{"id":78534,"date":"2010-12-10T00:04:10","date_gmt":"2010-12-10T00:04:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=78534"},"modified":"2010-12-10T09:05:16","modified_gmt":"2010-12-10T09:05:16","slug":"land-uebernimmt-nach-auslaufen-der-bundesfoerderung-schulkosten-fuer-umschueler-in-alten-und-krankenpflege-auch-im-dritten-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=78534","title":{"rendered":"Land \u00fcbernimmt nach Auslaufen der Bundesf\u00f6rderung Schulkosten f\u00fcr Umsch\u00fcler in Alten- und Krankenpflege auch im dritten Jahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wiesbaden.<\/strong> \u201eAuch in Hessen stehen wir im Bereich der Pflege in den kommenden Jahren vor gro\u00dfen Herausforderungen\u201c, erkl\u00e4rte der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner in Wiesbaden. Die Zahl der Pflegebed\u00fcrftigen in Hessen sei innerhalb von zwei Jahren um rund 11.000 Personen und damit um 6,2 Prozent gestiegen. \u201eWurden 2007 noch 175.836 Pflegebed\u00fcrftige gez\u00e4hlt, so hat sich die Zahl laut der aktuellen Pflegestatistik auf 186.893 zum Stichtag 15. Dezember 2009 erh\u00f6ht.\u201c Die Landesregierung habe diese Problematik insbesondere durch die bundesweit einzigartige Dokumentation des Hessischen Pflegemonitors schon lange erkannt und arbeite an einem Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel, das verschiedene Ebenen ber\u00fccksichtige. \u201eUm hier etwas zu erreichen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen aller Akteure sowohl auf kommunaler, auf Landes- als auch auf Bundesebene\u201c, betonte Gr\u00fcttner.<!--more--><\/p>\n<p>Im Bereich der Ausbildung habe sich das Land beim Bund stark gemacht. \u201eDie Mehrbedarfe an Fachkr\u00e4ften in der Alten- und Krankenpflege werden wir \u00fcber die Erstausbildung nicht decken k\u00f6nnen. Die Pflege wird verst\u00e4rkt auf Umsch\u00fcler angewiesen sein\u201c, so Gr\u00fcttner. Durch die F\u00f6rderung der Bundesregierung im Rahmen des im Konjunkturpaket II erlassenen \u201eGesetzes zur Sicherung von Besch\u00e4ftigung und Stabilit\u00e4t\u201c habe man in Hessen die Zahl der Umsch\u00fcler stark erh\u00f6hen k\u00f6nnen, von 326 im Jahr 2009 auf 616 im Jahr 2010. 90 Prozent der Umsch\u00fcler gehen nach Abschluss der Ausbildung auch in den jeweiligen Pflegeberuf. Die Bundesf\u00f6rderung \u00fcber Bildungsgutscheine l\u00e4uft am 31. Dezember jedoch aus.<\/p>\n<p>\u201eWir haben uns auf Bundesebene daf\u00fcr eingesetzt, die F\u00f6rderf\u00e4higkeit von Bildungsgutscheinen in der Altenpflege im dritten Umschulungsjahr weiter zu erhalten. Trotz einstimmigen Votums der L\u00e4nder ist die Bundesregierung diesem Wunsch bislang nicht nachgekommen. Damit jedoch die rechtlichen Voraussetzungen bestehen, dass Bildungsgutscheine ausgegeben werden d\u00fcrfen, stellt das Land Hessen f\u00fcr alle ab dem 1. Januar 2011 beginnenden Umsch\u00fcler die Finanzierung des dritten Ausbildungsjahr sicher, indem das Schulgeld f\u00fcr diese Sch\u00fcler \u00fcbernommen wird\u201c, erkl\u00e4rte der Sozialminister. So garantiere das Land auch weiterhin die Finanzierung der Schulkosten f\u00fcr diese Auszubildenden. Gr\u00fcttner: \u201eWir dr\u00e4ngen aber weiter auf ein positives Signal des Bundes.\u201c<\/p>\n<p>Die Anzahl landesfinanzierter Schulpl\u00e4tze ist in den letzten Jahren kontinuierlich auf aktuell 3.498 Auszubildende und 817 Umsch\u00fcler erh\u00f6ht worden. Das Land f\u00f6rdert zudem Modellprojekte im Rahmen seiner arbeitsmarktpolitischen Programme, um auch Langzeitarbeitslosen und insbesondere Migrantinnen und Migranten jeden Alters Optionen im Besch\u00e4ftigungsbereich der Pflege \u00fcber eine Ausbildung in der Altenpflege zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>An die Bundesregierung gerichtet regte Sozialminister Gr\u00fcttner an, die auf der Grundlage der sozialen Pflegeversicherung geforderte Dokumentation, welche die Pflegekr\u00e4fte in allen Pflegebereichen von ambulant bis vollstation\u00e4r verfassen m\u00fcssen, auf das Wesentliche zu reduzieren. \u201eDamit h\u00e4tten die Pflegekr\u00e4fte mehr Zeit f\u00fcr ihre eigentliche Aufgabe. Dokumentation in wesentlichen Bereichen, die die Gesundheit der einzelnen pflegebed\u00fcrftigen Person betreffen, ist sinnvoll. Alles andere, was dar\u00fcber hinausgeht und Selbstverst\u00e4ndlichkeiten wie Nahrungs- oder Trinkzufuhr niederlegt, ist zu viel. Dieses \u00dcberma\u00df an B\u00fcrokratie sollte reduziert werden.\u201c Allein \u00fcber die Nachfolgegesetze des Heimgesetzes sei dies nicht zu leisten, da der Medizinische Dienst der Krankenkassen die Leistungserbringung von Pflege auf Grundlage des Bundesgesetzes pr\u00fcfe.<\/p>\n<p>Dem Fachkraftbedarf k\u00f6nne jedoch nur mit einem Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel begegnet werden, das auf allen Ebenen und durch alle Akteure umzusetzen ist. \u201eDazu geh\u00f6rt unter anderem, \u00e4ltere Pflegekr\u00e4fte l\u00e4nger im Beruf zu halten sowie Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Attraktivit\u00e4t der Ausbildung und des Berufsbildes und die Anerkennung ausl\u00e4ndischer Berufsabschl\u00fcsse. Dazu geh\u00f6rt aber auch, dass mittelfristig die Kosten f\u00fcr die Ausbildung, also Ausbildungsverg\u00fctung und Schulgeld, durch die gesamte Beitragsgemeinschaft der Pflegeversicherung mitfinanziert werden. So w\u00fcrden alle Beitragszahler die Kostenbelastung zusammen schultern\u201c, sagte Gr\u00fcttner abschlie\u00dfend. Er werde sich daf\u00fcr einsetzen, dass die Pflege ein zentrales Thema der Gesundheitsministerkonferenz werde, deren Vorsitz Hessen 2011 inne hat, k\u00fcndigte der Minister an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wiesbaden. \u201eAuch in Hessen stehen wir im Bereich der Pflege in den kommenden Jahren vor gro\u00dfen Herausforderungen\u201c, erkl\u00e4rte der Hessische Sozialminister Stefan Gr\u00fcttner in Wiesbaden. 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