{"id":66671,"date":"2010-08-12T02:08:16","date_gmt":"2010-08-12T00:08:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=66671"},"modified":"2010-08-12T09:08:27","modified_gmt":"2010-08-12T07:08:27","slug":"lautenschlaeger-kernzonenkonzept-im-biosphaerenreservat-gesichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=66671","title":{"rendered":"Lautenschl\u00e4ger: Kernzonenkonzept im Biosph\u00e4renreservat gesichert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rh\u00f6n. <\/strong>Hessen wird als erstes Bundesland seiner Verpflichtung zum Erhalt des l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Biosp\u00e4renreservats Rh\u00f6n nachkommen. \u201eDie Landesregierung wird in diesem und im n\u00e4chsten Jahr bis zu 2 Millionen Euro f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat zur Verf\u00fcgung stellen\u201c, k\u00fcndigte Lautenschl\u00e4ger am Mittwoch auf der Ruine Auersburg in der Gemeinde Hilders an. \u201eDamit werden wir auf jeden Fall den Forderungen der UNESCO nachkommen, bis 2013 drei Prozent der Gesamtfl\u00e4che des Biosph\u00e4renreservates als Kernzone auszuweisen\u201c, so Lautenschl\u00e4ger. Auf diesen Fl\u00e4chen soll sich die Natur m\u00f6glichst ungest\u00f6rt entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung ist deshalb nicht erlaubt.<!--more--><\/p>\n<p>Die Rh\u00f6n ist das einzige Biosph\u00e4renreservat Hessens. Es wurde im M\u00e4rz 1991 von der UNESCO international anerkannt. Bei einer Gesamtfl\u00e4che von 186.206 Hektar entfallen 64.831 Hektar auf Hessen (34,8 Prozent), 72.802 Hektar auf Bayern (39,1Prozent) und 48.573 Hektar auf Th\u00fcringen (26,1 Prozent). Nach den Kriterien der UNESCO m\u00fcssen die deutschen Biosph\u00e4renreservate \u00fcber einen Kernzonenanteil von mindestens 3 Prozent ihrer Fl\u00e4che verf\u00fcgen. Sollten diese bis zur n\u00e4chsten anstehenden \u00dcberpr\u00fcfung im Jahr 2013 nicht zur Verf\u00fcgung stehen, ist damit zu rechnen, dass dies zu einer Aberkennung des Titels f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der hessische Teil verf\u00fcgt mit derzeit 2,4 Prozent (entspricht rd. 1.556 Hektar) \u00fcber den h\u00f6chsten Kernzonenanteil der drei L\u00e4nder. Zur Erf\u00fcllung des 3 Prozent Kriteriums fehlen derzeit rd. 390 Hektar. Noch in diesem Jahr wird das Regierungspr\u00e4sidium Kassel hierf\u00fcr in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst rund 140 Hektar, \u00fcberwiegend Staatswald, ausweisen. Staatsministerin Lautenschl\u00e4ger begr\u00fc\u00dft den Vorschlag des Vereins \u201eNatur- und Lebensraum Rh\u00f6n\u201c zum Kernzonenkonzept. Er sei regional ausgewogen, repr\u00e4sentiert die verschiedenen Waldbesitzarten und ber\u00fccksichtigt naturschutzfachliche Aspekte.<\/p>\n<p>Neben der Ausweisung von Fl\u00e4chen des Staatswaldes werden nun die Verhandlungen mit den kommunalen und privaten Waldbesitzern aufgenommen, um die weiteren Kernzonen zu erbringen. F\u00fcr den erforderlichen Grunderwerb und Ausgleichszahlungen werden bis zu 2 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung stehen. Ministerin Lautenschl\u00e4ger zeigte sich zuversichtlich, dass sich auch die Kommunen mit der Bereitstellung von Fl\u00e4chen f\u00fcr Kernzonen beteiligen werden, nachdem nunmehr klar ist, dass das Land die n\u00f6tigen Ausgleichsmittel zur Verf\u00fcgung stellen wird.<\/p>\n<p>\u201eAlle diese Ma\u00dfnahmen werden dazu beitragen, die markante Mittelgebirgslandschaft der Rh\u00f6n mit ihren waldfreien Hochlagen und Kuppen zu erhalten\u201c, so Lautenschl\u00e4ger. \u201eDas \u201eLand der offenen Fernen\u201c hat f\u00fcr die regionale Identit\u00e4t eine herausragende Bedeutung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Hintergrundinformationen<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1970 startete die UNESCO das Programm \u201eDer Mensch und die Biosph\u00e4re\u201c. Im Rahmen dieses Programms weisen die Mitgliedstaaten Biosph\u00e4renreservate als Modellregionen aus. In ihnen wird erprobt, wie der Mensch im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften kann.<\/p>\n<p>Hauptaufgaben von Biosph\u00e4renreservaten nach den Internationalen Leitlinien der UNESCO sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Schutz des Naturhaushalts und der Biologischen Vielfalt<\/li>\n<li>Nachhaltiges Wirtschaften<\/li>\n<li>Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, Forschung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Biosph\u00e4renreservat besteht aus der Kernzone (die Kernzone deckt streng gesch\u00fctzte Lebensr\u00e4ume ab. In diesen Zonen hat klar die Natur Vorrang, sie soll sich m\u00f6glichst ungest\u00f6rt entwickeln. Eine wirtschaftliche Nutzung ist ausgeschlossen), der Pflegezone (Erhaltung der Kulturlandschaft), der Entwicklungszone (Raum f\u00fcr nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 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