{"id":74135,"date":"2010-10-28T01:45:16","date_gmt":"2010-10-27T23:45:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=74135"},"modified":"2010-10-28T08:46:06","modified_gmt":"2010-10-28T06:46:06","slug":"ob-moeller-legt-erstmals-eroeffnungsbilanz-fuer-die-stadt-fulda-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=74135","title":{"rendered":"OB M\u00f6ller legt erstmals Er\u00f6ffnungsbilanz f\u00fcr die Stadt Fulda vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Die Umstellung der st\u00e4dtischen Finanzwirtschaft von der Kammeralistik auf die Doppelte Buchf\u00fchrung machte es notwendig, dass Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller in diesen Tagen die erste Er\u00f6ffnungsbilanz den st\u00e4dtischen Gremien vorlegt. \u201eEs ist ein Novum in der Geschichte unserer\u201c, so der OB zu der Notwendigkeit dieser Bilanz. Mit der Doppelten Buchf\u00fchrung kam auch die vollst\u00e4ndige Erfassung und Bewertung des Verm\u00f6gens sowie der Schulden der Stadt. Zum 01. Januar 2009 mussten die hessischen Kommunen diesen Weg bestreiten, Fulda war mit der einmaligen \u201eHerkulesaufgabe\u201c bereits 2008 fertig, so dass bereits der Haushalt 2008 doppisch gef\u00fchrt wurde. \u201eWir dachten uns bereits, dass es eine sehr schwierige Kernerarbeit werden w\u00fcrde, jedoch nach ein paar Monaten erwies es sich als \u00c2\u00b4Herkulesaufgabe` eine Stadt auf ein neues Finanzsystem um zu stellen\u201c, res\u00fcmiert M\u00f6ller die Arbeiten im Hause der Verwaltung. <!--more--><\/p>\n<p>Die ersten Vorbereitungen f\u00fcr die Bilanz begannen bereits Anfang 2005. Heute, nach der Bewertung der Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde im Prinzip der tats\u00e4chlichen (historischen) Anschaffungs- und Herstellungskosten oder hilfsweise des Sch\u00e4tzungsprinzips sowie der Errechnung des tats\u00e4chlichen Schuldenstandes kann das Finanzsaldo f\u00fcr die Stadt sehr genau beziffert werden. \u201eWichtig ist uns zu unterstreichen, dass sich die Stadt bei der Aufstellung der Bilanz nicht reich gerechnet hat. Wir haben tats\u00e4chliche und realistische Werte angenommen und eher konservativ bewertet.<\/p>\n<p><strong>Positive Eckdaten, die zum Ma\u00dfhalten anhalten<\/strong><\/p>\n<p>Als Eckdaten der finanziellen Situation l\u00e4sst der Oberb\u00fcrgermeister und K\u00e4mmerer Zahlen sprechen. Die Bilanzsumme betr\u00e4gt 656,3 Mio. EUR. Als Anlageverm\u00f6gen stehen 587,8 Mio. EUR und als Umlaufverm\u00f6gen 54,4 Mio. EUR in den B\u00fcchern. 312,6 Mio. EUR wei\u00dft die Stadt als ihr Eigenkapital. Diesem stehen insgesamt 131,8 Mio. EUR Verbindlichkeiten gegen\u00fcber. Als R\u00fcckstellungen \u2013 etwa f\u00fcr die Pensionen der st\u00e4dtischen Beamten \u2013 h\u00e4lt die Stadt 70,1 Mio. EUR vor. Als Beispiele nennt M\u00f6ller etwa den Wert des Vonderau Museums mit 12,8 Mio. EUR, das Stadtschloss mit 6 Mio. EUR oder das Stadion mit 845.500 EUR.<\/p>\n<p>M\u00f6ller: \u201eVergleicht man das Eigenkapital mit den Schulden, so haben wir eine Eigenkapitalquote von 47,6 %. Rechnen wir alle Beteiligungen \u2013 etwa bei der \u00dcWAG oder der GWV heraus, betr\u00e4gt diese noch immer 32,2 %. Ich denke dies ist ein sehr guter Wert und manches Unternehmen w\u00fcrde sich diese Quote w\u00fcnschen\u201c. Hinzu kommen noch die Sonderposten f\u00fcr Investitionen mit rund 123 Mio. EUR.<\/p>\n<p>Zum Stand der Schulden res\u00fcmiert M\u00f6ller: \u201eEs gibt keine beliebigen Auswertung. In den letzten 7 Jahren haben wir die Nettoneuverschuldung im Kernhaushalt auf Null reduziert, sogar die Schulden vorzeitig getilgt.\u201c. Der OB sieht keine Alternative zum ma\u00dfvollen Haushalten in seiner Stadt. \u201eWir haben durch das Konsolidierungsprogramm 2009\/2011 bereits Millionen eingespart bzw. die Einnahmenseite sukzessiv erh\u00f6ht. 2003 \u2013 als ich das 1. Konsolidierungsprogramm geschn\u00fcrt habe, waren wir sehr erfolgreich. Leider kam dann die Finanz- und Wirtschaftskrise Ende 2008 und wir mussten weiter teils harte Einschnitte vollziehen\u201c, erl\u00e4utert M\u00f6ller.<\/p>\n<p><strong>Bilanz als Entscheidungsinstrument<\/strong><\/p>\n<p>Die vorgelegte Er\u00f6ffnungsbilanz sei bereits gepr\u00fcft und stellt somit einen einmaligen Finanzstatus des Oberzentrums dar. \u201eAb jetzt m\u00fcssen wir in jedem Jahr eine Schlussbilanz erstellen, die zeigt, ob wir gut oder schlecht gewirtschaftet haben\u201c, gibt M\u00f6ller zur bedenken. Gleichzeitig erl\u00e4utert er auch noch eine weitere Auswirkung dieser Bilanz: \u201eDie Banken und Kreditinstitute k\u00f6nnten bei einer Kreditvergabe auf die Bilanz schauen und die Bonit\u00e4t der Kommune bewerten.<\/p>\n<p><strong>Nicht alles eingetroffen, was versprochen wurde<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt ist auch die interkommunale Vergleichbarkeit der Finanzsituation der Kommunen.<br \/>\nF\u00fcr die Bilanz sei dies relativ einfach; nicht jedoch beim Vergleich der doppischen Haushalte. Hier sei die unmittelbare Vergleichbarkeit f\u00fcr die Kosten das\u00c2\u00a0 Verwaltungsprodukt nicht m\u00f6glich. Dieses Versprechen habe sich nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Mit dieser Aussage unterstreicht der OB seine kritische Distanz zu den Versprechen der Doppik zumal diese nicht mit der Doppelten Buchf\u00fchrung der Privatwirtschaft zu vergleichen ist. Die st\u00e4dtische Bilanz stellt wohl ein betriebswirtschaftliches Entscheidungsinstrument dar, ist auch an die Privatwirtschaft angeglichen, jedoch kann die Stadt in vielen Bereichen nicht frei \u00fcber ihr Verm\u00f6gen verf\u00fcgen oder dieses ver\u00e4u\u00dfern. \u201eWer kauft uns eine Stra\u00dfe, einen Tunnel oder auch ein Schulgeb\u00e4ude ab\u201c, fragt sich M\u00f6ller direkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Die Umstellung der st\u00e4dtischen Finanzwirtschaft von der Kammeralistik auf die Doppelte Buchf\u00fchrung machte es notwendig, dass Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller in diesen Tagen die erste Er\u00f6ffnungsbilanz den st\u00e4dtischen Gremien vorlegt. \u201eEs ist ein Novum in der Geschichte unserer\u201c, so der OB zu der Notwendigkeit dieser Bilanz. 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