{"id":74236,"date":"2010-10-29T01:48:47","date_gmt":"2010-10-28T23:48:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=74236"},"modified":"2010-10-28T18:49:07","modified_gmt":"2010-10-28T16:49:07","slug":"musik-voller-vorfreude-adventskonzert-im-dom-zu-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=74236","title":{"rendered":"Musik voller Vorfreude &#8211; Adventskonzert im Dom zu Fulda"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Immer wieder erstaunlich und bewunderungsw\u00fcrdig ist die gro\u00dfe F\u00e4higkeit des Fuldaer Domkapellmeisters Franz-Peter Huber, in seiner Programmgestaltung nicht ausgetretene Pfade zu gehen, sondern vertraute und unbekanntere Werke der Kirchenmusik zu einem Konzert so zu vereinen, dass die Zuh\u00f6rer sie als besondere musikalische und inhaltlich in enger Beziehung stehende\u201c Perlen\u201c wahr- und annehmen. Drei Komponisten des sogenannten Hochbarocks pr\u00e4gen das Konzert zur Adventszeit in \u00c2\u00a0individueller Weise, doch gleichzeitig auch eine enge Verbindung eingehend: Die gesamte Musik nimmt den stillen Fastencharakter des Advents auf; die Hoffnung auf das Kommen des Herrn l\u00e4sst aber immer wieder auch Vorboten des weihnachtlichen Glanzes ert\u00f6nen und m\u00fcndet schlie\u00dflich in den jubelnden Lobgesang der Maria.<!--more--><\/p>\n<p>Ausschlie\u00dflich f\u00fcr Wohlt\u00e4tigkeitsauff\u00fchrungen komponiert Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685 \u2013 1759) sein Oratorium <em>Messias<\/em> (Messiah), deshalb weigert er sich, das Notenmaterial zu seiner Lebenszeit von einem Verlag drucken zu lassen. Die Urauff\u00fchrung findet 1742 in Dublin statt, der Reinerl\u00f6s geht an Dubliner Wohlt\u00e4tigkeitsorganisationen. Seinen gro\u00dfen Durchbruch erzielt der <em>Messias<\/em> erst 1750 in London, eine Auff\u00fchrung zum Besten des Londoner Foundling Hospitals. Aus dem dreiteiligen, nur aus Bibeltexten bestehenden Oratorium erklingt im Domkonzert \u00c2\u00a0(englischer Originaltext) der erste Teil. \u00c2\u00a0Hier wird das Kommen des Messias angek\u00fcndigt, von seiner Geburt und der Erf\u00fcllung der Weissagungen wird von vier Solisten in Arien und Rezitativen im Wechsel mit gro\u00dfen Chors\u00e4tzen berichtet. Ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kleines Orchester (Streichinstrumente, zwei Oboen, Fagott, Orgel) begleiten die Vokalstimmen in farbiger Durchsichtigkeit.<\/p>\n<p>Bereits in seiner Frankfurter Kantoren- und Musikdirektorenzeit entsteht 1719 die Kantate zum 1. Adventssonntag \u201eMachet die Tore weit\u201c von Georg Philipp Telemann (1681 \u2013 1767). Sie bildet die erste Kantate des Kantatenjahrgangs f\u00fcr den Eisenacher Hof. Leicht und gef\u00e4llig, pastoralartig im 6\/8 &#8211; Takt erklingen die Aufforderungen \u201eMachet die Tore weit, dass der K\u00f6nig der Ehren einziehe\u201c. Solisten fragen: \u201eWer ist derselbige K\u00f6nig der Ehren?\u201c. Und dann der typische Telemann, tonsymbolisch, bildhaft, vital: \u201eEs ist der Herr, stark und m\u00e4chtig im Streit\u201c. Das l\u00e4sst sich Telemann nicht entgehen: Der Chor \u201estreitet\u201c m\u00e4chtig im rhythmischen Gegeneinander und kurzen Achtelnoten. Eine fantastisch-agressive Musik! Arien beruhigen und f\u00fchren in einen schlichten Schlusschoral.<\/p>\n<p>Christoph Graupner (1683 \u2013 1760) wird 1709 durch den Landgrafen von Hessen-Darmstadt nach Darmstadt berufen. 1712 r\u00fcckt er dort in das Amt des Hofkapellmeisters auf und widmet sich zun\u00e4chst ganz der Oper, seit 1719 aber ausschlie\u00dflich der Kirchen-, Orchester- und Kammermusik. 1722 entsteht sein Magnificat f\u00fcr eine Reise nach Leipzig. Der dortige Stadtrat hat den Plan, ihn zum Thomaskantor (1723 wird es dann Johann Sebastian Bach) zu machen. Sein Magnificat ist ausnahmslos in der neuen, seit Erdmann Neumeister \u00fcblichen Form mit Arien und motettenartigen Ch\u00f6ren (auch solistisch)\u00c2\u00a0 bis hin zu anspruchsvollen polyphonen vierstimmigen Teilen geschrieben. Eine wundersch\u00f6ne festliche Musik, in der das Orchester auch nicht auf Blechbl\u00e4serklang verzichtet.<\/p>\n<p>Die Ausf\u00fchrenden des Domkonzertes sind: Sabine Goetz (Sopran), J\u00fcrgen Banholzer (Altus), Hans J\u00f6rg Mammel (Tenor), Matthias Horn (Bass), das Barockorchester L\u00c2\u00b4arpa festante, M\u00fcnchen und die Ch\u00f6re am Fuldaer Dom unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber.<\/p>\n<p>Karten sind im Vorverkauf (ab 8. November 2010) im Sekretariat der Ch\u00f6re am Fuldaer Dom, Eduard-Schick-Platz 3, Tel.: 0661\/87-390, e-mail: <a href=\"mailto:choere-am-dom@bistum-fulda.de\">choere-am-dom@bistum-fulda.de<\/a> , in der Buchhandlung am Dom, Domdechanei 2 und in der Gesch\u00e4ftsstelle der Fuldaer Zeitung, Peterstor 18, zum Preis von 7 bis 18 \u00e2\u201a\u00ac (je nach Kategorie) erh\u00e4ltlich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Immer wieder erstaunlich und bewunderungsw\u00fcrdig ist die gro\u00dfe F\u00e4higkeit des Fuldaer Domkapellmeisters Franz-Peter Huber, in seiner Programmgestaltung nicht ausgetretene Pfade zu gehen, sondern vertraute und unbekanntere Werke der Kirchenmusik zu einem Konzert so zu vereinen, dass die Zuh\u00f6rer sie als besondere musikalische und inhaltlich in enger Beziehung stehende\u201c Perlen\u201c wahr- und annehmen. 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