{"id":82078,"date":"2011-02-03T03:50:30","date_gmt":"2011-02-03T03:50:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=82078"},"modified":"2011-02-03T08:53:11","modified_gmt":"2011-02-03T08:53:11","slug":"ich-sehe-die-rhoen-unter-deutschen-biosphaerenreservaten-im-ersten-viertel-interview-mit-otto-evers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=82078","title":{"rendered":"\u201eIch sehe die Rh\u00f6n unter deutschen Biosph\u00e4renreservaten im ersten Viertel\u201c &#8211; Interview mit Otto Evers"},"content":{"rendered":"<p><strong><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-82079\" title=\"110203_Interview Otto Evers\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110203_Interview-Otto-Evers-265x165.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"165\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110203_Interview-Otto-Evers-265x165.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110203_Interview-Otto-Evers.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Wasserkuppe.<\/strong> Am vergangenen Montag ist Otto Evers, der die hessische Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n seit dem 1. Dezember 2006 geleitet hat, in den Vorruhestand gegangen. \u00dcber seine Erfahrungen und die aus seiner Sicht wichtigen Zukunftsfragen f\u00fcr das UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n hat sich Carsten Kallenbach vom Freien Journalistenb\u00fcro der Rh\u00f6n mit ihm unterhalten.<!--more--><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Evers, was war die besondere Herausforderung f\u00fcr Sie als Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers: <\/strong>Das war ganz klar, die Forderungen aus der Evaluierung des Biosph\u00e4renreservats im Jahr 2003 zu erf\u00fcllen und auf den Weg zu bringen. Dabei spielten zwei Themen eine zentrale Rolle: die Beseitigung des Defizits der Kernzonen und die im Jahr 2000 geplante Erweiterung des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n auf hessischer Seite. Die Erweiterung, die bereits mit den Kommunen abgestimmt worden war, wurde unter dem damaligen Umweltminister Wilhelm Dietzel seitens des Landes leider nicht weiter verfolgt und ad acta gelegt, um das Problem mit den Kernzonen nicht noch zu vergr\u00f6\u00dfern. Mit seiner Amtsnachfolgerin Silke Lautenschl\u00e4ger haben wir es dann geschafft, ein tragf\u00e4higes Konzept hinzubekommen. Dabei haben der Verein Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n, die Kommunen, die Naturschutzverb\u00e4nde, die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises Fulda sowie das Regierungspr\u00e4sidium Kassel entscheidend mitgeholfen. Jetzt wird das Defizit fristgerecht 2013 auf hessischer Seite beseitigt sein, wenn die erneute Evaluierung ansteht.<\/p>\n<p><strong>I<\/strong><strong>n Ihre Amtszeit fiel auch die Kommunalisierung der Verwaltungsstelle. War das aus Ihrer Sicht der richtige Weg?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers: <\/strong>Die Kommunalisierung der Verwaltungsstelle hin zum Landkreis Fulda ist in der Tat sehr kritisch diskutiert worden. Aber ich bin der Auffassung, dass sie in den letzten vier Jahren kein Fehler war, wenngleich die fachliche Verantwortung eindeutig nach wie vor bei der hessischen Landesregierung liegt. Ministerin Lautenschl\u00e4ger hat das auch anhand der Krenzonenproblematik klar gemacht, n\u00e4mlich dass nicht der Landkreis entsprechende Fl\u00e4chen kaufen muss, sondern dass das Sache des Landes ist. Und sie hat daf\u00fcr die finanziellen Grundlagen f\u00fcr 2010 und 2011 gelegt.<\/p>\n<p><strong>Was hat sich Ihrer Ansicht nach noch positiv in Ihrer Amtszeit entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers: <\/strong>Wir haben die Kooperation mit Firmen wie Rh\u00f6nsprudel, der Sparkasse Fulda, der VR-Bank NordRh\u00f6n, den Brauereien Hochstift und Will-Br\u00e4u, der \u00dcWAG, den Schulen, der Jugendgerichtshilfe, den Jugend\u00e4mtern sowie den Einrichtungen f\u00fcr behinderte Menschen ausgebaut. Das erm\u00f6glicht uns Aktionstage und Aktionswochen bis hin zum Sponsoring. Rh\u00f6nsprudel hat das sehr beliebte Rh\u00f6nsprudel-Biosph\u00e4rencamp ins Leben gerufen, und bei der \u00dcWAG f\u00e4hrt ein Bus, der zum Biosph\u00e4renreservat informiert. Wenn wir \u00fcber nachhaltige Entwicklung in einer Region sprechen, dann kann das nicht eine Sache einer Verwaltung sein, sondern sie muss vom Kindergarten \u00fcber die Schulen bis hinein in die Unternehmen gelebt werden.<\/p>\n<p><strong>Was hat das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n in Sachen Landwirtschaft voranbringen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers: <\/strong>Sehr wichtig war das Projekt der Kreisbauernverb\u00e4nde einer m\u00f6glichst ganzj\u00e4hrigen und gro\u00dffl\u00e4chigen Beweidung, das von der Bundesstiftung Umwelt finanziert wurde. Damit haben wir den wirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Nachweis erbracht, dass auch in benachteiligten Gebieten ein sehr hochwertiges Fleisch erzeugt werden kann, das sich zu einem angemessenen Preis verkaufen l\u00e4sst. Gemeinsam mit dem Verein Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n bieten wir dar\u00fcber hinaus eine landwirtschaftliche Beratung an, um weitere Nischen f\u00fcr Landwirte zu finden.<\/p>\n<p><strong>Wo sehen Sie das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n im Vergleich mit den anderen 15 deutschen Biosph\u00e4renreservaten?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers:<\/strong> Ich sehe uns dabei im ersten Viertel. Von den 15 deutschen Biosph\u00e4renreservaten habe ich in meiner Amtszeit acht kennengelernt. Und ich habe von allen etwas mitgenommen. Aber eine so gro\u00dfe Vernetzung mit der Bev\u00f6lkerung und den Unternehmen wie bei uns habe ich nirgends feststellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Welcher Themen muss sich das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n in Zukunft annehmen?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers: <\/strong>Da gibt es viele, beispielsweise die Nutzung regenerativer Energien, die Frage der Siedlungsentwicklung in den Gemeinden vor dem Hintergrund des demografischen Wandels oder die \u00c4rzteversorgung auf dem Land. Wir m\u00fcssen die Lebensqualit\u00e4t in der Region erhalten, und das wird nur mit \u00fcbergemeindlichen Netzwerken funktionieren. Was die Mobilit\u00e4t betrifft, so haben wir mit der digitalen Mitfahrzentrale bereits entscheidende Weichen gestellt.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcnschen Sie Ihrem Nachfolger?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Otto Evers:<\/strong> Herrn Raab w\u00fcnsche ich einen sehr engen Schulterschluss mit der Bev\u00f6lkerung, allen ehrenamtlichen Akteuren, den Naturschutzverb\u00e4nden und den Kommunen. Ich habe diese Vernetzung in mein Amt mitbringen k\u00f6nnen, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon 25 Jahre Arbeit in einer Naturschutzbeh\u00f6rde und 25 Jahre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrert\u00e4tigkeit im Naturpark Hessische Rh\u00f6n hinter mir hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wasserkuppe. Am vergangenen Montag ist Otto Evers, der die hessische Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n seit dem 1. 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