{"id":67366,"date":"2010-08-20T02:05:25","date_gmt":"2010-08-20T00:05:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=67366"},"modified":"2010-08-20T08:06:09","modified_gmt":"2010-08-20T06:06:09","slug":"rhoener-apfelinitiative-kaempft-um-erhalt-von-streuobstwiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=67366","title":{"rendered":"Rh\u00f6ner Apfelinitiative k\u00e4mpft um Erhalt von Streuobstwiesen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100819_Apfelinitiative.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-67367\" title=\"100819_Apfelinitiative\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100819_Apfelinitiative.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100819_Apfelinitiative.jpg 592w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/100819_Apfelinitiative-265x175.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/a>Rh\u00f6n.<\/strong> Sie tragen gewichtige Namen wie \u201eMinister Hammerstein\u201c, \u201eGeflammter Kardinal\u201c oder auch \u201eGeheimrat von Breuhan\u201c. In ihrem erlauchten Zirkel gibt es noch einen waschechten \u201eKaiser Wilhelm\u201c und &#8211; nicht zu vergessen &#8211; einen \u201eK\u00f6niglichen Kurzstiel\u201c. Die Vielfalt an Bezeichnungen f\u00fcr die \u00c4pfel auf Rh\u00f6ner Streuobstwiesen ist ebenso riesig wie deren Sortenf\u00fclle. \u00dcber f\u00fcnfhundert verschiedene Apfelsorten, die teilweise schon bis zu hunderf\u00fcnfzig Jahre alt sind, gibt es in der Rh\u00f6n. Manche aber leider nur noch in Minimalbesetzung. Und damit keine Apfelart mehr verloren geht, die Sortenanzahl vielleicht sogar noch w\u00e4chst, setzt die Rh\u00f6ner Apfelinitiative e.V. als gr\u00f6\u00dfte bio-zertifizierte Streuobstinitiative Deutschlands bereits seit ihren Anf\u00e4ngen in 1995 alle Hebel in Bewegung, um sich im Bereich Regionalentwicklung zu engagieren und die Verbraucher zu motivieren, noch mehr regional verwurzelten Apfelsaft zu konsumieren. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eErkl\u00e4rtes Ziel der Vereinsmitglieder ist es, die Apfelbauern und Landwirte mittels lohnender Ankaufspreise dazu anzuregen, sich um ihre wertvollen alten Baumbest\u00e4nde zu k\u00fcmmern und, falls m\u00f6glich, neue Apfelb\u00e4ume zu pflanzen\u201c, bringt es Vorstandsvorsitzender J\u00fcrgen Hermann Krenzer aus Ehrenberg-Seiferts auf den Punkt. Als Betreiber des dortigen Rh\u00f6nschaf-Hotels &#8220;Krone&#8221; sowie der Rh\u00f6ner Schau-Kelterei mit angeschlossener Apfel-Sherry-Manufaktur wei\u00df Krenzer, der selber Apfelb\u00e4ume bewirtschaftet, um die Probleme im Apfelhandel. \u201eDie Gastronomen brauchen tolle Produkte zu g\u00fcnstigen Preisen. Auch die Keltereien m\u00fcssen auf den Kostenfaktor achten. Und wer eigene \u00c4pfel anbaut, der m\u00f6chte nicht nur den bestm\u00f6glichen Preis erzielen, sondern ebenso eine Abnahmestelle in n\u00e4chster N\u00e4he haben. Diese unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bekommen, macht das Spannungsfeld unserer t\u00e4glichen Arbeit mit der Ware Apfel aus.\u201c<\/p>\n<p>In sehr guten Erntejahren speisen knapp 3000 Produzenten aus Hessen, Bayern und Th\u00fcringen ihre Streuobstwiesen\u00e4pfel in das System der Rh\u00f6ner Apfelinitiative ein. Die Beteiligung reicht von Zulieferern mit nur einem Obstgeh\u00f6lz im Garten bis hin zu jenen mit \u00fcber hundert B\u00e4umen. Die Gesamtanbaufl\u00e4che betr\u00e4gt dabei rund 250000 Hektar und ist somit gr\u00f6\u00dfer als das zum Biosph\u00e4renreservat geh\u00f6rende Areal. \u201eIn vielen Regionen Deutschlands werden von den Abnehmern lediglich zwischen drei und acht Euro pro Doppelzentner \u00c4pfel gezahlt\u201c, so der Vorsitzende.<\/p>\n<p>\u201eDoch damit l\u00e4sst es sich nicht wirtschaftlich arbeiten. Auf dieser Grundlage fehlt den Bauern der Anreiz, ihren Baumbestand zu pflegen und fortzuf\u00fchren. Deshalb zahlt die Apfelinitiative den Bauern 14,50 Euro f\u00fcr jeden Doppelzentner. Damit m\u00f6chten wir unter anderem die Pflanzung von weiteren tausend B\u00e4umen pro Jahr anregen, um so irgendwann wieder auf die Baumst\u00fcckzahl zu kommen, die es fr\u00fcher in der Rh\u00f6n gab. Denn in den 1970er und 80er Jahren gingen auch der Rh\u00f6n durch eine entsprechende Empfehlung der Europ\u00e4ischen Wirtschaftsgemeinschaft viele B\u00e4ume verloren, weil die Beseitigung von Apfelgeh\u00f6lzen honoriert wurde, um die Sortenvielzahl zu begrenzen. Das hei\u00dft, wir haben heute einerseits veraltete Best\u00e4nde oder aber sehr junge B\u00e4ume, die den ben\u00f6tigten Ertrag noch nicht erbringen.\u201c<\/p>\n<p>Insgesamt vier Keltereien haben sich dem Verein bislang angeschlossen: Neben J\u00fcrgen H. Krenzers Schau-Kelterei auch die Kelterei Elm in Flieden, die Kuppenrh\u00f6ner Kelterei \u201eAusbacher Roter\u201c in Hohenroda-Ausbach sowie die Kelterei Wolfgang S\u00f6der aus dem bayerischen Sandberg. Hinzu kommen inzwischen zahlreiche Endverbraucher, Gastronomiebetriebe und Natursch\u00fctzer, die dem Unternehmen und seinen Projekten wohl gesonnen sind. Aber im Dienste einer ganzen Region d\u00fcrften es durchaus noch mehr sein.<\/p>\n<p>Von den Mitgliedsunternehmen werden st\u00e4ndig neue innovative Apfelgetr\u00e4nke wie etwa das Apfelbier, der Apfel-Sherry, sortenreine Apfelweine und naturtr\u00fcbe Bios\u00e4fte entwickelt, um die Begeisterung der Konsumenten f\u00fcr die heimische Frucht zu wecken und damit auch langfristig allen mitwirkenden Apfelbauern einen fairen Lohn f\u00fcr ihre M\u00fchen zahlen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr die Zukunft der Rh\u00f6ner Streuobstwiesen\u00e4pfel hat Vereins-Chef Krenzer vor allem zwei Herzensw\u00fcnsche: \u201eDass die Apfelfans verst\u00e4rkt auf Getr\u00e4nke mit regionalem Ursprung achten und dass bald alle Rh\u00f6ner Keltereien an einem Strang ziehen, wenn es um die wichtige Frage der Produktauswahl geht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 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