{"id":82033,"date":"2011-02-02T08:11:04","date_gmt":"2011-02-02T08:11:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=82033"},"modified":"2011-02-02T08:11:04","modified_gmt":"2011-02-02T08:11:04","slug":"schule-und-rhoen-akademie-schwarzerden-bildet-physio-und-ergotherapeuten-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=82033","title":{"rendered":"Schule und Rh\u00f6n-Akademie Schwarzerden bildet Physio- und Ergotherapeuten aus"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110201_Schwarzerden.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-82034\" title=\"110201_Schwarzerden\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110201_Schwarzerden-265x176.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110201_Schwarzerden-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/110201_Schwarzerden.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Gersfeld-Bodenhof.<\/strong> Ausgerechnet in der als \u201ehinterw\u00e4ldlerisch\u201c geltenden Rh\u00f6n etablierte sich in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Keimzelle der Reformp\u00e4dagogik, die bis heute Bestand hat und zu einer Bildungsst\u00e4tte mit \u00fcberregionaler Bedeutung geworden ist. Das Logo der Rh\u00f6n-Akademie und Schule Schwarzerden zeigt eine Spirale als Sinnbild ihrer Geschichte und Geisteshaltung: \u201eImmer in Bewegung\u201c oder \u201eKontinuit\u00e4t im Wandel\u201c soll sie symbolisieren. Aus der einstigen Gymnastikschule &#8211; entstanden 1927\u00c2\u00a0 im Zuge eines Siedlungsprojektes von drei Frauen aus der Jugendbewegung &#8211; hat sich nicht zuletzt auch aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus eine moderne Ausbildungseinrichtung f\u00fcr Ergotherapeuten und Physiotherapeuten sowie eine Seminar- und Tagungsst\u00e4tte entwickelt.<!--more--><\/p>\n<p>Die Kontinuit\u00e4t besteht darin, dass nach wie vor der ganzheitliche Charakter mit den Schwerpunkten Bewegung und Gesundheit ein Hauptanliegen ist. Junge Menschen k\u00f6nnen hier seit 1985 die Berufe Ergotherapeut (Besch\u00e4ftigungs- und Arbeitstherapeut) und seit 1996 Physiotherapeut (fr\u00fcher Krankengymnast) erlernen; Ergotherapeuten repr\u00e4sentieren einen ganzheitlichen Therapieansatz, w\u00e4hrend Physiotherapeuten die Tradition \u201eHeilen durch Bewegung\u201c fortsetzen. Dank Kooperation mit der Hamburger Fern-Hochschule ist neuerdings parallel zur Berufsausbildung sogar ein Bachelor-Abschluss m\u00f6glich. Seit 2010 ist Schwarzerden Deutschlands erste staatlich anerkannte Weiterbildungseinrichtung f\u00fcr Osteopathie. Die Rh\u00f6n-Akademie bietet j\u00e4hrlich \u00fcber 100 Veranstaltungen f\u00fcr Fachkr\u00e4fte des Gesundheitswesens und Seminaren f\u00fcr die pers\u00f6nliche Lebensf\u00fchrung an. Auch Vorbereitungskurse f\u00fcr Heilpraktiker und psychologische Berater, wahlweise im Pr\u00e4senzunterricht oder Fernstudium, geh\u00f6ren dazu.<\/p>\n<p><strong>Gemeinschaft wichtig<\/strong><\/p>\n<p>Nach wie vor spielt das Gemeinschaftserleben eine wichtige Rolle im Schulalltag. Wenn sich je rund 60 bis 70 Interessierte f\u00fcr die 24 beziehungsweise 26 Ausbildungspl\u00e4tze in den Ergotherapie- und Physiotherapieklassen bewerben, wird seitens der Schule nicht nur auf Zeugnisnoten geschaut, sondern anhand von praktischen Tests genauso auf die soziale Kompetenz der Bewerber. \u201eEin Einser-Sch\u00fcler wird nicht zwangsl\u00e4ufig ein sehr guter Therapeut; umgekehrt kann jemand mit mittleren Schulnoten sehr wohl herausragende therapeutische Arbeit leisten\u201c, erkl\u00e4rt Peter Becker, der seit 1995 p\u00e4dagogischer Leiter der Schule ist. Ihm zur Seite steht Ursula Gottwald, die 1997 die Gesch\u00e4ftf\u00fchrung \u00fcbernommen hat.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrden nur Bewerber aufgenommen, von deren Eignung man \u00fcberzeugt sei, erkl\u00e4rt Becker. Notfalls blieben eher Pl\u00e4tze unbesetzt und die Klassen kleiner. Wer die Aufnahme geschafft hat, soll \u201ein individueller Beratung und Begleitung im partnerschaftlichen Miteinander\u201c gef\u00f6rdert werden, so eine Formulierung aus dem Schulprogramm. Gest\u00e4rkt wird das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl durch die M\u00f6glichkeit f\u00fcr 20 ausw\u00e4rtige Sch\u00fcler, auf dem Schulgel\u00e4nde zu wohnen. Ein Netzwerk bietet der seit 1927 bestehende \u201eBund der Ehemaligen\u201c, der eine Br\u00fccke ins Arbeitsleben bauen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Auch Traditionen, die teils noch aus den Anf\u00e4ngen der Gymnastikschule stammen, werden gepflegt, beispielsweise die allj\u00e4hrliche \u201eTaufe\u201c der neuen Klassen. Da die Ausbildung drei Jahre dauert, gibt es auf der Schule insgesamt je drei Ergotherapie- und Physiotherapieklassen. Die mittleren Sch\u00fcler vergeben an die neuen Klassen Namen, nachdem diese Pr\u00fcfungen wie beispielsweise eine Naturrallye absolviert haben. Bestandteil der Taufzeremonie ist der \u201eSchwarzerdener\u201c, ein 1940 erstmals in der Gymnastikschule aufgef\u00fchrter Volkstanz, der auch auf den Abschlussfeiern getanzt wird; dagegen steht abends bei der Fete Discomusik auf dem Plan. Hie\u00dfen die Klassen fr\u00fcher \u201ePinguine\u201c, \u201eSchwalben\u201c oder \u201eWawuschels\u201c, so geht der Trend heute zu Bezeichnungen aus exotischen Sprachen. Die diesj\u00e4hrigen Absolventen hei\u00dfen \u201eSiyanda\u201c (\u201eWir wachsen\u201c) und \u201eColindor (\u201eDie \u00dcberbringer\u201c) und haben ihre Nachfolgeklassen auf \u201eAyana\u201c (\u201eDie Blumen\u201c) und \u201eLunastaja\u201c (\u201eDie Erl\u00f6ser\u201c) getauft.<\/p>\n<p>Nicht nur Tradition und Fortschritt versteht die Schule zu verkn\u00fcpfen, sondern auch den \u00dcbergang von der Schule ins Berufsleben. Davon zeugen die auf der Homepage ver\u00f6ffentlichten Zahlen aller Absolventen: Von zehn 2009 frischgebackenen Ergotherapeutinnen waren ein halbes Jahr sp\u00e4ter alle in diesem Beruf besch\u00e4ftigt; gleiches gilt f\u00fcr die 13 Physiotherapie-Absolventen. Die gute Besch\u00e4ftigungsquote nach der Ausbildung f\u00fchrt Peter Becker neben dem bestehenden Netzwerk darauf zur\u00fcck, dass an der Schule eine regelm\u00e4\u00dfige Zusammenarbeit mit Partnern aus der Praxis (beispielsweise dem Klinikum Fulda) stattfindet. Der Arbeit am Patienten werde gro\u00dfe Bedeutung beigemessen.<\/p>\n<p>War Schwarzerden einst nur von M\u00e4dchen und Frauen besucht, so ist seit der Neuausrichtung zur Schule f\u00fcr Ergotherapie und Physiotherapie knapp ein Viertel der Sch\u00fcler inzwischen m\u00e4nnlich; vor allem das Angebot der verk\u00fcrzten Physiotherapie-Ausbildung f\u00fcr Masseure und medizinische Bademeister (f\u00fcr die der Unterricht an Wochenenden stattfindet) wird vorwiegend von M\u00e4nnern mittleren Alters aus dem s\u00fcddeutschen Raum genutzt. Deutschlandweit stellt dieses Weiterbildungsangebot eine Besonderheit dar.<\/p>\n<p><strong>Zuschuss f\u00fcr Sanierung<\/strong><\/p>\n<p>Als \u201ePartner\u201c bezeichnet Peter Becker \u2013 \u00fcbrigens der erste m\u00e4nnliche Leiter in der 84-j\u00e4hrigen Schulgeschichte \u2013 auch den Landkreis Fulda. Alle bisherigen Landr\u00e4te h\u00e4tten der staatlich anerkannten Privatschule wohlwollend gegen\u00fcbergestanden. \u201eOhne Unterst\u00fctzung des Landkreises w\u00e4re vieles nicht m\u00f6glich gewesen\u201c, \u00e4u\u00dfert sich der Vorsitzende des Tr\u00e4gervereins, der ehemalige Fuldaer Schulamtsdirektor Peter Vater, dankbar. J\u00fcngst hat der Kreisausschuss beschlossen, f\u00fcr die\u00c2\u00a0 mit 585.000 Euro Kosten veranschlagte energetische Sanierung des Hauptgeb\u00e4udes und der Turnhalle einen Zuschuss in H\u00f6he von 200 000 Euro zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Peter Becker<em> <\/em>macht die reine Landesf\u00f6rderung unter zwei Prozent des Schwarzerdener Gesamtbudgets aus, da Privatschulen f\u00fcr Berufe des Gesundheitswesens in Hessen als nicht f\u00f6rderf\u00e4hig angesehen werden. Deshalb muss sich die Einrichtung \u2013 anders als vergleichbare Privatschulen in manchen anderen Bundesl\u00e4ndern \u2013 \u00fcber Schul- und Lehrgangsgeb\u00fchren finanzieren. Die Konkurrenz sieht der Schulleiter allerdings nicht nur als Nachteil. Denn sie zwinge dazu, kreativ zu sein.<\/p>\n<p>\u201eWenngleich wir Privatschule sind, so haben wir doch einen gemeinn\u00fctzigen Schultr\u00e4ger: Den Verein zur F\u00f6rderung sozialp\u00e4dagogischer und sozialtherapeutischer Arbeit\u201c, erl\u00e4utert Peter Becker, der auch schon an anderen privaten Schulen im Gesundheitsbereich gearbeitet hat. Alle Einnahmen w\u00fcrden in die Schule reinvestiert. \u201eDas ist charmant und f\u00fchrt zu einer hohen Arbeitszufriedenheit.\u201c Und vielleicht l\u00e4sst sich das Logo der Spirale in diesem Sinne auch von au\u00dfen nach innen verstehen: mit innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit als Kern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Gersfeld-Bodenhof. Ausgerechnet in der als \u201ehinterw\u00e4ldlerisch\u201c geltenden Rh\u00f6n etablierte sich in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eine Keimzelle der Reformp\u00e4dagogik, die bis heute Bestand hat und zu einer Bildungsst\u00e4tte mit \u00fcberregionaler Bedeutung geworden ist. 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