{"id":68242,"date":"2010-09-01T06:14:12","date_gmt":"2010-09-01T04:14:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=68242"},"modified":"2010-08-31T21:08:50","modified_gmt":"2010-08-31T19:08:50","slug":"blutauffrischung-und-erweiterung-des-lebensraums-soll-birkwildbestand-stabilisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=68242","title":{"rendered":"\u201eBlutauffrischung\u201c und Erweiterung des Lebensraums soll Birkwildbestand stabilisieren"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100830_Birkhuhn.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-68243\" title=\"100830_Birkhuhn\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100830_Birkhuhn-265x198.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100830_Birkhuhn-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100830_Birkhuhn.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n\/H\u00fcnfeld. <\/strong>Ein weltweit einzigartiges Projekt soll einen entscheidenden Beitrag zur Rettung des Birkwildes im Naturschutzgebiet Lange Rh\u00f6n leisten: Neun H\u00e4hne und zwei Hennen aus Schweden wurden dort im Fr\u00fchjahr ausgesetzt, um den aktuellen Bestand von 20 Tieren zu vergr\u00f6\u00dfern. Um die G\u00e4ste aus Europas Norden hierher zu holen, waren Ewald Sauer und Georg Sauer vom Birkwildhegering Hessische Rh\u00f6n (BHR) gemeinsam mit Andreas Carl und Torsten Kirchner von der bayerischen Wildlandstiftung eigens nach Schweden gereist. Finanziert wurde das Projekt durch diese beiden Verb\u00e4nde und das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n. Ziel ist es, den Bestand zu stabilisieren beziehungsweise zu erh\u00f6hen, wozu in den kommenden vier Jahren nicht nur weitere schwedische H\u00fchner und H\u00e4hne beitragen sollen, sondern auch eine erhebliche Erweiterung des Lebensraums insbesondere in der Gegend um das Rote Moor, W\u00fcstensachsen und den Stirnberg. Matthias M\u00fcller, Vorsitzender des Birkwildhegerings Hessische Rh\u00f6n, lobt aber auch die Verantwortlichen in Schweden, \u201ewelche die Tiere kostenlos zur Auswilderung bereitgestellt haben\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Hintergrund des \u201eSchwedenimports\u201c ist unter anderem eine Studie von Professor Dr. Ilse Storch (Uni Freiburg), die festgestellt hatte, \u201edass der wirklich nutzbare Lebensraum f\u00fcr das Birkwild merklich erweitert werden muss\u201c. Und zwar von derzeit nur etwa 1.000 Hektar auf mindestens 5.000 Hektar. Weiter hatte Professor Storch eben jene\u00c2\u00a0 \u201eBlutauffrischung\u201c durch ausgewilderte Birkh\u00fchner und Birkh\u00e4hne empfohlen, um die seit vielen Jahren bestehende Isolation des Rh\u00f6ner Birkwilds zu beenden. Dem BHR-Vorsitzenden Matthias M\u00fcller zufolge hatte man in den 1960er Jahren noch zwischen 250 und 300 Birkh\u00e4hne registrieren k\u00f6nnen. Doch durch Aufforstung und Intensivierung der Landwirtschaft sei viel von deren wertvollen Lebensraum verloren gegangen.<\/p>\n<p>Die Sicherung des Birkwildbestandes und anderer Bodenbr\u00fcter sowie der Erhalt ihres Lebensraums hatten sich J\u00e4ger, Natursch\u00fctzer, Vertreter von Hessenforst und von der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n\u00c2\u00a0 bereits w\u00e4hrend der Gr\u00fcndungsversammlung des Birkwildhegerings Hessische Rh\u00f6n im Mai 2002 zum Ziel gesetzt. Zum Vorsitzenden war der Leiter der Hegemeinschaft \u201eHohe Rh\u00f6n\u201c, Werner Weber aus L\u00fctter, gew\u00e4hlt worden. Als seine Stellvertreter fungierten der Leiter des Forstamts Hilders, Forstoberrat Adalbert Fischer, sowie das Vorstandsmitglied des Landesjagdverbandes Hessen, G\u00fcnter Dienst.<\/p>\n<p>Die \u201egro\u00dfen Aufgaben im Artenschutz\u201c sind in der Folgezeit nicht geringer geworden \u2013 auch vor dem Hintergrund, dass gro\u00dfe Teile der Rh\u00f6n als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie und EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurden. Das sieht auch der selbstst\u00e4ndige Garten- und Landschaftsgestalter Matthias M\u00fcller aus dem H\u00fcnfelder Stadtteil Ro\u00dfbach so, der im Fr\u00fchjahr 2009 zum neuen Vorsitzenden des Birkwildhegerings Hessische Rh\u00f6n gew\u00e4hlt wurde, dem rund 60 Mitglieder angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der 46-J\u00e4hrige, der auch Vorsitzender der Ortsgruppe H\u00fcnfeld im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und des Naturschutzbeirates im Landkreises Fulda ist, formuliert \u201edie besondere Verantwortung, die wir f\u00fcr die seltenen Bodenbr\u00fcter tragen, insbesondere f\u00fcr die Hauptleitart der Rh\u00f6n, das Birkhuhn\u201c. Nur ein Bestand von mehr als 50 Tieren werde dauerhaft \u00fcberlebensf\u00e4hig sein. Aber nicht nur das Birkhuhn stehe auf der Liste der bedrohten Arten. Wiesenpieper, Wiesenralle, Steinschm\u00e4tzer, Kiebitz und Rebhuhn seien selten gewordene Bodenbr\u00fcter und sollten in ihrem Bestand gesch\u00fctzt werden. Um dies zu erreichen, sei neben einer sinnvollen Schaffung und Gestaltung von Biotopverb\u00fcnden und einer \u201eim \u00f6kologischen Sinne genutzten Landwirtschaft\u201c auch eine Regulierung der so genannten Fressfeinde wie Fuchs, Marder, Rabenv\u00f6gel und Wildschweine n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Zugleich erachtet M\u00fcller auch eine Intensivierung der l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Arbeit mit Organisationen in Bayern und Th\u00fcringen f\u00fcr notwendig. \u201eFantastisch\u201c sei die Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises Fulda, doch auch zu anderen Verwaltungsstellen wie beispielsweise der Stadt H\u00fcnfeld in Person von B\u00fcrgermeister Dr. Eberhard Fennel, zum Landesjagdverband Hessen, zu den Forst\u00e4mtern Burghaun und Hofbieber oder auch zum Rh\u00f6nklub pflege man gute Kontakte.<\/p>\n<p>\u201eDer Lebensraum der seltenen Vogelarten kennt keine politischen und keine Landesgrenzen\u201c, so M\u00fcller, dem es ein Herzensanliegen ist, Natur wieder f\u00fcr Kinder und Jugendliche \u201ebegreifbar und erlebbar zu machen\u201c. Dazu geh\u00f6re auch die Zusammenarbeit mit Kinderg\u00e4rten und Schulen. Der Appell des 46-J\u00e4hrigen: \u201eGerade mit Blick auf zuk\u00fcnftige Generationen m\u00fcssen wir die Natur sch\u00fctzen und erhalten.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n\/H\u00fcnfeld. Ein weltweit einzigartiges Projekt soll einen entscheidenden Beitrag zur Rettung des Birkwildes im Naturschutzgebiet Lange Rh\u00f6n leisten: Neun H\u00e4hne und zwei Hennen aus Schweden wurden dort im Fr\u00fchjahr ausgesetzt, um den aktuellen Bestand von 20 Tieren zu vergr\u00f6\u00dfern. 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