{"id":8173,"date":"2008-03-10T02:00:29","date_gmt":"2008-03-10T01:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=8173"},"modified":"2008-03-10T01:56:39","modified_gmt":"2008-03-10T00:56:39","slug":"darmtag-am-15-maerz-im-herz-jesu-krankenhaus-chefarzt-prof-dr-joachim-glaser-im-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=8173","title":{"rendered":"\u201eDarmtag\u201c am 15. M\u00e4rz im Herz-Jesu-Krankenhaus &#8211; Chefarzt Prof. Dr. Joachim Glaser im Interview"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/080307_glaser4.jpg\" rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" title=\"080307_glaser4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/080307_glaser4.thumbnail.jpg\" alt=\"080307_glaser4.jpg\" align=\"left\" hspace=\"5\" \/><\/a>Fulda.<\/strong>  Chronische Darmkrankheiten treten in zivilisierten Industrienationen deutlich h\u00e4ufiger auf als in Entwicklungsl\u00e4ndern. Das so genannte Reizdarmsyndrom gilt als die h\u00e4ufigste Ursache von Bauchbeschwerden. Und auch  die Zahl der Darmkrebspatienten steigt. \u201eDarmkrebs\u201c, \u201eDivertikelkrankheit des Darmes\u201c, \u201eReizdarmsyndrom\u201c sowie &#8220;Morbus Crohn und Colitis ulcerosa&#8221; sind Themen des \u201eDarmtages\u201c, der am Samstag, dem 15. M\u00e4rz 2008, im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda stattfindet. \u00c4rzte des Krankenhauses informieren in Vortr\u00e4gen \u00fcber die verschiedenen Darmkrankheiten. Die Veranstaltung beginnt um 9.00 Uhr in der Cafeteria und endet voraussichtlich gegen 12.30 Uhr. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Im Interview beantwortet Prof. Dr. Joachim Glaser, \u00c4rztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Allgemeine Innere Medizin  und Gastroenterologie am HJK, die meistgestellten Fragen zum Thema  \u201eDarmkrebs\u201c bzw. \u201eDarmerkrankungen\u201c und informiert \u00fcber den geplanten Ablauf des Darmtages.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was kann man gegen Darmkrebs tun?<br \/>\n<\/strong>Prof. Dr. Glaser: \u201eDarmkrebs kann durch Vorsorge sehr wirksam bek\u00e4mpft werden. Wenn der Krebs im Fr\u00fchstadium entdeckt wird, liegen die Heilungschancen zwischen 90 bis 100 Prozent. Deshalb ist es wichtig, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und ab 55 Jahren die empfohlene Darmspiegelung (Koloskopie) durchf\u00fchren zu lassen.  Darmkrebs entsteht n\u00e4mlich in der Regel aus gutartigen Vorstufen, so genannten Polypen, die bei der Darmspiegelung schon vor ihrer Entartung entdeckt und bei der Untersuchung gleich entfernt werden k\u00f6nnen. Die Vorsorgekoloskopie reduziert deshalb das Risiko, an Darmkrebs zu sterben um ca. 90 Prozent. \u201c<\/p>\n<p><strong>Ist Darmkrebs eine Erkrankung alter Leute?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Glaser: \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Teil aller neuen Darmkrebsf\u00e4lle wird bei Menschen im Alter von \u00fcber 55 Jahren diagnostiziert. Im Durchschnitt tritt Darmkrebs bei M\u00e4nnern mit 69 und bei Frauen erst mit 75 auf.  Mitunter, insbesondere bei erblichen Formen von Darmkrebs, wird die Erkrankung auch schon in j\u00fcngerem Lebensalter beobachtet.\u201c<\/p>\n<p><strong>Worauf sollten Menschen achten, die famili\u00e4r vorbelastet sind?<br \/>\n<\/strong>Prof Dr. Glaser: \u201ePersonen in deren Familie Darmkrebs oder Darmpolypen  aufgetreten sind, sollten dar\u00fcber mit ihrem Hausarzt sprechen und  bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen  fr\u00fcher eine Vorsorgekoloskopie durchf\u00fchren lassen. Die Kosten daf\u00fcr  werden  dann  von der Krankenkasse \u00fcbernommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kann der Stuhlbluttest die Darmspiegelung ersetzen?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Glaser: \u201eNein. Ein j\u00e4hrlicher Stuhlbluttest ist zwar  besser als keine Vorsorge, allerdings kann der Darmkrebs trotzdem unentdeckt bleiben, weil Darmpolypen  und sogar b\u00f6sartige Tumore nicht kontinuierlich bluten.  Auf jeden Fall  muss  ein  positiver  Stuhlbluttest durch eine Darmspiegelung abgekl\u00e4rt werden, um sicher zu sein, dass keine Polypen oder andere Erkrankungen vorliegen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Darmkrebs bzw. Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Reizdarmsyndrom gelten als Zivilisationskrankheiten. Welche Lebensgewohnheiten machen Sie daf\u00fcr verantwortlich?<\/strong><br \/>\nProf. Glaser: \u201eSicher ist, dass die genannten Krankheiten in den zivilisierten Industrienationen h\u00e4ufiger vorkommen als in Entwicklungsl\u00e4ndern. Zum Teil sind sie sogar erst im 20. Jahrhundert neu aufgetreten. Ein hoher Hygienestandard, kalorienreiche, ballaststoffarme Ern\u00e4hrung, mangelnde Bewegung und Stress werden je nach Krankheitstyp als m\u00f6gliche Voraussetzungen diskutiert.\u201c<\/p>\n<p><strong>Was kann man selbst zur Vorbeugung tun?<\/strong><br \/>\nProf. Dr. Glaser: \u201eFachleute gehen inzwischen davon aus, dass sich beispielsweise das Darmkrebsrisiko  schon verringern lie\u00dfe, wenn jeder auf eine gesunde Lebensf\u00fchrung achten w\u00fcrde. Also  insbesondere auf \u00fcberm\u00e4\u00dfiges und fettes Essen sowie Nikotin und Alkohol m\u00f6glichst verzichten. Stattdessen regelm\u00e4\u00dfig Obst und Gem\u00fcse essen, auf ausreichend Bewegung achten, \u00dcbergewicht und Stress vermeiden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wie werden Sie den Darmtag am 15. M\u00e4rz gestalten?<\/strong><br \/>\nProf Dr. Glaser: \u201eWir haben vier Vortr\u00e4ge  zu verschiedenen Darmkrankheiten geplant.  Krankheiten, die unter den Bedingungen einer modernen Zivilisationsgesellschaft heute viel h\u00e4ufiger auftreten als fr\u00fcher. Oberarzt Dr. Gleichmann, Abteilung Innere Medizin und Gastroenterologie, wird gegen 9.00 Uhr \u00fcber das Thema \u201eDarmkrebs\u201c referieren. Daran schlie\u00dft sich ein Vortrag von PD Dr. Carolin Tonus, Chef\u00e4rztin der Allgemein- und Viszeralchirurgie, zum Thema \u201eDivertikelkrankheit des Darmes\u201c an.<\/p>\n<p>Nach einer Kaffeepause geht es mit dem \u201eReizdarmsyndrom\u201c weiter. Dar\u00fcber wird Ober\u00e4rztin Dr. Ulrike Neumayer, Abteilung Innere Medizin und Gastroenterologie, referieren. Ich werde einen Vortrag \u00fcber chronisch entz\u00fcndliche Darmerkrankungen &#8211; Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa &#8211; halten. Die Veranstaltung wird voraussichtlich gegen 12.30 Uhr enden. Wir stehen Interessierten aber auch im Anschluss f\u00fcr pers\u00f6nliche Fragen gerne zur Verf\u00fcgung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zum Foto:<\/strong> Prof. Dr. Joachim Glaser, Chefarzt der Abteilung Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Chronische Darmkrankheiten treten in zivilisierten Industrienationen deutlich h\u00e4ufiger auf als in Entwicklungsl\u00e4ndern. Das so genannte Reizdarmsyndrom gilt als die h\u00e4ufigste Ursache von Bauchbeschwerden. Und auch die Zahl der Darmkrebspatienten steigt. \u201eDarmkrebs\u201c, \u201eDivertikelkrankheit des Darmes\u201c, \u201eReizdarmsyndrom\u201c sowie &#8220;Morbus Crohn und Colitis ulcerosa&#8221; sind Themen des \u201eDarmtages\u201c, der am Samstag, dem 15. 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