{"id":82583,"date":"2011-02-15T00:40:32","date_gmt":"2011-02-15T00:40:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=82583"},"modified":"2011-02-15T07:41:00","modified_gmt":"2011-02-15T07:41:00","slug":"biosphaerenreservat-rhoen-erreichte-im-letzten-jahr-mit-vielfaeltigen-veranstaltungen-18-500-gaeste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=82583","title":{"rendered":"Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n erreichte im letzten Jahr mit vielf\u00e4ltigen Veranstaltungen 18 500 G\u00e4ste"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zella. <\/strong>Die Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n f\u00fchrte im vergangenen Jahr, zum Teil auch in Zusammenarbeit mit ihren Partnern, 133 Veranstaltungen durch, zu denen rund 18 500 G\u00e4ste kamen. Diese Bilanz zog jetzt der Leiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle, Karl-Friedrich Abe. Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 2010 zum \u201eInternationalen Jahr der Artenvielfalt\u201c erkl\u00e4rt. Damit wurde auf den weltweit akut drohenden Verlust der biologischen Vielfalt von Tieren und Pflanzen aufmerksam gemacht. \u201eDie Biodiversit\u00e4t nimmt weltweit stetig ab. Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass t\u00e4glich 150 Arten aussterben, f\u00fcr immer verschwinden. Der Verlust des Lebensraums geh\u00f6rt heute zu den wichtigsten Bedrohungen der Arten \u2013 verursacht durch gravierende Umweltver\u00e4nderungen wie Klimaerw\u00e4rmung, Verschmutzung der Lebensr\u00e4ume, \u00dcberd\u00fcngung, \u00dcberfischung, Jagd, Ausbeutung der Ressourcen und die Ausbreitung gebietsfremder Arten\u201c, erkl\u00e4rt Abe.<!--more--><\/p>\n<p>Um diese globale Aufgabe regional zu unterst\u00fctzen, habe die Biosph\u00e4renreservatsverwaltung im vergangenen Jahr vielf\u00e4ltige Initiativen ergriffen. Zu nennen seien hier Vortr\u00e4ge, gef\u00fchrte Exkursionen und ein speziell f\u00fcr Kinder gestaltetes computergest\u00fctztes Quiz, welches das Informationszentrum in Zella nun bereichert. Eine Nistkastenwand mit verschiedenen Nistk\u00e4sten und Bauanleitungen sowie ein Insektenhotel wurden am Tag der Biodiversit\u00e4t im Klostergarten Zella vorgestellt.<\/p>\n<p>Um den Deutschen Edelkrebs, der noch bis in die 70er-Jahre in der Ulster und einigen ihrer Nebenfl\u00fcsse vorkam, wieder heimisch werden zu lassen, wurde von der Biosph\u00e4renreservatsverwaltung ein mehrj\u00e4hriges Krebsprojekt gestartet. Nachdem ausgiebige Voruntersuchungen der potentiellen Gew\u00e4sser abgeschlossen waren, wurden im Herbst 200\u00c2\u00a0erwachsene und 600 einj\u00e4hrige Edelkrebse ausgesetzt. Auch mit diesem Projekt werde versucht, die Artenvielfalt in der Rh\u00f6n zu erhalten und zu bereichern.<\/p>\n<p>\u201eMehlschwalben und Mauersegler haben es zunehmend schwerer, eine geeignete Nistgelegenheit zu finden, da bei Sanierungsarbeiten an den Geb\u00e4uden die Schlupfl\u00f6cher f\u00fcr V\u00f6gel verschlossen werden. Um neue Nistangebote zu schaffen, wurden im November mit Mitteln des Biosph\u00e4renreservats und mit Unterst\u00fctzung der Gemeinde Helmershausen die ersten Vogelt\u00fcrme der Rh\u00f6n mit k\u00fcnstlichen Nestern f\u00fcr Mehlschwalben und Nistgelegenheiten f\u00fcr Mauersegler sowie mit Einflugl\u00f6chern f\u00fcr Flederm\u00e4use aufgestellt\u201c, nennt Karl-Friedrich Abe einen weiteren Baustein, um die Biodiversit\u00e4t zu erhalten. Helmershausen habe damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz im Dorf geleistet und habe nun auch eine touristische Attraktion zur Vogelbeobachtung.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Gemeinde, den Vereinen des Ortes, der Kirchgemeinde und dem Meininger Briefmarkensammlerverein wurden im September die nunmehr 5. Naturerlebnistage veranstaltet. Sie standen unter dem Motto \u201e20\u00c2\u00a0Jahre Nationalparkprogramm f\u00fcr den Osten Deutschlands\u201c, \u201eInternationales Jahr der Biodiversit\u00e4t\u201c und waren ein Beitrag zu den \u201eTh\u00fcringer Aktionstagen f\u00fcr die UN-Dekade Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u201c. An den 20 verschiedenen Angeboten an diesem Festwochenende nahmen rund 1 000 Besucher teil.<\/p>\n<p>Um das traditionelle und mit der Rh\u00f6n sehr eng verbundene Schnitzerhandwerk zu f\u00f6rdern, unterst\u00fctzte die Verwaltung des Biosph\u00e4renreservats das 11. Rh\u00f6ner Holzbildhauersymposium und damit auch den seit zehn Jahren erstmals wieder angebotenen Meisterlehrgang der Empfertsh\u00e4user Schnitzschule durch die Bereitstellung von Eichenstammholz. Sechs angehende Holzbildhauermeister arbeiteten eine Woche im Garten der Propstei in Zella, um Figuren zum Thema \u201eMensch und Tier\u201c aus den Baumst\u00e4mmen herauszuschnitzen.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wurden die Kunstwerke von einer kleinen Jury unter der Leitung des Holzbildhauers Steffen Kranz bewertet. Den ersten Platz belegte Christoph Mencke mit seinem Kunstwerk \u201eDie W\u00e4chterin\u201c. Diese Figur wurde am Naturerlebnistag vom Biosph\u00e4renreservat angekauft, und sie bildet nun den Grundstein des geplanten Skulpturenweges vom Premium- Wanderweg DER HOCHRH\u00d6NER \u00fcber den Standort der Schnitzschule in Empfertshausen zum Informationszentrum nach Zella.<\/p>\n<p>Wie schon bei den letzten Naturerlebnistagen in Helmershausen habe es auch in Zella zwei Sonderstempel gegeben, eine Sonderbriefmarke und Schmuckkarten. Ein Briefumschlag mit der Barockkirche des Ortes erg\u00e4nzte das Sortiment. Zur W\u00fcrdigung des Nationalparkprogramms von 1990, mit dem auch die th\u00fcringische Rh\u00f6n als Biosph\u00e4renreservat ausgewiesen wurde, gab es eine spezielle Jubil\u00e4umskarte mit Fotos der \u201e14 Kinder des Nationalparkprogramms\u201c (f\u00fcnf Nationalparke, sechs Biosph\u00e4renreservate und drei Naturparke), einem Vorwort von Prof. Dr. Michael Succow (Tr\u00e4ger des Alternativen Nobelpreises) und den Sonderstempeln \u201eFrauenschuh &#8211; Orchidee des Jahres\u201c und \u201eZella\/Rh\u00f6n\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDas Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n hat einen gro\u00dfen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten und einen gro\u00dfen Schatz an alten und urspr\u00fcnglichen Apfel-, Birnen- und Pflaumensorten. \u00dcber 170 Apfel-, 38 Birnen- und 12 Pflaumensorten gibt es in der Rh\u00f6n. Im th\u00fcringischen Teil sind es 124 Apfel-, 25 Birnen- und 7 Pflaumensorten. In den Sorteng\u00e4rten bei D\u00f6rrensolz und Kaltensundheim findet man \u00fcber 112 verschiedene Apfelsorten\u201c, z\u00e4hlt Abe auf.<\/p>\n<p>Die Pflege und Erhaltung des Arten- und Sortenreichtum sei eine wichtige Aufgabe der Biosph\u00e4renreservatsverwaltung und des Landschaftspflegeverbandes \u201eBiosph\u00e4renreservat Th\u00fcringische Rh\u00f6n\u201c e.V. zur Bewahrung der Genreserven der Region. Gerade die Streuobstbest\u00e4nde bieten bis zu 5\u00c2\u00a0000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Damit sei der Schutz und die Nutzung des heimischen Streuobstes ein ganz wichtiger Beitrag im Internationalen Jahr der Biodiversit\u00e4t gewesen.<\/p>\n<p>Unter dem Motto \u201eRh\u00f6ner Apfelsaft \u2013 selbst gemacht &#8211; mit Auge und Ohr, mit Nase und Mund die Region entdecken und erschmecken\u201c wurden im vergangenen Jahr rund drei Tonnen heimische \u00c4pfel zu leckerem Saft verwandelt. \u00dcber 1 400 Kinder in mehr als 17 Kinderg\u00e4rten und sieben Schulen konnte mit Hilfe der mobilen Saftpresse der Schatz der Rh\u00f6n, die Bedeutung der Arten- und Sortenvielfalt, n\u00e4her gebracht werden. Mit den Rh\u00f6ner Junior- Rangern gab es ein vielf\u00e4ltiges und interessantes Programm. Fast jeden Monat war etwas Neues zu entdecken. So konnten die jungen Natursch\u00fctzer die Nistk\u00e4sten der Wasseramsel kontrollieren, bauten Nistk\u00e4sten f\u00fcr die Haselmaus und versuchten unter Anleitung der Angler an den Teichen der Grimmelbach ihr Gl\u00fcck beim Fischen.<\/p>\n<p>Das Informationszentrum in Zella wurde von 5 155 G\u00e4sten besucht. Das war eine Steigerung gegen\u00fcber dem Vorjahr um das 1,7 fache und gegen\u00fcber 2008 sogar um das 2,4 fache. Der Abteilungsleiter Forsten und Naturschutz im Th\u00fcringer Umweltministerium, Prof. Dr. Th\u00f6ne, besuchte im Herbst das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und informierte sich dabei \u00fcber die unterschiedlichsten Projekte. 50 Studenten des deutsch-franz\u00f6sischen Planungsseminars f\u00fcr Raum- und Umweltplanung statteten der Rh\u00f6n einen Besuch ab. Von besonderem Interesse waren Planungs- und Ablaufstrukturen bei der Vorbereitung und Umsetzung von Projekten.<\/p>\n<p>\u201eMiteinander reden \u2013 voneinander lernen\u201c \u2013 das ist das Motto der Erfahrungsaustausche, zu denen sich zweimal im Jahr die Leiter der 16\u00c2\u00a0deutschen Modellregionen treffen. Im April war der th\u00fcringische Teil der Rh\u00f6n Gastgeber dieser Begegnung. Eine Exkursion f\u00fchrte vom Katzenstein zum Informationszentrum in die Propstei nach Zella, und am Abend hatte der Th\u00fcringer Umweltminister J\u00fcrgen Reinholz Partner des Biosph\u00e4renreservats zum Regionalen Abend in den Schalander der Rh\u00f6nbrauerei nach Kaltennordheim eingeladen.<\/p>\n<p>Auch im europ\u00e4ischen Ausland wurde kr\u00e4ftig Werbung f\u00fcr die deutschen Biosph\u00e4renreservate und damit auch f\u00fcr die Rh\u00f6n gemacht. In der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommerns in Br\u00fcssel wurde eine Ausstellung mit dem Titel \u201eUNESCO-Biosph\u00e4renreservate \u2013 Modellregionen von Weltrang\u201c er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Der am weitesten gereiste Gast kam aus dem Mornington Peninsula Biosphere Reserve in Australien, um sich in der Rh\u00f6n die verschiedensten Projekte anzusehen und Anregungen f\u00fcr \u201eDown Under\u201c mitzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zella. Die Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n f\u00fchrte im vergangenen Jahr, zum Teil auch in Zusammenarbeit mit ihren Partnern, 133 Veranstaltungen durch, zu denen rund 18 500 G\u00e4ste kamen. Diese Bilanz zog jetzt der Leiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle, Karl-Friedrich Abe. Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 2010 zum \u201eInternationalen Jahr der Artenvielfalt\u201c erkl\u00e4rt. 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