{"id":73852,"date":"2010-10-26T01:47:55","date_gmt":"2010-10-25T23:47:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=73852"},"modified":"2010-10-25T17:48:08","modified_gmt":"2010-10-25T15:48:08","slug":"ausschuss-fuer-umwelt-und-gesundheit-des-bayerischen-landtags-tagte-erneut-im-biosphaerenreservat-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=73852","title":{"rendered":"Ausschuss f\u00fcr Umwelt und Gesundheit des Bayerischen Landtags tagte erneut im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101025_Landtagausschuss.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-73853\" title=\"101025_Landtagausschuss\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101025_Landtagausschuss-265x348.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101025_Landtagausschuss-265x348.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101025_Landtagausschuss.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n. <\/strong>Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Jahren tagte der Ausschuss f\u00fcr Umwelt und Gesundheit f\u00fcr zwei Tage im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n. \u201eDiese Landschaft liegt uns besonders am Herzen\u201c, sagte Ausschussvorsitzender Dr. Christian Magerl (B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen). Der Schwerpunkt der Tagung sei die Kernzonenproblematik im bayerischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n gewesen. Das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, meinte Magerl anl\u00e4sslich einer Pressekonferenz in Bad Bocklet zum Abschluss der zweit\u00e4gigen Bereisung, sei ein Schutzgebiet, das weit \u00fcber die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus Bedeutung hat. \u201eUnd dieses gilt es zu pflegen und zu hegen.\u201c Die Problematik rund um das bestehende Kernzonendefizit habe der Ausschuss w\u00e4hrend seiner Tagung in der Rh\u00f6n auch mit den Vorsitzenden der Umweltaussch\u00fcsse der Landtage Hessen und Th\u00fcringen er\u00f6rtert. In Hessen und Th\u00fcringen sei die Ausweisung der fehlenden Kernzonen auf dem Weg. Bayern habe noch Hausaufgaben zu machen. Doch auch hier sei Bewegung in die Sache gekommen: Die bayerischen Staatsforsten h\u00e4tten einen Vorschlag f\u00fcr rund 2 000 Hektar Kernzonen unterbreitet, der nun fachlich gepr\u00fcft wird. Insgesamt fehlten in der bayerischen Rh\u00f6n jedoch rund 3 500 Hektar. <!--more--><\/p>\n<p>Auch der Bund und die Kommunen seien somit diesbez\u00fcglich gefragt, machten die Ausschussmitglieder deutlich. \u201eIch w\u00fcnsche mir bei den einzelnen Beteiligten noch mehr Mut und Aufbruch in dieser Frage\u201c, sagte Magerl. \u201eWir werden die Entwicklung als Ausschuss sehr genau verfolgen und \u2013 wenn n\u00f6tig \u2013 auch Druck aufbauen, damit bis 2013 das meiste auf den Weg gebracht ist. Am liebsten w\u00e4re es uns, wir h\u00e4tten alle Kernzonen bis dahin ausgewiesen\u201c, hob der Ausschussvorsitzende hervor.<\/p>\n<p>Das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n wird seine Anerkennung seitens der UNESCO nur behalten k\u00f6nnen, wenn die erforderlichen drei Prozent Kernzone an der Gesamtfl\u00e4che bis 2013 aufgebracht werden k\u00f6nnen. \u201eDieses Ziel wird hier von allen verfolgt \u2013 ganz im Gegensatz zu Stuttgart 21, wo es bekanntlich sehr kontroverse Auffassungen gibt\u201c, erkl\u00e4rte der stellvertretende Vorsitzende des Umwelt-und Gesundheitsausschusses, Dr. Otto H\u00fcnnerkopf (CSU). Eigentlich stehe jedoch die Ausweisung von Kernzonen, bei der es darum geht, dass die Natur f\u00fcr sich selbst arbeitet, dem Ziel des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, n\u00e4mlich der Offenhaltung der Landschaft, entgegen. \u201eAber das Kriterium der Kernzonen werden wir nicht wegbekommen, denn das schreibt die UNESCO so vor.\u201c<\/p>\n<p>Ausschussmitglied Sabine Dittmar (SPD), sagte, es gebe momentan ernsthafte Anzeichen daf\u00fcr, dass Ende November beziehungsweise Anfang Dezember die ersten Gebiete vorgelegt werden, die in Zukunft als Kernzone ausgewiesen werden sollen. Auch Dittmar ist der Auffassung, dass flexibler mit dem Kernzonen-Kriterium umgegangen werden m\u00fcsse. Es m\u00fcsse diskutiert werden, ob man gerade in der Rh\u00f6n gewisse Gebiete verbuschen und verwalden l\u00e4sst. \u201eAuch mit den Kommunen muss die Kernzonenproblematik besprochen werden, und sie m\u00fcssen auf diesen Weg mitgenommen werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Ausweisung von neuen Kernzonen m\u00fcsse in erster Linie sachlich und fachlich diskutiert werden, meinte der Stimmkreisabgeordnete Robert Kiesel. \u201eWir m\u00fcssen aufpassen, dass wir mit Augenma\u00df an solche Zonen herangehen.\u201c Es m\u00fcsse auch in Zukunft Gewinne beim Forst und in der Landwirtschaft geben. \u201eAber es ist genauso wichtig, diese Kernzonen auszuweisen\u201c, sagte Kiesel.<\/p>\n<p>\u201eDie erneute Tagung des Umwelt- und Gesundheitsausschusses des bayerischen Landtags ist f\u00fcr uns ein St\u00fcck Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr diese Region\u201c, betonte der Landrat des Landkreises Bad Kissingen, Thomas Bold. Es sei wichtig, dass die Unterst\u00fctzung dieses Gremiums in den Themen vorhanden sei, die die Entwicklung der Region betreffen. Bold zeigte sich optimistisch, dass die Ausweisung der fehlenden Kernzonen gelingen wird, wenn alle Beteiligten in den Abstimmungsprozess eingebunden werden. W\u00e4hrend der zweit\u00e4gigen Bereisung sei auch die Thematik der Umweltbildung besprochen worden. Hier engagiere sich der Freistaat in erheblichem Ma\u00df am Bau des \u201eGr\u00fcnen Klassenzimmers\u201c in Oberelsbach. \u201eDas ist ein deutliches Signal f\u00fcr unsere Region, dass dem Freistaat an\u00c2\u00a0 der Umweltbildung etwas liegt.\u201c<\/p>\n<p>Der Landrat des Rh\u00f6n-Grabfeld-Kreises, Thomas Habermann, bedankte sich bei den Ausschussmitgliedern vor allem f\u00fcr die Ernsthaftigkeit ihres Besuchs in der Rh\u00f6n. Im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n gehe es nicht um Kurzfristiges, sondern um eine jahrzehntelange Entwicklung in \u00f6kologischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Die Ausweisung der noch fehlenden Kernzonen sei eine gemeinsame Aufgabe von Freistaat Bayern, den Kommunen und dem Bund. Alle m\u00fcssten die notwendigen Fl\u00e4chen zur Verf\u00fcgung stellen. \u201eDie Bayerischen Staatsforsten haben den ersten Schritt getan und 2 000 Hektar vorgeschlagen; jetzt sind die Kommunen dran, nachzuziehen\u201c, hob Habermann hervor. Er appellierte in diesem Zusammenhang an das Verantwortungsbewusstsein aller B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister, aller Stadt- und Gemeinder\u00e4te, sich dieser Frage zu stellen.<\/p>\n<p>Das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, erg\u00e4nzte der Landrat des Rh\u00f6n-Grabfeld-Kreises, stelle beispielhaft dar, wie sich die Menschen weiterentwickeln, ohne unseren Planeten zu zerst\u00f6ren. \u201eWenn wir wirklich die \u00f6kologischen Sch\u00e4den weltweit ernst nehmen w\u00fcrden, die wir Tag f\u00fcr Tag anrichten, dann k\u00f6nnen wir in dieser Art und Weise nicht weiter wirtschaften.\u201c Die Ausweisung der noch fehlenden Kernzonen sei daher auch ein Beitrag, die Waage und Balance zwischen \u00d6konomie und \u00d6kologie zu erhalten, stellte Habermann klar. \u201eWenn man mit diesem Bewusstsein an die Sache herangeht, dann ist es gar nicht schwer, sie auszuweisen\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Dr. Christian Magerl sagte zum Schluss der Pressekonferenz, dass ein \u201eFlickenteppich\u201c bei den Kernzonen nicht das sei, was sich der Ausschuss vorstellt. Kernzonen sollten eine Mindestgr\u00f6\u00dfe von 50 Hektar besitzen. Aus seiner Sicht sei die Offenhaltung der Landschaft und die Ausweisung von Kernzonen auf der Fl\u00e4che des bayerischen Teils des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n auf jeden Fall vereinbar, wenn man die geplante Erweiterung des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n mit einbeziehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Jahren tagte der Ausschuss f\u00fcr Umwelt und Gesundheit f\u00fcr zwei Tage im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n. \u201eDiese Landschaft liegt uns besonders am Herzen\u201c, sagte Ausschussvorsitzender Dr. Christian Magerl (B\u00fcndnis 90 \/ Die Gr\u00fcnen). Der Schwerpunkt der Tagung sei die Kernzonenproblematik im bayerischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n gewesen. 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