{"id":73687,"date":"2010-10-22T02:27:53","date_gmt":"2010-10-22T00:27:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=73687"},"modified":"2010-10-22T08:28:00","modified_gmt":"2010-10-22T06:28:00","slug":"orgelmatinee-im-fuldaer-dom-mit-anna-pikulska","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=73687","title":{"rendered":"Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Anna Pikulska"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101021_Pikulska.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-73688\" title=\"101021_Pikulska\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101021_Pikulska-265x340.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101021_Pikulska-265x340.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/101021_Pikulska.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Unsere polnischen Nachbarn haben eine bedeutende Orgeltradition, sowohl hinsichtlich der Komposition als auch vor allem mit herausragenden Organistinnen und Organisten. Eine junge Vertreterin der polnischen Schule, Anna Pikulska, wird am 30. Oktober, 12.05 Uhr, in der Matinee mit Werken deutscher und franz\u00f6sischer Komponisten, unter anderem dem hochvirtuosen Final aus der 2. Symphonie von Louis Vierne zu h\u00f6ren sein. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<\/p>\n<p>Anna Pikulska, geboren 1985 in Oppeln, Polen; 2009 Magisterdiplom mit Auszeichnung der Musikakademie Kattowitz bei Prof. Julian Gembalski. Seit WS 2009\/10 im Aufbaustudium Konzertexamen bei Prof. Gerhard Gnann an der Hochschule f\u00fcr Musik Mainz. Preistr\u00e4gerin mehrerer Wettbewerbe: Wettbewerb der Polnischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts in Liegnitz 1999, Internationaler Orgelwettbewerb in Brno (Tschechien) 2007, Orgelwettbewerb Romuald Sroczy\u00c5\u201eski in Memorian in Posen 2008, 7. Internationaler Orgelwettbewerb von J. P. Sweelinck in Danzig 2009 (Sonderpreis f\u00fcr die beste Ausf\u00fchrung des Werkes von J. P. Sweelinck). Zahlreiche Masterkurse f\u00fcr Orgel und Cembalo u. a. bei Christoph Bossert, Pieter van Dijk, Lorenzo Ghielmi, Leszek K\u00c4\u2122dracki, Tomasz Adam Nowak, Jean-Luc Perrot, Gunther Rost, Marek Toporowski. Dreimalige Stipendiatin des Kultusministers von Polen (2000, 2002, 2009), des Stipendiums der Stiftung f\u00fcr junge Talente von Jolanta und Aleksander Kwa\u00c5\u203aniewski (2000), und des Ministerpr\u00e4sidenten von Polen (2002).<!--more--><\/p>\n<p>Das triumphale Finale der 2. Symphonie entwickelt den fu\u00cc\u02c6r die Akkustik von Notre Dame spezifischen gotischen Kathedralenklang in der Brutalit\u00e4t thematischerAkkordschl\u00e4ge \u00c3\u00a0 la Widor. Das konstruktive Element u\u00cc\u02c6berwiegt in diesem fru\u00cc\u02c6hen Werk noch das Kolorit. Claude Debussy schrieb nach der Urauffu\u00cc\u02c6hrung in der Zeitschrift \u201eGil Blas\u201c: \u201eDie Symphonie von Herrn Vierne z\u00e4hlt zu den bemerkenswertesten; h\u00f6chste Musikalit\u00e4t vereint sich hier mit genialer Erfindungskraft, was die der Orgel eigenen Klangfarben betrifft. Der alte J.S. Bach, unser aller Vater, w\u00e4re mit Herrn Vierne zufrieden gewesen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Orgelmatinee: Samstag, 30. Oktober 2010 um 12.05 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Programm:<\/p>\n<ul>\n<li>Johann Sebastian Bach (1685 &#8211; 1750)<br \/>\nPr\u00e4ludium und Fuge G-Dur BWV 541<br \/>\nChoralbearbeitung \u201eErbarm dich mein, o Herre Gott\u201c BWV 721<\/li>\n<li>Eug\u00e8ne Gigout (1844 &#8211; 1925)<br \/>\nScherzo E-Dur<\/li>\n<li>C\u00e9sar Franck (1822 &#8211; 1890)<br \/>\nPr\u00e9lude aus: Pr\u00e9lude, Fugue et Variation op. 18<\/li>\n<li>Louis Vierne (1870 &#8211; 1937)<br \/>\nFinal aus: 2. Symphonie e-Moll op. 20<\/li>\n<\/ul>\n<p>An der Domorgel: Anna Pikulska, Kattowitz, Polen<\/p>\n<p><strong>Zu den Werken: <\/strong><\/p>\n<p>Johann Sebastian Bach Pr\u00e4ludium und Fuge G-Dur BWV 541<\/p>\n<p>Das erhaltene Autograph, das Bach vielleicht fu\u00cc\u02c6r Wilhelm Friedemanns Probespiel an der Dresdner Sophienkirche im Jahre 1733 anfertigte, t\u00e4uscht u\u00cc\u02c6ber die wahrscheinlich weit zuru\u00cc\u02c6ckreichende Entstehungsgeschichte der Komposition hinweg. Faktur und Form verweisen auf die Weimarer Zeit, in der Bach sich unter anderem durch Transkriptionen mit Vivaldi und der italienischen Konzertform sch\u00f6pferisch auseinander setzte. Trotz des nach au\u00dfen hin repr\u00e4sentativen Charakters ist die Anlage des Pr\u00e4ludiums als durchaus experimentell zu bezeichnen. So kombiniert Bach das er\u00f6ffnende norddeutsche Passagenwerk mit den harmonischen Stationen und der weitr\u00e4umigen, homophon gepr\u00e4gten Gestik eines Konzertsatzes. Auch der fu\u00cc\u02c6r die Fuge konstitutive Wechsel zwischen den Durchfu\u00cc\u02c6hrungen des Themas und den frei fortgesponnenen Zwischenspielen nimmt in diesem Werk konzertante Merkmale auf. Dies betrifft zum einen die Imitation des Themenkopfes und mehr noch die motivisch vom Subjekt vollkommen losgel\u00f6ste Passage, deren freie Figurationen einer veritablen \u201eEpisode\u201c entstammen k\u00f6nnten. Die an das einem norddeutschen Modell nachempfundene Thema gebundenen Abschnitte lie\u00dfen sich demgegenu\u00cc\u02c6ber als \u201eRitornell\u201c bezeichnen.<\/p>\n<p>J. S. Bach Choralbearbeitung \u201eErbarm dich mein, o Herre Gott\u201c BWV 721<\/p>\n<p>Erbarm dich mein, o Herre Gott,<br \/>\nnach deiner gro\u00dfen Barmherzigkeit,<br \/>\nwasch ab, mach rein mein Missetat.<br \/>\nIch erkenn mein Su\u00cc\u02c6nd und ist mir leid,<br \/>\nallein ich dir gesu\u00cc\u02c6ndiget hab;<br \/>\ndas ist wider mich stetiglich,<br \/>\ndas Best vor dir mag nicht bestahn,<br \/>\ndu bleibst gerecht, ob du urteilest mich.<\/p>\n<p>Eug\u00e8ne Gigout Scherzo E-Dur<\/p>\n<p>Das klangsinnliche achte Stu\u00cc\u02c6ck der \u201eDix Pi\u00e8ces\u201c eignet sich in seiner formvollendeten Noblesse als entspannendes und humorvolles Moment im Konzertprogramm. Das Thema des A-Teils besteht aus einer schwungvoll aufsteigenden, aus einfachen Dreiklangsbrechungen bestehenden Melodien. Das Thema entwickelt sich in Dialogform durch das Ausspielen der Gegens\u00e4tze von piano- und forte-Registrierung, Dur- und Mollversion, Sopran- und Tenordurchfu\u00cc\u02c6hrung sowie Aufund Abw\u00e4rtsbewegung seiner Melodieteile, die phrasenbildend von gleichm\u00e4\u00dfigen Bassbewegungen zusammengehalten werden. Im B-Teil entsteht ein akkordisch vierstimmiger Dialog, der neben den bereits erw\u00e4hnten Mitteln noch gegens\u00e4tzliche Artikulation ins Spiel bringt. Das dialogartige, manchmal blitzartige Wechselspiel der Manuale wird durch Verku\u00cc\u02c6rzung der Thementeile intensiviert, bis ein dominantischer Halbschluss die Reprise herbeifu\u00cc\u02c6hrt.<\/p>\n<p>C\u00e9sar Franck Pr\u00e9lude aus: Pr\u00e9lude, Fugue et Variation op. 18<\/p>\n<p>\u201eIch war fassungslos und geriet in eine Art Ekstase\u201c Louis Vierne u\u00cc\u02c6ber seine pr\u00e4gende Erfahrung in jungen Jahren, als er zum ersten Mal C\u00e9sar Franck an der Orgel h\u00f6rte. Das Triptychon besticht den H\u00f6rer durch seine Schlichtheit und seinen ungehemmten, natu\u00cc\u02c6rlichen Fluss. Der mit der Spielanweisung \u201eAndantino, Cantabile\u201c u\u00cc\u02c6berschriebene erste Satz in h-Moll besteht aus einer wiegenliedhaften kreisenden Melodie im 9\/8-Takt und den ihr angepassten Begleitfiguren. Auf die dreimal erklingende fu\u00cc\u02c6nftaktige Phrase folgt ein zweites Thema, das in der rhythmischen Folge Achtel-Viertel s\u00e4mtliche Intervalle von der Sekunde bis zur Oktave durchschreitet. Nach dreimaliger Entwicklung der auf dem Schwellwerk expressiv gespielten Phrase erfolgt nach einer letzten Wiederholung des Themas eine kurze Reprise des ersten Themas, die in fis- Moll endet.<\/p>\n<p>Louis Vierne Final aus: 2. Symphonie in e-Moll op. 20<\/p>\n<p>Louis Vierne und das \u201eberauschende Gef\u00fchl der Macht\u201c Als Sch\u00fcler von C\u00e9sar Franck f\u00fchrte Vierne die franz\u00f6sische Orgeltradition ins 20. Jahrhundert \u2013 und dies \u00fcber 37 Jahre als Titularorganist an der Cavaill\u00e9-Coll-Orgel von Notre Dame de Paris. Sechs Sinfonien f\u00fcr Orgel komponierte er in dieser Zeit. Die erste dieser Orgelsinfonien datiert aus dem Jahr 1899 \u2013 Vierne war gerade 29 Jahre alt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.orgelmusik.bistum-fulda.de\" target=\"_blank\">www.orgelmusik.bistum-fulda.de<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Unsere polnischen Nachbarn haben eine bedeutende Orgeltradition, sowohl hinsichtlich der Komposition als auch vor allem mit herausragenden Organistinnen und Organisten. Eine junge Vertreterin der polnischen Schule, Anna Pikulska, wird am 30. Oktober, 12.05 Uhr, in der Matinee mit Werken deutscher und franz\u00f6sischer Komponisten, unter anderem dem hochvirtuosen Final aus der 2. 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