{"id":68245,"date":"2010-08-31T07:25:35","date_gmt":"2010-08-31T05:25:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=68245"},"modified":"2010-08-30T18:45:56","modified_gmt":"2010-08-30T16:45:56","slug":"bischof-algermissen-feierte-pontifikalamt-zur-eroeffnung-des-kongresses-freude-am-glauben-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=68245","title":{"rendered":"Bischof Algermissen feierte Pontifikalamt zur Er\u00f6ffnung des Kongresses \u201eFreude am Glauben\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>\u201eDie Gemeinschaft mit dem Nachfolger des hl. Petrus ist die eigentliche St\u00e4rke, garantiert die Einheit, bewahrt vor verderblichem Subjektivismus, profilloser Gleichg\u00fcltigkeit und der Gefahr einer \u00e2\u20ac\u0161Zeitgeist-Kirche\u00e2\u20ac\u2122.\u201c Dies betonte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Freitag bei der Er\u00f6ffnung des zehnten Kongresses \u201eFreude am Glauben\u201c, der mit einem Pontifikalamt im vollbesetzten Hohen Dom zu Fulda begann. Unter Bezugnahme auf die enge Rombindung des hl. Bonifatius im 8. Jahrhundert und die Ermutigung der deutschen Katholiken durch den Besuch Papst Johannes Pauls II. in Fulda 1980 stellte der Oberhirte heraus, da\u00df es wichtig sei, \u00fcber den eigenen Kirchturm hinauszuschauen und sich nicht auf die \u201ehausgemachten Probleme\u201c zu fixieren, wie dies in Deutschland immer wieder geschehe. <!--more--><\/p>\n<p>Den Teilnehmern des diesj\u00e4hrigen Kongresses \u201eFreude am Glauben\u201c dankte er f\u00fcr ihre Treue. Noch nie in den letzten Jahrzehnten seien \u00fcberzeugte und fundierte katholische Christen so wichtig gewesen wie in den letzten Monaten. \u201eNur wirklich tief \u00dcberzeugte k\u00f6nnen andere \u00fcberzeugen, k\u00f6nnen verlorenes Terrain und Vertrauen zur\u00fcckgewinnen.\u201c Als das Programm f\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Kongre\u00df \u201eFreude am Glauben\u201c vorbereitet worden sei, habe niemand ahnen k\u00f6nnen, wie aktuell das Motto \u201eDie Kirche \u2013 Dienerin der Wahrheit und Zeichen des Widerspruchs\u201c durch die Entwicklung der letzten sechs Monaten werden w\u00fcrde. \u201eDie Kirche, geschw\u00e4cht durch sexuelle Mi\u00dfbrauchsf\u00e4lle und nicht selten von den Medien vorgef\u00fchrt und diskreditiert, ist in Gefahr, sich in eine Nische zur\u00fcckdr\u00e4ngen zu lassen, wie es ja manche Politiker seit l\u00e4ngerem fordern, weil sie ihre warnende und mahnende Stimme als l\u00e4stig erfahren\u201c, hob der Bischof hervor.<\/p>\n<p>Die Kirche sei vom Schriftsteller Martin Mosebach selbst als ein \u201eMi\u00dfbrauchsopfer\u201c bezeichnet worden, weil einzelne Priester ihr Gel\u00fcbde gebrochen und die Kirche verraten h\u00e4tten. Dieser Verrat sei sehr bedr\u00fcckend und f\u00fchre bei vielen Priestern, die ihren Dienst authentisch und \u00fcberzeugend tun, ebenso wie in den Gemeinden zu \u201el\u00e4hmender Resignation\u201c. Verst\u00e4rkt werde dies noch durch einen \u201erapide wachsenden Verlust an Glauben und Transzendenz sowie durch die Not der Glaubensweitergabe an die j\u00fcngere Generation\u201c, zeigte sich Algermissen \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Die hl. Monika, die Mutter des hl. Augustinus, sei Zeugin daf\u00fcr, da\u00df solche Not auch Menschen in der fr\u00fchen Kirche bewegte. Denn sie hatte es mit ihrer Glaubens\u00fcberzeugung nicht leicht, da ihr Mann ungetauft war und ihr Sohn sie zun\u00e4chst wegen ihrer Fr\u00f6mmigkeit verspottete und ein ausschweifendes Leben f\u00fchrte. Erst sp\u00e4t fand er die Kraft zu einer grunds\u00e4tzlichen Entscheidung und nach langem innerem Kampf seinen Frieden. Diese Heilige stehe f\u00fcr die tr\u00f6stliche Lebenserfahrung: \u201eWenn du mit deinen Kindern nicht mehr \u00fcber Gott sprechen kannst, kannst du immer noch mit Gott \u00fcber deine Kinder sprechen\u201c.<\/p>\n<p>Angesichts einer versch\u00e4rften Diasporasituation im eigenen Land rief der Fuldaer Bischof die Ermutigung in Erinnerung, die Papst Johannes Paul II. seines ersten Besuchs am 18. November 1980 bei der Eucharistiefeier auf dem Domplatz in Fulda geschenkt habe: \u201eViele sagen, die Geschichte der Kirche in Eurem Land neige sich jetzt ihrem Ende zu. Ich sage Euch: Diese Geschichte des Christentums in Eurem Land soll jetzt neu beginnen, und zwar durch Euch! Ihr seid mitverantwortlich f\u00fcr die Zukunft unserer Kirche! Seid selber ganz und gar Kirche. Stellt die Wesensmerkmale der Kirche, der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche dar!\u201c Die Gl\u00e4ubigen m\u00fc\u00dften \u201eein Herz und eine Seele\u201c sein, hatte der unvergessene Papst damals gefordert. Bischof Algermissen gab seinem Wunsch Ausdruck, da\u00df \u201edie legitime Vielfalt an Str\u00f6mungen nicht zum Indifferentismus und zur Beliebigkeit verkommt\u201c und damit die Einheit der Kirche gef\u00e4hrde.<\/p>\n<p>\u201eHeiligt Euer eigenes Leben und haltet in Eurer Mitte den gegenw\u00e4rtig, der allein heilig ist\u201c, hatte der Papst 1980 in Fulda gefordert. Geheiligt seien die Christen laut Paulus grunds\u00e4tzlich durch die Taufe, die alle zu einem heiligen Volk mache und eine gemeinsame W\u00fcrde und grundlegende Gleichheit schenke. Die Kirche lebe, so Bischof Algermissen weiter, von einer \u201epermanenten Spannung zwischen ihrer geistlichen und g\u00f6ttlichen Dimension sowie ihrer irdischen, menschlichen Verfa\u00dftheit\u201c. Insofern sei sie grunds\u00e4tzlich heilig und doch auch s\u00fcndig zugleich. \u201eAuch jetzt, wo manch schwere Schuld zutage getreten ist, gibt es unglaublich viel gelebte Heiligkeit in der Kirche. Ich bin mir sicher: Die Heiligen haben im Geiste Jesu Christi die Kirche immer wieder gerettet und werden es auch zuk\u00fcnftig tun.\u201c<\/p>\n<p>Die Treue zur Kirche lasse sich immer wieder bei der Feier der Hl. Eucharistie st\u00e4rken, um deren Bedeutung die ersten Christen gewu\u00dft h\u00e4tten, denn \u201esie gingen sogar in den Tod, um ihre Treue zum sonnt\u00e4glichen Herrenged\u00e4chtnis nicht zu brechen\u201c. Aus der Feier der Eucharistie bekamen sie die Kraft, in ihren Familien als \u201eHauskirche\u201c zusammenzuleben. Das sei laut Algermissen auch unter den Bedingungen der heutigen Zeit ein \u201emissionarisches Konzept\u201c. In Zukunft werde die Heiligkeit der Kirche nicht mehr fl\u00e4chendeckend, sondern nur noch im Einzelnen zum Vorschein kommen. Jeder m\u00fcsse als \u201eApostel\u201c fest verwurzelt sein im apostolischen Ursprung der Kirche, eingebunden in die Gemeinschaft mit Papst und Bisch\u00f6fen, gleichzeitig aber jene Dynamik entwickeln, die die Kirche und jede ihrer Gemeinden jung erhalte.<\/p>\n<p>Am Anfang des Gottesdienstes hatte der Bischof die G\u00e4ste der Tagung willkommen gehei\u00dfen und hervorgehoben, da\u00df diese nach dem vergangenen Jahr wie \u201edas Brot auf dem Tisch\u201c gebraucht werde. \u201eAm Ende dieses Kongresses am Sonntag werden wir alle gest\u00e4rkt wieder nach Hause gehen\u201c, so Bischof Algermissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u201eDie Gemeinschaft mit dem Nachfolger des hl. Petrus ist die eigentliche St\u00e4rke, garantiert die Einheit, bewahrt vor verderblichem Subjektivismus, profilloser Gleichg\u00fcltigkeit und der Gefahr einer \u00e2\u20ac\u0161Zeitgeist-Kirche\u00e2\u20ac\u2122.\u201c Dies betonte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Freitag bei der Er\u00f6ffnung des zehnten Kongresses \u201eFreude am Glauben\u201c, der mit einem Pontifikalamt im vollbesetzten Hohen Dom zu &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,50],"tags":[],"class_list":["post-68245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kirche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=68245"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68486,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/68245\/revisions\/68486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=68245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=68245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=68245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}