{"id":7684,"date":"2008-02-02T00:05:02","date_gmt":"2008-02-01T23:05:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=7684"},"modified":"2008-02-01T22:04:02","modified_gmt":"2008-02-01T21:04:02","slug":"theologische-fakultaet-beging-traditionelle-hrabanus-maurus-akademie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=7684","title":{"rendered":"Theologische Fakult\u00e4t beging traditionelle Hrabanus-Maurus-Akademie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> \u201eDas ist das Besondere der Theologie, da\u00df sie sich dem zuwendet, was wir nicht selbst erfunden haben und was uns gerade dadurch Fundament des Lebens sein kann, da\u00df es uns vorausgeht und uns tr\u00e4gt, also gr\u00f6\u00dfer ist als unser eigenes Denken.\u201c Dies betonte Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am Freitag in Fulda zum Abschlu\u00df der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie, des Patronatsfestes der Theologischen Fakult\u00e4t Fulda.<!--more--><\/p>\n<p>Der Weihbischof sprach in Vertretung des Gro\u00dfkanzlers, Bischof Heinz Josef Algermissen, das Schlu\u00dfwort im Auditorium maximum und erinnerte an die Aufforderung aus dem ersten Petrusbrief: \u201eSeid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erf\u00fcllt.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Wort sage viel \u00fcber Inhalt und Aufgabe und \u00fcber den Dienst des Theologen aus. Hoffnung. \u201eDarum geht es in einem tiefen Sinn in der Theologie: Unsere Hoffnung lebt von der Erinnerung und der Verhei\u00dfung. Wir entwerfen sie nicht selbst. In der Erinnerungsgemeinschaft der Kirche vergewissern wir uns des Evangeliums.\u201c<\/p>\n<p>In seinem Schlu\u00dfwort betonte Weihbischof Diez, da\u00df die christliche Hoffnung nicht ein unbestimmtes Gef\u00fchl sei, sondern einen Grund habe, der der Vernunft zug\u00e4nglich sei. \u201eDieser Vern\u00fcnftigkeit, diesem Logos unserer Hoffnung nachzusp\u00fcren ist Aufgabe der theologischen Wissenschaft. Deshalb hat die Theologie als Wissenschaft mit Recht einen ihr eigenen Ort innerhalb der Universitas der Wissenschaften als Theologische Fakult\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Die Theologie bem\u00fche sich, die Hoffnung des Evangeliums ins Wort zu heben. Sie deute die Sprache, in der den Menschen Hoffnung und Verhei\u00dfung \u00fcberliefert seien. Dabei k\u00f6nne sich der Theologe pers\u00f6nlich nicht heraushalten, sondern m\u00fcsse, mit solider theologischer Ausbildung ausgestattet, Zeuge des Glaubens werden im Bezug zu den Menschen. \u201eDas Zeugnis schlie\u00dft Information und Argumentation ein, ersch\u00f6pft sich aber nicht darin\u201c, unterstrich Diez.<\/p>\n<p>Dem Theologiestudium stehe heutzutage durch Modularisierung und Interdisziplinarit\u00e4t sozusagen \u201eein neues Design\u201c bevor. \u201eIch w\u00fcnsche mir, da\u00df bei der Suche nach dem neuen Theologiedesign die Leidenschaft f\u00fcr das Geheimnis Gottes und den \u00e2\u20ac\u0161Deus semper maior\u00e2\u20ac\u2122 (\u00e2\u20ac\u0161immer gr\u00f6\u00dferen Gott\u00e2\u20ac\u2122) und daher auch f\u00fcr das theologische Nachdenken, nicht verflache m\u00f6ge.\u201c Der Theologe Erich Przywara, mit dem sich der akademische Vortrag von Kaplan Florian B\u00f6th besch\u00e4ftigte, bleibe darin ein ernster Mahner.<\/p>\n<p>Weihbischof Diez nahm hiermit auf den akademischen Vortrag mit dem Titel \u201eMensch zwischen Mann und Frau \u2013 Anmerkungen zur Theologie der Geschlechter\u201c bezug, den Kaplan B\u00f6th aus seiner Diplomarbeit bei Weihbischof Diez, der von 1998 bis 2006 als Professor an der Fakult\u00e4t wirkte, entwickelt hatte. \u201eSie haben Mut bewiesen, eine Arbeit \u00fcber Erich Przywara zu schreiben\u201c, so der Weihbischof, denn dieser gelte zwar einerseits als hoch angesehener Theologe, zeichne sich aber durch eine sehr \u201edornige\u201c Sprache aus.<\/p>\n<p><strong>Festvortrag \u00fcber Theologie der Geschlechter nach Erich Przywara<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn der Festakademie hatte Rektor Prof. Dr. Richard Hartmann Weihbischof Diez, Weihbischof Johannes Kapp, die anwesenden Domkapitulare und Professoren sowie zahlreiche weitere G\u00e4ste begr\u00fc\u00dft. Hartmann wies darauf hin, da\u00df in dieser Woche f\u00fcr die Theologie und die Fuldaer Fakult\u00e4t wichtige Themen behandelt worden seien, zum einen beim Fakult\u00e4tentag in Erfurt die Probleme des Priesternachwuchses und die Rolle der Theologie in der \u00d6ffentlichkeit, zum anderen bei der Fuldaer Fakult\u00e4tskonferenz die neue Studienordnung. In seinem Vortrag ging Florian B\u00f6th auf die \u201eTheologie der Geschlechter\u201c ein, wie sie der Theologe Erich Przywara (1889-1972) in seinem umfangreichen Werk entwickelte.<\/p>\n<p>Die Geschlechtlichkeit des Menschen als Frau oder Mann geh\u00f6re in der katholischen Theologie zum Wesen des Menschen. Im Gegensatz zu Modellen, in denen von einer Unterordnung der Frau unter den Mann ausgegangen oder der Mensch als \u201emann-weibliches Wesen\u201c gesehen wird, strebe laut B\u00f6th der profilierte Theologe Przywara auf der Basis der auf dem Kreuz Christi beruhenden Heilsgeschichte keine vorschnelle Harmonisierung an, sondern sehe ein \u201erhythmisches Gegen\u00fcber und Zueinander zum jeweils anderen\u201c im Verh\u00e4ltnis von Mann und Frau, ohne die Unterschiede zu verwischen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Theologen sei die Geschlechtlichkeit durch den Sch\u00f6pfer vorgegeben, wobei der Grund hierf\u00fcr au\u00dferhalb des dem Menschen Zug\u00e4nglichen liege, n\u00e4mlich im \u201eunbegreiflichen Gott\u201c. Wenn schon Gott unbegreiflich und der Mensch bei aller Un\u00e4hnlichkeit dennoch sein Abbild sei, dann k\u00f6nne das Geheimnis des Menschen nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>\u201eAll die R\u00e4tselhaftigkeit, die die Geschlechterdifferenz dem Menschen bietet, tr\u00e4gt letzten Endes also dazu bei, als Mann oder Frau am Geheimnis Gottes teilhaben zu k\u00f6nnen\u201c, so B\u00f6th. Somit integriere Przywara mit seiner Auffassung den biblischen Beitrag und betrachte die Beziehung zwischen Mann und Frau differenzierter als andere Sichtweisen. Das Geheimnis Gottes sei dann die eigentliche Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis des Menschen und seiner Geschlechtlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Verleihung des Eduard-Schick-Preises an J\u00fcrgen K\u00e4mpf<\/strong><\/p>\n<p>Weihbischof Diez gratulierte dem Diplomtheologen Diakon J\u00fcrgen K\u00e4mpf (zur Zeit Stadtallendorf-Niederklein) zur Verleihung des Eduard-Schick-Preises und erinnerte an den unvergessenen Fuldaer Bischof, dessen Namen der Preis tr\u00e4gt. K\u00e4mpf erhielt den mit 1.500 Euro dotierten Preis f\u00fcr seine herausragende Leistungen in der Diplompr\u00fcfung und seine Diplomarbeit mit dem Titel \u201eDer Z\u00f6libat als eine m\u00f6gliche Form der reinen Liebe\u201c.<\/p>\n<p>Rektor Hartmann wies in diesem Zusammenhang auf die Botschaft einer solchen Auszeichnung: einerseits als Vorbild f\u00fcr die Studenten, andererseits als Aufruf an die Verantwortlichen zur Nachwuchsf\u00f6rderung. Diez dankte sodann im Namen des Gro\u00dfkanzlers den akademischen Lehrern f\u00fcr das hohe Niveau der Fakult\u00e4t. Die Akademieveranstaltung wurde musikalisch umrahmt durch das Ensemble von Ludmila und Maria Langenstein (Mandoline) und Lothar Ebert (Gitarre).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u201eDas ist das Besondere der Theologie, da\u00df sie sich dem zuwendet, was wir nicht selbst erfunden haben und was uns gerade dadurch Fundament des Lebens sein kann, da\u00df es uns vorausgeht und uns tr\u00e4gt, also gr\u00f6\u00dfer ist als unser eigenes Denken.\u201c Dies betonte Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am Freitag in Fulda zum Abschlu\u00df &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,50],"tags":[],"class_list":["post-7684","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kirche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7684"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7684\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}