{"id":78529,"date":"2010-12-10T00:32:25","date_gmt":"2010-12-10T00:32:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=78529"},"modified":"2010-12-10T09:05:35","modified_gmt":"2010-12-10T09:05:35","slug":"training-anleitung-und-foerderung-fuer-familien-die-taff-frauengruppe-in-der-fuldaer-moschee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=78529","title":{"rendered":"Training, Anleitung und F\u00f6rderung f\u00fcr Familien &#8211; Die TAFF Frauengruppe in der Fuldaer Moschee"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101209_Frauengruppe.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-78530\" title=\"101209_Frauengruppe\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101209_Frauengruppe-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101209_Frauengruppe-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101209_Frauengruppe.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>TAFF ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr Training, Anleitung und F\u00f6rderung von und f\u00fcr Familien und sie bedeutet konkrete Hilfe f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung schwieriger Alltagssituationen in der Familie. Das durch das Programm \u201eSt\u00e4rken vor Ort\u201c des Bundesfamilienministeriums finanzierte und durch der Arbeiterwohlfahrt in Fulda durchgef\u00fchrte Angebot beinhaltet 10 Trainingseinheiten \u00c3\u00a0 2,5 Stunden in der Woche und richtet sich ausschlie\u00dflich an M\u00fctter. Sie besprechen innerhalb der 10 Kurstage verschiedene Themen, die von Ern\u00e4hrung \u00fcber Fernsehkonsum \u00fcber Regeln und Grenzen bis hin zum Umgang mit Aggression und Wut reichen. Ein roter Faden ist bei allen Treffen erkennbar: Es wird von der Grundannahme ausgegangen, dass die Eltern ihre Kinder lieben und Spezialisten f\u00fcr ihre Entwicklung sind. Sie lernen gemeinsam und auf gleicher Augenh\u00f6he mit ihren Trainerinnen.<!--more--><\/p>\n<p>Anhand von Beispielsituationen, die z.B. in Bildern dargestellt und in kleinen Rollenspielen nachvollzogen werden, machen sich die Frauen in einem ersten Schritt bewusst, wie sie in Konfliktsituationen reagieren und welche ihrer Verhaltensmuster immer wieder dazu f\u00fchren, dass Probleme in der Familie auftreten, Grenzen \u00fcberschritten oder Regeln nicht eingehalten werden. Nachdem sie das erkannt haben, werden mit den Frauen in einem zweiten Schritt positive Alternativen herausgearbeitet und einge\u00fcbt. Am Ende k\u00f6nnen sie ein Zertifikat \u00fcber ihre erfolgreiche Teilnahme und eine Arbeitsmappe mit vielen praktischen Tipps mit nach Hause nehmen.<\/p>\n<p>Wichtiger noch als die neuen Erkenntnisse ist den Frauen aber meist die Erfahrung, dass es anderen Frauen \u00e4hnlich geht und dass ihre Probleme vergleichbar sind. So verlieren sie das Gef\u00fchl, allein mit ihren Schwierigkeiten und ihnen damit ohnm\u00e4chtig ausgeliefert zu sein. Sie beginnen sich gegenseitig zu helfen und zu unterst\u00fctzen. Im gleichen Ma\u00dfe gewinnen sie an Selbstbewusstsein, was sich schlie\u00dflich positiv auf ihre Lebenssituation und ihre Familien auswirkt. Das best\u00e4tigen auch die Teilnehmerinnen am aktuellen TAFF-Kurs in der Fuldaer Moschee. Nachdem der Kurs seit seinem Start Anfang 2010 bereits zweimal erfolgreich im B\u00fcrgerzentrum Aschenberg angeboten wurde, folgten zwei weitere Kurse, die sich speziell an t\u00fcrkische Migrantinnen wenden, und daher auch genau dort angeboten werden, wo die Frauen anzutreffen sind, wo sie sich auskennen und sich wohl f\u00fchlen: im Kindergarten \u201eDie Hobbits\u201c und nun aktuell in der Fuldaer Moschee.<\/p>\n<p>Im 3. Stock des Gebetshauses, der Frauen vorbehalten ist, treffen sich die acht Teilnehmerinnen seit nunmehr zwei Monaten w\u00f6chentlich mit ihren Kursleiterinnen, Olga Lichtermann und Tatjana Hirsch. Als Co-Trainerinnen sind Sevim Dahan und Meral Nurdogan ausgebildet worden. Die beiden T\u00fcrkinnen haben au\u00dferdem im B\u00fcrgerzentrum Aschenberg eine Fortbildung zu Stadtteilm\u00fcttern durchlaufen und sind seitdem aktiv in der Innenstadt und dem Wohnviertel am Gallasiniring. Doch nicht nur ihre Br\u00fcckenfunktion als bekannte Ansprechpartnerinnen der Frauen ist von Vorteil, sie m\u00fcssen oft genug w\u00e4hrend des Kurses praktische Hilfe leisten, indem sie \u00fcbersetzen. Denn etliche der Frauen, die zur Teilname an dem TAFF-Projekt gewonnen werden konnten, sprechen nur gebrochen oder gar kein Deutsch.<\/p>\n<p>Wer nun denkt, dass ihnen das gleichg\u00fcltig w\u00e4re oder sie damit zufrieden w\u00e4ren, der irrt. Alle Frauen des Projektes empfinden die Sprachbarriere als gr\u00f6\u00dftes Hindernis und schwerwiegenden Nachteil der Emigration. Gern w\u00fcrden sie alle gut Deutsch sprechen, doch ist dieses Ziel nicht so leicht zu realisieren angesichts der relativen Zur\u00fcckgezogenheit ihres Lebens und der Tatsache, dass zu Hause\u00c2\u00a0 \u00fcberwiegend t\u00fcrkisch gesprochen und t\u00fcrkisches Fernsehen geschaut wird. Dazu kommt die f\u00fcr sie kaum nachvollziehbare, komplizierte deutsche Grammatik.<\/p>\n<p>So ist der TAFF-Kurs ein willkommener Anlass f\u00fcr die Frauen, nicht nur ihre Erziehungsfragen zu besprechen, sondern gleichzeitig auch ihr Deutsch im vertrauten Kreis zu verbessern. Die praktische Konversation \u00fcber Kinder, Haushalt und Familie f\u00e4llt ihnen weit aus leichter, als das trockene Pauken in konventionellen Sprachkursen. Dazu kommt die Tatsache, dass die beiden Kursleiterinnen selbst keine Deutschen sind, sondern als russische Einwanderer genau wissen, mit welchen Problemen die Migrantinnen in Deutschland k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Gleichzeitig sind sie ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass und wie man Integration schaffen kann.<\/p>\n<p>Ein positiver Effekt des Kurses ist, neben der Verbesserung der Sozialkompetenz, die gestiegene Motivation Deutsch zu lernen. Auch das ist eine Grundstimmung bei allen Teilnehmerinnen. Meral Nurdogan fasst das so zusammen: \u201eF\u00fcr unsere Eltern-Generation wurden die Kinder von alleine gro\u00df. Es war klar, dass sie irgendwann arbeiten gehen. Heute ist das nicht mehr so. Heute wollen die Eltern, dass die Kinder gut in der Schule sind, damit sie einmal Aussichten auf einen besseren Job haben. Also m\u00fcssen sie selber auch Deutsch k\u00f6nnen und die verschiedenen Schwierigkeiten bew\u00e4ltigen.\u201c F\u00fcr die Teilnehmerinnen, aber auch f\u00fcr die AWO Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Edith Becker ist der TAFF Kurs eine effektive Hilfe, dieses Ziel zu erreichen. Sowohl die Teilnehmerinnen, als auch die Organisatoren und Leiter w\u00fcrden es daher begr\u00fc\u00dfen, wenn das TAFF-Elterntraining auch im n\u00e4chsten Jahr fortgef\u00fchrt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eST\u00c4RKEN vor Ort\u201c wird vom Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Europ\u00e4ischen Sozialfonds und der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rdert. Koordinierungsstelle ist das Amt f\u00fcr Jugend und Familie der Stadt Fulda. N\u00e4here Infos zu den TAFF-Kursen gibt es telefonisch bei Adriana Oliveira unter Tel. 0661\/24 29 793\u00c2\u00a0oder\u00c2\u00a00661\/24 28 70 59 im B\u00fcrgerzentrum Aschenberg.<\/p>\n<p><strong>Kontakt:<\/strong><\/p>\n<p>Name: Adriana Oliveira<br \/>\nOrganisation: B\u00fcrgerzentrum Aschenberg<br \/>\nAnschrift: Aschenbergplatz 16-18<br \/>\neMail: adriana.oliveira@awo-fulda.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. TAFF ist die Abk\u00fcrzung f\u00fcr Training, Anleitung und F\u00f6rderung von und f\u00fcr Familien und sie bedeutet konkrete Hilfe f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung schwieriger Alltagssituationen in der Familie. Das durch das Programm \u201eSt\u00e4rken vor Ort\u201c des Bundesfamilienministeriums finanzierte und durch der Arbeiterwohlfahrt in Fulda durchgef\u00fchrte Angebot beinhaltet 10 Trainingseinheiten \u00c3\u00a0 2,5 Stunden in der Woche und &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-78529","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=78529"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78612,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/78529\/revisions\/78612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=78529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=78529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=78529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}