{"id":77953,"date":"2010-12-04T00:20:04","date_gmt":"2010-12-03T23:20:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=77953"},"modified":"2010-12-04T10:20:30","modified_gmt":"2010-12-04T09:20:30","slug":"anders-feiern-gemeinsame-aktion-des-kreises-und-der-gemeinden-gegen-alkoholmissbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=77953","title":{"rendered":"\u201eAnders feiern\u201c \u2013 Gemeinsame Aktion des Kreises und der Gemeinden gegen Alkoholmissbrauch"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101203_AndersFeiern.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-77954\" title=\"101203_AndersFeiern\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101203_AndersFeiern-265x143.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"143\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101203_AndersFeiern-265x143.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/101203_AndersFeiern.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Vogelsbergkreis. <\/strong>Schwere Vergiftungen und Gewaltausschreitungen durch Alkoholmissbrauch von Jugendlichen: der Vogelsbergkreis geh\u00f6rt bei diesem bedr\u00fcckenden Thema zur \u201eSpitzengruppe\u201c in Hessen. Die Zahl der Alkohol-Intoxikationen (Vergiftungen, die im Krankenhaus station\u00e4r behandelt werden m\u00fcssen) liege im Vogelsberg doppelt so hoch als im Landesdurchschnitt, berichtete Dr. Henrik Reygers, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts. \u201eDrei oder vier Promille sind keine Seltenheit mehr.\u201c Flatrate-Parties, Komasaufen und Kampftrinken haben nach Auffassung von Landrat Rudolf Marx und aller B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister im Kreis in einem Ma\u00dfe zugenommen, dass nun \u2013 und zwar gemeinschaftlich und miteinander abgestimmt \u2013 gehandelt wird. <!--more--><\/p>\n<p>Es reiche ganz offensichtlich nicht aus, an die Vernunft und die F\u00fcrsorgepflicht von Veranstaltern zu appellieren und die gesundheitlichen Risiken ein ums andere Mal zu beklagen. Daher enthielten von jetzt an die f\u00fcr die Veranstaltungen erforderlichen \u201eGestattungen\u201c klare Auflagen, wenn die Gefahr bestehe, dass dem Alkoholmissbrauch Vorschub geleistet werde. Wenn sich die Veranstalter nicht an die Auflagen halten, sind\u00c2\u00a0 Ordnungswidrigkeitsverfahren die Folge, unterstreicht der Landrat. Auf Anregung des Landkreises sei ein schl\u00fcssiges Konzept gemeinsam mit allen Kommunen entwickelt worden, das ab sofort \u00fcberall im Kreis umgesetzt werde.<\/p>\n<p>Die Kreis-Ordnungsbeh\u00f6rde und alle 19 Ordnungs\u00e4mter der Kommunen sowie die Polizei ziehen also an einem Strang. Dieses abgestimmte Vorgehen soll zum einem dem Jugendschutz konkret und direkt dienen, zum anderen einen \u201eTrink-Tourismus\u201c unterbinden, weil \u00fcberall im Kreis die gleichen Bedingungen herrschten, zum Beispiel klare Einlasskontrollen f\u00fcr Minderj\u00e4hrige und die Verk\u00fcrzung der Sperrzeit auf drei Uhr. Mit farbigen B\u00e4ndchen, die der Veranstalter ausgeben muss, wird altersm\u00e4\u00dfig eingeteilt, wer auf keinen Fall Alkohol ausgeschenkt bekommen darf. In einigen Kreisen Hessens wird diese Praxis bereits mit Erfolg in der Praxis umgesetzt.<\/p>\n<p>Landrat Rudolf Marx stellte im Kreishaus vor wenigen Tagen gemeinsam mit B\u00fcrgermeister J\u00fcrgen Ackermann, der im Auftrag aller 19 Rathauschefs anwesend war, Vertretern des Kreis-Ordnungsamts und der Polizei einen Flyer mit dem Titel \u201eAnders feiern\u201c vor. Dieser dient dazu, die verantwortlichen Veranstalter und das von ihnen eingesetzte Personal \u00fcber das Konzept zu informieren und Tipps f\u00fcr ein Gelingen der Veranstaltung zu geben. Die Flyer sind ab sofort in allen Gemeindeverwaltungen verf\u00fcgbar. \u201eWir sind in unserer Verantwortung alle in einem Boot\u201c, hob B\u00fcrgermeister Ackermann hervor.<\/p>\n<p><strong>\u201eAb 2.00 Uhr wird es richtig schlimm\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Kriminaloberrat Matthias Wanninger machte den klaren Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der Zunahme an Gewaltbereitschaft deutlich. \u201eAb 2.00 Uhr wird es richtig schlimm\u201c, berichtet er aus der Praxis. Daher sei eine Begrenzung der Sperrzeit ein erster wichtiger Schritt, der nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Gewaltpr\u00e4vention und damit der Verhinderung von Straftaten diene. \u201eErschreckend, bedr\u00fcckend, entsetzlich\u201c \u2013 das waren die Attribute, die der Landrat und die Polizeichefs von Lauterbach und Alsfeld, Erster Polizeihauptkommissar Peter Muth und Erster Polizeihauptkommissar Harald Bartel, f\u00fcr die grassierenden Exzesse bereithielten. Gewiss gelte das Risiko von Vergiftungen und Gewaltt\u00e4tigkeiten nicht gleicherma\u00dfen f\u00fcr alle Veranstaltungen.<\/p>\n<p>Aber die Veranstalter w\u00fcrden k\u00fcnftig auf keinen Fall mehr aus ihrer Verantwortung f\u00fcr die Gesundheit junger Menschen entlassen werden, machte Landrat Marx deutlich. Es gehe nicht um Reglementierung, sondern um das Vermeiden von Leid. Harald Bartel sagte: \u201eDas Programm spricht dem Wollen der Polizei aus der Seele.\u201c Gut sei auch die geforderte st\u00e4rkere Pr\u00e4sens von Ordnungskr\u00e4ften des Veranstalters. Und: \u201eNur wenn alle mitmachen, werden wir Erfolg haben.\u201c Landrat Marx lobte ausdr\u00fccklich das hohe Engagement bei der konzeptionellen Arbeit von des Polizei-Jugendkoordinators, Polizeihauptkommissar Matthias Kr\u00f6nung, und von Wolfgang Weiser als Vertreter der Suchthilfe im Vogelsbergkreis.<\/p>\n<p><strong>\u201eFlatrate-Parties von vornherein verbieten\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Zum Inhalt des Konzeptes machte der Leiter des Amtes f\u00fcr Aufsichts- und Ordnungsangelegenheiten, Leitender Verwaltungsdirektor Siegfried Simon, auf die Genehmigungsfunktion des kommunalen Ordnungsamts aufmerksam: Wenn der Verwaltung bekannt werde, dass eine sogenannte \u201eFlatrate-\u201c, \u201eAll-Inclusive-\u201c oder \u201eBallermann-Party\u201c stattfinden solle, so sei diese von vorneherein abzulehnen. Denn Veranstaltungen, bei denen f\u00fcr einen Festpreis eine unbegrenzte Menge Alkohol konsumiert werden k\u00f6nne oder der Preis so niedrig sei, dass er zu einem unkontrollierten Alkoholkonsum anreize, d\u00fcrften nicht stattfinden.<\/p>\n<p>Bei sonstigen Veranstaltungen, bei denen die Gefahr bestehe, dass dem Alkoholmissbrauch Vorschub geleistet werde, wie dies zum Beispiel bei Jugendfeten, Disko-Parties, Jahrgangsfeiern, Kirmes und Burschenschaftsveranstaltungen f\u00fcr haupts\u00e4chlich Jugendliche der Fall sein k\u00f6nne, werde durch Auflagen in den zur Durchf\u00fchrung erforderlichen Gestattungen reagiert.<\/p>\n<p><strong>Ampel-B\u00e4ndchen, mehr Ordnungskr\u00e4fte, Veranstaltungsende 3.00 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Besonders drei Auflagen seien wesentlich. So werde grunds\u00e4tzlich das Veranstaltungsende auf 3.00 Uhr festgesetzt. Die Vorgabe, \u201eAmpelb\u00e4ndchen\u201c (Rot, Gelb, Gr\u00fcn) oder nach Altersgruppen unterschiedliche Stempel zu verwenden, helfe den Veranstaltern auch in deren Interesse, die Altersbestimmungen nach dem Jugendschutzgesetz einzuhalten. So sei es dem Personal des Veranstalters m\u00f6glich, schnell zu erkennen, bis zu welcher Uhrzeit sich der Besucher aufhalten und welche Art von alkoholischen Getr\u00e4nken er konsumieren d\u00fcrfe. Zum Dritten sei der sichere und ordnungsgem\u00e4\u00dfe Ablauf einer Festveranstaltung auch von der Anzahl und den F\u00e4higkeiten des eingesetzten Ordnungspersonals abh\u00e4ngig. Deshalb sehe eine Auflage vor, dass im Regelfall pro 100 zu erwartende Besucher eine Sicherheitskraft erforderlich sei, wobei mindestens jedoch immer vier Ordner anwesend sein m\u00fcssten.<\/p>\n<p><strong>Wichtig: Fr\u00fchzeitiger Antragstellung<\/strong><\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister J\u00fcrgen Ackermann erl\u00e4uterte, dass die Gestattung beim Ordnungsamt der zust\u00e4ndigen Gemeinde oder Stadt mindestens drei Wochen vor der geplanten Veranstaltung erfolgen solle. In dieser Vorbereitungsphase k\u00f6nne das Ordnungsamt n\u00fctzliche Informationen und Hilfestellungen f\u00fcr einen reibungslosen Veranstaltungsverlauf geben. Jeder Veranstalter erhalte Informations-Flyer mit dem Titel \u201eAnders feiern\u201c, und zum Aushang geeignete Informationstafeln \u00fcber die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes. Auch m\u00fcsse die Verwaltung rechtzeitig wissen, wer ihr verantwortlicher Ansprechpartner sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. Schwere Vergiftungen und Gewaltausschreitungen durch Alkoholmissbrauch von Jugendlichen: der Vogelsbergkreis geh\u00f6rt bei diesem bedr\u00fcckenden Thema zur \u201eSpitzengruppe\u201c in Hessen. 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