{"id":67276,"date":"2010-08-19T08:42:03","date_gmt":"2010-08-19T06:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=67276"},"modified":"2010-08-21T08:42:47","modified_gmt":"2010-08-21T06:42:47","slug":"versorgung-sterbender-endlich-nicht-mehr-kriminell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=67276","title":{"rendered":"Versorgung Sterbender endlich nicht mehr kriminell?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin\/Bochum\/Fulda. <\/strong>Die Interessengemeinschaft-SAPV begr\u00fc\u00dft die Einigung der Koalitionsfraktionen auf Initiative des Gesundheitsministeriums auf \u00c4nderungen des Bet\u00e4ubungsmittelrechts. Durch die geplanten Gesetzes\u00e4nderungen wird die Versorgung von schwerstkranken Menschen mit notwendigen Schmerzmitteln in der letzten Lebensphasedeutlich verbessert. Zuk\u00fcnftig sollen sowohl\u00c2\u00a0 Teams zur Versorgung Sterbender im h\u00e4uslichen Umfeld (sog. Palliative Care Teams) wie auch Hospize \u00e4rztlich verschriebene und nicht mehr ben\u00f6tigte Schmerzmittel f\u00fcr andere Patienten weiterverwenden d\u00fcrfen. Gleichzeitig soll die rechtliche M\u00f6glichkeit geschaffen werden, Notfallvorr\u00e4te von Bet\u00e4ubungsmitteln in station\u00e4ren Hospizen und in der SAPV vorzuhalten. <!--more--><\/p>\n<p>Dr. Matthias Th\u00f6ns, Vorstandsmitglied im Palliativnetz Bochum e.V. dazu: \u201eDies wurde bereits in vielen Hospizen und in der h\u00e4uslichen Versorgung Sterbender praktiziert, \u00fcber 90% der engagierten Kollegen machen das so. Der behandelnde Arzt stand dabei allerdings bereits mit einem Bein im Knast\u201c. Auch Staatsanwaltschaften ermittelten deswegen gegen Palliativmediziner.Th\u00f6ns begr\u00fc\u00dft, dass diese unsinnigen Strafvorschriften nun entsch\u00e4rft werden und damit eine legale M\u00f6glichkeit zur leidenslindernden Behandlung eigentlich erst erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<p>Auch Thomas Sitte von der Deutschen Palliativstiftung erg\u00e4nzt: \u201eMan kann es eigentlich kaum fassen. In einem Hospiz, in dem teilweise 10 oder mehr sterbende Menschen mit behandelbaren Krisen liegen, blockieren Gesetze bislang eine zeitgem\u00e4\u00dfe Behandlung ihrer Beschwerden. Hospize und Palliative Care Teams m\u00fcssen jederzeit auf notwendige Schmerzmittel zugreifen und diese im Notfall den Patienten \u00fcberlassen k\u00f6nnen \u2013 Schmerzen halten sich nicht an \u00d6ffnungszeiten der Apotheken!\u201c<\/p>\n<p>Weitere \u00c4nderungen betreffen die Verordnungsf\u00e4higkeit von Cannabishaltigen Arzneimitteln. Dies soll zur Folge haben, dass Streitigkeiten um Kosten\u00fcbernahmen im so genannten \u201eoff-label-use\u201c in Zukunft zumindest hier der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Cannabis hat allerdings in der Medizin seine Wirkung nur f\u00fcr sehr spezielle Patientengruppen nachweisen k\u00f6nnen, die nichtmedizinische Verwendung von Cannabis bleibt verboten.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnen Patientinnen und Patienten zuk\u00fcnftig leichter frei und selbstbestimmt entscheiden, ob sie ambulant in der gewohnten h\u00e4uslichen Umgebung, im station\u00e4ren Hospiz oder vollstation\u00e4r im Krankenhaus versorgt werden wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Berlin\/Bochum\/Fulda. Die Interessengemeinschaft-SAPV begr\u00fc\u00dft die Einigung der Koalitionsfraktionen auf Initiative des Gesundheitsministeriums auf \u00c4nderungen des Bet\u00e4ubungsmittelrechts. 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