{"id":77132,"date":"2010-11-29T00:10:51","date_gmt":"2010-11-28T23:10:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=77132"},"modified":"2010-11-29T08:58:06","modified_gmt":"2010-11-29T07:58:06","slug":"tiere-auf-der-weide-ist-das-im-winter-ein-tierschutzproblem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=77132","title":{"rendered":"Tiere auf der Weide \u2013 ist das im Winter ein Tierschutzproblem?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vogelsbergkreis. <\/strong>Wie jedes Jahr im Sp\u00e4therbst, erreichen das Veterin\u00e4ramt zahlreiche Anrufe besorgter B\u00fcrger, die um das Wohlergehen von Weidetieren f\u00fcrchten. Unbegr\u00fcndet sind die Bedenken oftmals nicht, denn auch Weidetiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde empfinden bei \u201eschlechtem Wetter\u201c Unbehagen und k\u00f6nnen sogar erheblich darunter leiden. Zu ber\u00fccksichtigen ist jedoch, dass das \u201eBehaglichkeitsempfinden\u201c bei Tieren nicht unmittelbar mit dem des Menschen zu vergleichen ist und selbst innerhalb verschiedener Tierarten und Rassen deutlich variiert. Darauf macht Veterin\u00e4rdirektorin Dr. Maria Litmeyer in einer Pressemitteilung aufmerksam.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Auf die richtige Freilandhaltung kommt es an<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen ist es aus Tierschutzgr\u00fcnden sogar zu bef\u00fcrworten, dass sie im Freien gehalten werden, entscheidend sind jedoch die M\u00f6glichkeiten die sich den Tieren auf den Weiden bieten. Im Gegensatz zur reinen Stallhaltung hat die richtig durchgef\u00fchrte Freilandhaltung positive Auswirkungen auf den Bewegungs- und Atmungsapparat der Tiere. Unsere einheimischen Nutztierrassen sind in der Regel sehr k\u00e4lteresistent und empfinden trockene K\u00e4lte bis in den negativen Temperaturbereich nicht als Beeintr\u00e4chtigung ihres Wohlbefindens.<\/p>\n<p><strong>Problem: K\u00e4lte plus N\u00e4sse plus Wind<\/strong><\/p>\n<p>Was Rinder, Pferde und Schafe beeintr\u00e4chtigt, sind niedrige Temperaturen in Verbindung mit N\u00e4sse und Wind. Eine solche Witterungslage kann dazu f\u00fchren, dass die Tiere stark ausk\u00fchlen, erkranken und erheblich leiden. Der Tierhalter muss dem entgegenwirken in dem er die Tiere auf Fl\u00e4chen unterbringt die einen effektiven Witterungsschutz bieten.<\/p>\n<p><strong>Windschutz<\/strong><\/p>\n<p>Ein ausreichender Witterungsschutz ist gekennzeichnet durch einen Windschutz und eine trockene Liegefl\u00e4che die gro\u00df genug ist um allen Tieren gleichzeitig Platz zu bieten. Die Schaffung einer trockenen Liegefl\u00e4che kann bei einem nicht \u00fcberdachten Witterungsschutz und Regenperioden dabei au\u00dferordentlich aufw\u00e4ndig sein und zu einem gro\u00dfen Bedarf an Stroh als Einstreu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die im Freien gehaltenen Tiere m\u00fcssen einen guten bis sehr guten Ern\u00e4hrungszustand aufweisen. Zu beachten ist, dass der Energiebedarf der Weidetiere im Winter durch widrige Witterungsverh\u00e4ltnisse deutlich ansteigt. In den Wintermonaten reicht der nat\u00fcrliche Bewuchs der Weidefl\u00e4chen nicht mehr als Nahrungsgrundlage f\u00fcr die Tiere aus, weshalb in jedem Fall eine art- und bedarfsgerechte Zuf\u00fctterung von Kraftfutter, Silage oder Heu erfolgen muss.<\/p>\n<p><strong>Zuf\u00fcttern<\/strong><\/p>\n<p>Die Zuf\u00fctterung hat so zu erfolgen, dass eine Verunreinigung des Futters sowie Auseinandersetzungen zwischen den Tieren auf ein Mindestma\u00df begrenzt werden. Das Futter sollte nicht unmittelbar auf dem Boden angeboten werden, da sonst die Tiere im Futter stehen und es vollkoten. Die Weidefl\u00e4che sollte so gro\u00df sein, dass eine Zerst\u00f6rung der Grasnarbe auch bei anhaltend nasser Witterung nicht gegeben ist. Um dem entgegen zu wirken, ist es deshalb notwenig, die Futterstelle regelm\u00e4\u00dfig zu wechseln. Den Weidetieren muss jederzeit Wasser in ausreichender Menge und Qualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt die Versorgung der Tiere mit Trinkwasser aus funktionsf\u00e4higen Tr\u00e4nkeeinrichtungen sicher zu stellen ist. Schnee als Wasserquelle ist ungeeignet, da zu gro\u00dfe Mengen aufgenommen werden m\u00fcssten um den Fl\u00fcssigkeitsbedarf zu decken und die Weidetiere zus\u00e4tzlich ausk\u00fchlen. Zu keiner Zeit kann der Wasserbedarf der Tiere \u00fcber das in der Nahrung gebundene Wasser gedeckt werden.<\/p>\n<p><strong>T\u00e4gliche Kontrolle<\/strong><\/p>\n<p>Entscheidend f\u00fcr eine artgerechte Haltung im Freiland ist die t\u00e4gliche Kontrolle aller Tiere durch den Tierhalter und die M\u00f6glichkeit schwache oder kranke Tiere von der Herde zu trennen und aufzustallen. Nur gesunde Tiere sind f\u00fcr eine Freilandhaltung geeignet, da nur diese \u00fcber ein ungest\u00f6rtes Thermoregulationsverm\u00f6gen und eine hohe K\u00e4ltetoleranz verf\u00fcgen. Werden die Grunds\u00e4tze der fachgerechten Weidehaltung ber\u00fccksichtigt, steht auch die Freilandhaltung im Winter nicht im Widerspruch zum Tierschutz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. Wie jedes Jahr im Sp\u00e4therbst, erreichen das Veterin\u00e4ramt zahlreiche Anrufe besorgter B\u00fcrger, die um das Wohlergehen von Weidetieren f\u00fcrchten. 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