{"id":79301,"date":"2010-12-16T07:59:54","date_gmt":"2010-12-16T07:59:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=79301"},"modified":"2010-12-19T08:00:09","modified_gmt":"2010-12-19T08:00:09","slug":"versorgung-von-fruehgeborenen-im-klinikum-fulda-vorerst-gesichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=79301","title":{"rendered":"Versorgung von Fr\u00fchgeborenen im Klinikum Fulda vorerst gesichert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Nach den aktuellen Zahlen wird die Kinderintensivstation des Klinikums Fulda \u201eaus eigener Kraft\u201c die vom sogenannten \u201eGemeinsamen Bundesausschuss\u201c (GBA) in Berlin festgesetzte Mindestmenge der Behandlung von mindestens 30 fr\u00fchgeborenen Babys unter 1.250 g Geburtsgewicht im Jahr 2010 erf\u00fcllen. Dadurch ist der Bestand dieser f\u00fcr die Region Osthessen unverzichtbaren Einrichtung, die die Fr\u00fchgeborenenversorgung auf h\u00f6chstem Niveau sicherstellt, auch 2011 gesichert. Gestern hat Herr Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner zugesagt, bei vor\u00fcbergehender Unterschreitung dieser Mindestzahl den Bestand der Fuldaer Kinderintensivstation durch eine Ausnahmegenehmi\u00c2\u00adgung sicherzustellen. Dies ist nur m\u00f6glich, da im Klinikum Fulda die Qualit\u00e4t der Behandlung in diesem Bereich sich deutlich \u00fcber dem Landes- und dem Bundesdurchschnitt bewegt.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eWir danken allen Personen und Institutionen, die auf Regional-, Landes- und Bundesebene sich aktiv und erfolgreich f\u00fcr den Bestand unserer Kinderintensivstation eingesetzt haben\u201c, erl\u00e4uterte Harald Jeguschke, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Fulda. Auch Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller zeigte sich erleichtert \u00fcber das Ergebnis: &#8220;Ich bin hocherfreut und gl\u00fccklich, dass die Bem\u00fchungen Vieler Erfolg getragen haben. Der hohe Leistungsstand unserer Kinderklinik &#8211; bezogen auf die Neonatologie &#8211; kann f\u00fcr viele Betroffene wirksam werden. Die \u00dcberzeugungsarbeit der Klinikverantwortlichen zur Qualit\u00e4t unserer Kinderklinik hat sich ausgezahlt.&#8221;<\/p>\n<p>Jetzt m\u00fcssen alle Anstrengungen unternommen werden um in Zukunft zu verhindern, dass der praktisch keiner parlamentarischen Kontrolle unterliegende Gemeinsame Bundesausschuss als oberstes Beschlussgremium der sogenannten \u201egemeinsamen Selbstverwaltung\u201c im Gesundheitswesen k\u00fcnftig nicht mehr Regelungen f\u00fcr unser international hervorragendes Gesundheitswesen in Deutschland festlegt, die die erfolgreiche und nachweislich auch notwendige Behandlung der Patienten behindert oder sogar verhindert. Gerade am GBA-Beschluss zur Versorgung von fr\u00fchgeborenen Babys wird \u00fcberdeutlich, dass die ausschlie\u00dfliche Fixierung auf Mindestmengen weder medizinisch, noch wissenschaftlich, noch gesellschaftlich haltbar ist. Gerade in diesem Fall m\u00fcssen auch andere Indikatoren, wie z. B. Qualit\u00e4tsbewertungen, in eine solche Regelung mit einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Fuldaer Kinderintensivstation erbringt ihre Leistungen nachweislich in der Qualit\u00e4t deutlich \u00fcber dem Landes- und dem Bundesdurchschnitt. Damit kann sie sich jederzeit mit den besten Kinderintensivstationen in Deutschland messen. Der Anteil der Fr\u00fchgeborenen, die in Fulda w\u00e4hrend der Jahre 2005 \u2013 2009 \u00fcberlebt haben, lag bei allen Gewichtsgruppen h\u00f6her als im hessischen Landesdurchschnitt. Betrachtet man nur die Fr\u00fchgeborenen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1250g, so lag deren Mortalit\u00e4t (Sterblichkeit) in Fulda bei 9%, im hessischen Landesdurchschnitt bei 18%. Trotz eines relativ h\u00f6heren Anteils leichterer und unreiferer Kinder in Fulda und der h\u00f6heren \u00dcberlebensraten waren typische Fr\u00fchgeborenenkomplikationen, wie Hirnblutungen oder Augensch\u00e4den bei den \u00fcberlebenden Fr\u00fchgeborenen seltener, als im hessischen Landesdurchschnitt.<\/p>\n<p>Die Erfolgszahlen zeigen, dass eine ausschlie\u00dfliche Betrachtung von Mindestmengen nicht der richtige Indikator sein darf. Im Vordergrund muss immer auch die Qualit\u00e4t und somit das Wohl der Patienten stehen. \u201eBei Verlust der \u201eLevel 1\u201c-Versorgung w\u00fcrde ein Perinatalzentrum wegfallen, das hinsichtlich \u00dcberlebenschancen, Komplikationsvermeidung und Entwicklungsverlauf bei extrem unreifen Fr\u00fchgeborenen eine besonders gute Ergebnisqualit\u00e4t aufweisen kann\u201c, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Reinald Repp, Direktor der Klinik f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin.<\/p>\n<p>Von den derzeit 11 in Hessen als \u201eLevel 1\u201c ausgewiesenen Perinatalzentren liegen nur 5 \u00fcber der vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegten Mindestmenge von 30 Fr\u00fchgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1250g. Zu Fulda n\u00e4chstgelegen w\u00e4ren die Kliniken in Frankfurt (Uniklinik, B\u00fcrgerhospital), Gie\u00dfen und Kassel sowie W\u00fcrzburg jenseits der Landesgrenze. \u201eKeine dieser Kliniken w\u00e4re mit einer Fahrzeit von weniger als einer Stunde zu erreichen, was fatale Folgen h\u00e4tte\u201c, so Prof. Repp weiter. Es m\u00fcssen jetzt alle politischen und im Gesundheitssystem verantwortlich t\u00e4tigen Kr\u00e4fte konzentriert werden, um m\u00f6glichst schnell auf der Bundesebene dem Gemeinsamen Bundesausschuss entsprechende Strukturvorgaben zu seiner Arbeit zu machen und eine parlamentarische Kontrolle seiner T\u00e4tigkeit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u201eWir laden hiermit ausdr\u00fccklich Herrn Bundesgesundheitsminister R\u00f6sler zu uns nach Fulda ein um ihm die M\u00f6glichkeit zu geben, sich vor Ort von unserer au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Arbeit im Bereich der Fr\u00fchgeborenenversorgung zu \u00fcberzeugen und damit weitere Argumente zu bekommen, um aus dem zust\u00e4ndigen Bundesgesundheitsministerium heraus die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Gemeinsamen Bundesausschuss sachgerecht weiterzuentwickeln\u201c, so Jeguschke.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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