{"id":79745,"date":"2010-12-26T06:14:51","date_gmt":"2010-12-26T06:14:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=79745"},"modified":"2010-12-25T21:15:02","modified_gmt":"2010-12-25T21:15:02","slug":"gespraechskreis-ueber-trauer-nach-suizid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=79745","title":{"rendered":"Gespr\u00e4chskreis \u00fcber Trauer nach Suizid"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> Das Thema Suizid macht viele Menschen betroffen. Die Gruppe \u201eSonnenblume \u2013 Selbsthilfegruppe f\u00fcr Angeh\u00f6rige nach Suizid\u201c hat bewusst die adventliche Zeit genutzt, um sich mit der religi\u00f6sen Einordnung des Suizid an einem Gespr\u00e4chsabend mit Klinikseelsorgerin Pfarrerin Martina Walter und Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke, beide Fulda, im Gemeindezentrum der Bonhoeffergemeinde zu befassen. Trauer nach Suizid, sei eine besondere Form der Trauer, weil Suizid f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen eine der ersch\u00fctternsten Leiderfahrungen sei, der ein Mensch ausgesetzt sein k\u00f6nne, so Pfarrerin Walter. In der Trauerbegleitung spr\u00e4che man von einem Erdbeben, von einer Erfahrung, die pl\u00f6tzlich und massiv allen seelischen Halt in Frage stelle. Alles was bisher gegolten habe und gesichert schien, sei auf einmal br\u00fcchig geworden. <\/p>\n<p>Zugleich erfahre die oder der Hinterbliebene, dass die Mitmenschen im n\u00e4heren oder auch weiteren Umkreis f\u00fcr die Begegnung mit solchen Trauernden wenig ger\u00fcstet seien. W\u00e4hrend es fr\u00fcher feste Trauerriten gegeben habe, die auch nach Au\u00dfen die Trauer verdeutlicht h\u00e4tten, m\u00fcsse heute jeder seinen eigenen Weg finden. In der Trauerarbeit w\u00fcrde die Sterbe- und Trauerforscherin K\u00fcbler \u2013 Ross oder Johannes Thomas von Phasen bzw. Aspekten der Trauer sprechen. Neben den Fragen nach eigenen Vers\u00e4umnisse oder der eigenen Schuld seien bohrende Fragen \u201eWarum hat er oder sie das uns angetan\u201c und \u201eWarum hat Gott den Suizid zugelassen\u201c.  Auf diese Fragestellungen gebe es keine einfachen runden Antworten. <\/p>\n<p>Gott halte uns nicht wie Marionetten an F\u00e4den, sondern begleite uns im Leben, deshalb ist Professor Gerhard Stanke \u00fcberzeugt, dass Gott einen Menschen, der Suizid begehe, zu sich in das ewige Leben aufnehme. Der Mensch sei im Kampf gegen seine seelische Not unterlegen. \u201eFreitod\u201c sei das falsche Wort, denn ein Suizid sei nicht freiwillig.  In der kirchlichen Bewertung des Suizids, wie sie Augustinus begr\u00fcndet habe, und die ein hilfloser Versuch gewesen sei, Menschen vom Suizid abzuhalten, sei in der modernen Zeit ein Umdenkungsprozess vollzogen worden. So sei es heute selbstverst\u00e4ndlich, dass den durch Suizid Verstorbenen seitens der Kirche die gleiche F\u00fcrsorge entgegen gebracht werde, wie anderen Verstorbenen. Warum Gott den Suizid zulasse, sei ebenso unerkl\u00e4rlich, wie warum es Leid, Krankheit und Tod \u00fcberhaupt gebe. <\/p>\n<p>In der regen Diskussion wurden viele pers\u00f6nliche Erfahrungen, die H\u00e4rte der inneren Auseinadersetzung, Selbstzweifel, Verst\u00e4ndnis und Verst\u00e4ndnislosigkeit geschildert. Ein Teilnehmer bekannte, dass sein Glaube an die Liebe und F\u00fcrsorge Gottes, mitverantwortlich sei, dass er in seiner depressiven Phase keinen Suizid begangen habe. Eine wichtige Grundlage sich mit der Trauerbew\u00e4ltigung nach Suizid befassen zu k\u00f6nnen sei der Glaube, dass es ein Leben nach dem Tod gebe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Das Thema Suizid macht viele Menschen betroffen. 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