H\u00fcnfelds B\u00fcrgermeister Dr. Eberhard Fennel und verweist dabei auf die negativen Erfahrungen, die das H\u00fcnfelder Land mit der Zentralisierung der \u00e4rztlichen Bereitschaftsdienste an Wochenenden bereits gemacht hat. Wenn der SPD-Politiker den Ausbau medizinischer Versorgungszentren fordere, dann sei dies gerade kontraproduktiv f\u00fcr eine fl\u00e4chendeckende ortsnahe Versorgung in l\u00e4ndlichen R\u00e4umen.<!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr jedes medizinische Versorgungszentrum mit mehreren Arztpraxen, die sich meist in zentralen Standorten wie Fulda ansiedelten, gingen ebenso viele Arztpraxen in der Fl\u00e4che verloren, weil die Anzahl der Arztsitze durch die Vorgaben der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung nicht erh\u00f6ht werden k\u00f6nne, wenn in einem Kreis die Kopfzahl an niedergelassenen \u00c4rzten in den einzelnen Fachrichtungen erreicht sei. Konkret bedeute dies, ein neues Versorgungszentrum in Fulda mit f\u00fcnf neuen Praxen setze die Aufgabe von f\u00fcnf Arztsitzen in der Rh\u00f6n, dem H\u00fcnfelder Land oder im S\u00fcden und Westen des Kreises voraus. Was dies f\u00fcr Folgen f\u00fcr die Qualit\u00e4t der ortsnahen Versorgung habe, h\u00e4tten hilfesuchende Patienten im H\u00fcnfelder Land seit 2009 erfahren k\u00f6nnen, als die Wochenendbereitschaftsdienste in Fulda zentralisiert worden seien.<\/p>\n<p>Dr. Fennel empfiehlt dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Spiel, tats\u00e4chlich einmal das Gespr\u00e4ch mit betroffenen Patienten zu suchen, die beispielsweise mit \u00f6ffentlichem Personennahverkehr aus einem kleinen Dorf in den Randlagen des Kreises den beschwerlichen Weg bis zu einem Praxen-Zentrum aufnehmen und von dort zu einer Apotheke und wieder nach Hause gelangen m\u00fcssten. Dies sei einschlie\u00dflich der Wartezeit h\u00e4ufig genug die Strapaze einer Tagesreise, die kranken Menschen dabei zugemutet werde. In der Frage der medizinischen Versorgung gehe es nicht um Nebens\u00e4chlichkeiten, sondern zentrale Fragen der Daseinsvorsorge, betont Dr. Fennel.<\/p>\n<p>Unkritisch wiederhole Dr. Spies von der SPD die Thesen des gesundheitspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Karl Lauterbach, der als Aufsichtsrat der privaten Rh\u00f6nkliniken-Gruppe offenbar auch das Gesch\u00e4ftsmodell dieser Klinikkette unterst\u00fctze. In allen Diskussionen zu dieser Frage propagiere der Rh\u00f6nklinikum-Konzern die die Notwendigkeit der Bildung solcher zentralen Arztpraxen-Zentren m\u00f6glichst in der N\u00e4he gro\u00dfer Kliniken als L\u00f6sung der Versorgungsprobleme. Dies diene aber weniger einer fl\u00e4chendeckenden Versorgung der Menschen, sondern eher den gro\u00dfen Kliniken selbst, f\u00fcr die Lauterbach als Aufsichtsrat der Rh\u00f6nkliniken als Lobbyist in Erscheinung trete.<\/p>\n<p>Vielmehr sei ein Umsteuern der Politik und der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen erforderlich, dass solche Versorgungszentren an zentralen Standorten nicht auch noch finanziell massiv gef\u00f6rdert w\u00fcrden, sondern dass die wirtschaftliche Grundlage von Praxen und Praxisgemeinschaften in den l\u00e4ndlichen R\u00e4umen nah am Patienten unterst\u00fctzt w\u00fcrde. Gegenw\u00e4rtig geschehe genau das Gegenteil durch die Gesundheitspolitik, aber besonders durch die strukturelle Verteilung der Budgets durch die Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich ist aus Sicht von B\u00fcrgermeister Dr. Fennel auch der Vorschlag des SPD-Gesundheitspolitikers, dass Landkreise und Kommunen sich dann auch noch finanziell an solchen zentralistischen Strukturen beteiligen sollten. \u201eWas will die SPD den St\u00e4dten und Gemeinden noch alles zumuten?\u201c, fragt Dr. Fennel. Daf\u00fcr h\u00e4tten finanzschwache Kommunen sicherlich keinen Gestaltungsspielraum. Es sei ausreichend Geld im Gesundheitssystem vorhanden. Es m\u00fcsse aber mehr Kompetenz daf\u00fcr aufgewandt werden, dass die vorhandenen Mittel sinnvoller eingesetzt und verteilt w\u00fcrden, damit k\u00fcnftig weniger im System versickere, sondern der Nutzen f\u00fcr die Patienten gerade im l\u00e4ndlichen Raum verbessert werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>H\u00fcnfeld. Auf einem Irrweg befindet sich der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Thomas Spies mit seinen Vorstellungen zur Sicherung einer medizinischen Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum. 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