{"id":7711,"date":"2008-02-05T00:55:08","date_gmt":"2008-02-04T23:55:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=7711"},"modified":"2008-02-05T00:55:08","modified_gmt":"2008-02-04T23:55:08","slug":"statt-trauer-rosenmontag-in-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=7711","title":{"rendered":"Statt Trauer: Rosenmontag in Gemeinschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/080204_trauer.jpg\" title=\"080204_trauer.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/080204_trauer.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"080204_trauer.jpg\" \/><\/a>Hanau.<\/strong> Wenn die Faschingstage kommen, will manche(r) sich in irgend einem Loch verkriechen., wenn die Zeichen nicht auf Fr\u00f6hlichkeit stehen. Nicht so in diesem Jahr. Am Rosenmontag haben sich die Frauen bei 0 Grad Celsius auf den Weg gemacht, um von Hanau ins benachbarte fr\u00e4nkische Michelbach zu fahren. Ihr Ziel war abgesprochen, der Mut war teilweise geringer, als der Moment nun kam, sich in Fahrgemeinschaften zu versammeln.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eIch kann doch nicht Stimmung machen, wenn mein Mann nichts davon hat, weil er tot ist\u201c, so eine der Teilnehmenden. Sie hatten sich mit Klinikpfarrer Werner Gutheil aufgemacht, um der \u00fcblichen Stimmung zu entfliehen. Im Gep\u00e4ck war aber auch die Hoffnung, dass es einmal anders wird. Ein kleine Wanderung, je nach Gehf\u00e4higkeit, war von Michelbach in ein Lokal unweit davon ausgemacht. Auf dem Weg gute Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>\u201eAch w\u00e4re er doch mit dabei,\u201c dachten sich viele. Es wurde viel gelacht und im Lokal angekommen, kam Stimmung auf, denn eine der Teilnehmerinnen hatte regenbogenhafte Luftschlangen\u201c organisiert und mitgebracht.\u00c2\u00a0 Pl\u00f6tzlich wurden zwei Hawaiiblumenketten aus Seidenpapier ausgepackt &#8211; jeder wollte sich damit fotografieren lassen. Ein kr\u00e4ftiges Essen wurde eingenommen, denn der kurze R\u00fcckweg musste ebenfalls zu Fu\u00df angetreten werden, da die Autos in Michelbach standen. Wieder wurde \u201epaarweise\u201c gelaufen, weil intensive Gespr\u00e4che\u00c2\u00a0 besser in kleinen Zweierformationen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Nachmittag hatte sich die Gruppe in der Wallfahrtskirche K\u00e4lberau angek\u00fcndigt, um Gottesdienst zu feiern. \u201eDen Wein der Freude aus den Tr\u00e4nen der Trauer\u201c, wollte Pfarrer Werner Gutheil in den Gottesdienst einflie\u00dfen lassen. Die Hochzeit zu Kanaan stand im Evangelium der Messe, die hier in K\u00e4lberau in der Verbundenheit zu den verstorbenen Angeh\u00f6rigen gefeiert wurde. Eine Kerze war mit den Namen der Angeh\u00f6rigen beschriftet worden und brannte am Altar und sp\u00e4ter mit den anderen Opferkerzen bei der \u201eMutter Gottes zum rauen Wind\u201c.<\/p>\n<p>Pater Zewer hatte auf\u00fchrlichst \u00fcber den Wallfahrtort informiert. Der raue Wind, der dem Gnadenbild um die Nase wehte &#8211; davon konnte die Frauen ein Lied singen. Sie hatten die Rauheit der Trauer erlebt und waren deshalb an diesen Ort gekommen, um sich mit den Verstorbenen verbunden zu wissen. \u201eWir feiern hier, die Verstorbenen dort im Himmel\u201c, so Pfarrer Gutheil bei der Messe, als die Tr\u00e4nen wieder flie\u00dfen wollten.<\/p>\n<p>So war pl\u00f6tzlich der Tag noch nicht zu Ende und die Gruppe fand sich, entgegen der urspr\u00fcnglichen Planung, in einem Landgasthof in Michelbach zum Abendessen. Richtig urig, ein Lokal wie aus dem vergangenen Jahrtausend, l\u00e4ndlich und herzlich, rundete den Tag ab. Einen Faschingstag in dieser Art, gemeinsam auf dem Weg zu sein, miteinander Freud und Leid zu teilen, war eine runde Sache.<\/p>\n<p>\u201eEs zeigt sich, dass die Frauen, die ein St\u00fcck des Weges gegangen sind, in ihrem Alltag gefestigter sind als vor einem Jahr\u201c, so Pfarrer Gutheil, der die Gruppe nun fast genau ein Jahr begleitet. \u201eEs ist sch\u00f6n zu sehen, wie sie sich entwickelt und dass sie immer mutiger werden im Umgang mit allt\u00e4glichen Problemen.\u201c<\/p>\n<p>Eine Trauerarbeit, die ungew\u00f6hnliche Wege geht, will in Hanau immer wieder Angebote machen. So hat Pfarrer Gutheil einige der Damen eingeladen, die Kar- und Ostertage im Bildungshaus Kloster Salm\u00fcnster zu verbringen. Hier bietet er \u2013 ausgerichtet auf Menschen, die intensiver die Kar- und Osterliturgie feiern wollen und teilweise in schwierigen Lebenssituationen sind, einen Kurs an, der \u00fcber das Bildungshaus zu erfragen ist: Kontaktm\u00f6glichkeit und Anmeldung\u00c2\u00a0 \u00fcber Bildungshaus Kloster Salm\u00fcnster. Tel. 06056- 4011.<\/p>\n<p>So werden einige der Frauen der Gruppe sich an den Ostertagen zusammenfinden. Vorher gilt es, ein St\u00fcck des Weges in anderen verschiedenen Aktionen miteinander zu gehen. \u201eWir wollen nicht in unserer Trauer stecken bleiben, sondern wirklich Schritte ins Leben wagen,\u201c so das Res\u00fcmee der Frauen, die mehr zu ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Katholischen Klinikseelsorge geworden sind. Informationen zum Trauerangebot k\u00f6nnen bei Pfarrer Werner Gutheil, Leimenstra\u00dfe 20, 63 450 Hanau. Telefon: 06181- 999 419 oder per E-mail unter wgutheil@t-online.de (Roland Bernd)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hanau. Wenn die Faschingstage kommen, will manche(r) sich in irgend einem Loch verkriechen., wenn die Zeichen nicht auf Fr\u00f6hlichkeit stehen. Nicht so in diesem Jahr. Am Rosenmontag haben sich die Frauen bei 0 Grad Celsius auf den Weg gemacht, um von Hanau ins benachbarte fr\u00e4nkische Michelbach zu fahren. 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