{"id":6912,"date":"2007-12-10T00:32:04","date_gmt":"2007-12-09T23:32:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=6912"},"modified":"2007-12-10T00:01:36","modified_gmt":"2007-12-09T23:01:36","slug":"brennende-kerzen-als-zeichen-der-hoffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=6912","title":{"rendered":"Brennende Kerzen als Zeichen der Hoffnung"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/071210_kindergrabmal.jpg\" title=\"071210_kindergrabmal.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/12\/071210_kindergrabmal.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"071210_kindergrabmal.jpg\" \/><\/a>Hanau.<\/strong> Viele eifrige H\u00e4nde halten dem Wind am zweiten Adventssonntag stand. Das ist m\u00fchevoll, aber es gelingt. Zum Welttag der verstorbenen Kinder versammeln sich Menschen am Kindergrabmal Hanau, um Kerzen anzuz\u00fcnden. \u201eWir suchen Menschen mit \u00e4hnlichem Schicksal\u201c sagt eine betroffene Mutter.<!--more--><\/p>\n<p>Der Vater, vom Naturell her ein zupackender, eher wortkarger Mann, schweigt, und sein Schweigen ist uneingeschr\u00e4nkte Zustimmung. Eine Familie kommt mit zwei Kinderwagen \u2013 sowohl die trauernde Mutter als auch ihre Schwester haben wieder Nachwuchs. Und doch f\u00fchrt die Trauer die Mutter noch Tag f\u00fcr Tag zum Grab des verstorbenen Kindes. Oma, Tante und Schw\u00e4gerin stehen jetzt an diesem Grab, der Opa kommt nach, sobald er Dienstschluss hat.<\/p>\n<p>Eine Mutter ist mit ihrem Kind gekommen. Behutsam erkl\u00e4rt sie ihm, dass alle Kinder hier dasselbe Schicksal haben \u2013 sie sind jetzt im Himmel, so wie das Geschwisterchen. Es liegt an einem anderen Ort begraben, doch hier, am Kindergrabmal Hanau, findet die Mutter einen Ort, um ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen. Denn hier k\u00f6nnen Gedenkschilder angebracht werden f\u00fcr Kinder, deren Grab nicht hier ist, deren Grab nicht mehr existiert \u2013 oder vielleicht nie existiert hat.<\/p>\n<p>Eine andere Mutter trauert nicht aus pers\u00f6nlicher Betroffenheit \u2013\u00c2\u00a0 Solidarit\u00e4t hat sie am Welttag der verstorbenen Kinder zum Kindergrabmal Hanau gef\u00fchrt: \u201eIch muss dieses Leid nicht teilen. Ich habe f\u00fcnf gesunde Kinder, und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar\u201c. Mit diesen Worten packt sie drei Kerzen aus und z\u00fcndet sie an: Die verstorbenen Kinder sind nicht vergessen.<\/p>\n<p>\u201eIch finde gut, was hier geschieht.\u201c Mit diesen Worten begr\u00fc\u00dft Privatdozent Dr. med. Thomas M\u00fcller die Aktion. Der Chefarzt der Gyn\u00e4kologie und des M\u00fctter \u2013 Kind Zentrums am Klinikum Hanau ist selbst zur Aktion gekommen. Im Kindergrabmal sieht er eine sehr gute und wirksame M\u00f6glichkeit, Trauerarbeit zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Der Trauer einen Ort geben und so zu ihrer Verarbeitung beitragen: Mit diesem Ziel ist das Kindergrabmal Hanau 2000 ins Leben gerufen worden. Zum Welttag der verstorbenen Kinder ist nat\u00fcrlich auch Pfarrer Werner Gutheil hierher gekommen: Der Initiator des Kindergrabmals hat auch die Aktion zum zweiten Adventssonntag nach Hanau in die \u00d6ffentlichkeit bringen wollen.<\/p>\n<p>\u201eEs geht darum, Menschen nicht am Grab stehen zu lassen\u201c, sagt Pfarrer Gutheil und erinnert an die Kerze als Symbol der Hoffnung und der Auferstehung. Er spricht mit allen, die gekommen sind, er weist einige auf die Bedeutung der Gedenksteine hin. Sein Anliegen ist gleicherma\u00dfen Berufung und Beruf \u2013 seit kurzem ist er auch von der Di\u00f6zese Fulda offiziell Beauftragter f\u00fcr Trauerbegleitung geworden.<\/p>\n<p>Auch in den Fenstern sollen am zweiten Adventssonntag viele Kerzen angez\u00fcndet stehen, w\u00fcnscht sich Pfarrer Gutheil. Die Menschen am Kindergrabmal teilen seine Hoffnung. Die Familie, die ihren mit zwei Jahren verstorbenen Jungen t\u00e4glich am Grab besucht, wird in den n\u00e4chsten Tagen nach den Kerzen sehen und \u2013 wie die aus Solidarit\u00e4t gekommene Mutter von f\u00fcnf Kindern auch \u2013 die im Wind ausgegangenen Kerzen neu entz\u00fcnden. (Roland Bernd)<\/p>\n<p>Eine Selbsthilfegruppe kann bei der Bew\u00e4ltigung von Trauerarbeit wesentliche Hilfe leisten. Wer an der Gr\u00fcndung einer Selbsthilfegruppe zum \u201eTod am Anfang des Lebens\u201c unter Leitung von Monika Wiedemann Interesse hat, ist herzlich eingeladen, sich bei Pfarrer Werner Gutheil zu melden, der auch gerne weitere Informationen zu Angeboten f\u00fcr Trauernde gibt. Katholische Klinikseelsorge am Klinikum Hanau, Telefon: (0 61 81) 296-4580, E-Mail: <a href=\"mailto:wgutheil@t-online.de\">wgutheil@t-online.de<\/a><br \/>\n\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hanau. Viele eifrige H\u00e4nde halten dem Wind am zweiten Adventssonntag stand. Das ist m\u00fchevoll, aber es gelingt. 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