{"id":66233,"date":"2010-08-09T02:50:35","date_gmt":"2010-08-09T00:50:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=66233"},"modified":"2010-08-09T09:51:05","modified_gmt":"2010-08-09T07:51:05","slug":"fledermaeuse-nachtaktive-untermieter-im-dachgebaelk-untere-naturschutzbehoerde-voellig-harmlose-insektenfresser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=66233","title":{"rendered":"Flederm\u00e4use: Nachtaktive Untermieter im Dachgeb\u00e4lk &#8211; Untere Naturschutzbeh\u00f6rde: \u201eV\u00f6llig harmlose Insektenfresser\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Kleine schwarze Kotkr\u00fcmelchen, ein schrilles Zirpen und Wispern im Dachgeb\u00e4lk oder ein dunkler Schatten in der Abendd\u00e4mmerung \u2013 eindeutige Beweise f\u00fcr Flederm\u00e4use als Untermieter. Vielen Hausbesitzern treiben sie zuerst tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. Die Sorge ist allerdings v\u00f6llig unbegr\u00fcndet, da die n\u00e4chtlichen Insektenj\u00e4ger keinerlei Schaden anrichten und auch bald wieder ausziehen. Wenn mit dem Hereinbrechen der D\u00e4mmerung f\u00fcr kurze Zeit ein Zirpen, Kratzen, Wispern und Zetern hinter Verschalungen oder unter dem Dach beginnt, dann sind das keine Ratten, M\u00e4use oder andere unliebsame Hausgenossen. Die Ger\u00e4usche stammen vielmehr von Flederm\u00e4usen, die gerade aus ihrem Tagesschlaf erwachen, um auf Insektenjagd zu gehen. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eFlederm\u00e4use sind possierliche, v\u00f6llig harmlose S\u00e4ugetiere und reine Insektenfresser\u201c, so J\u00f6rg Burkard, bei der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde des Landkreises Fulda zust\u00e4ndig f\u00fcr gesch\u00fctzte Tierarten. Zu Beginn der Ausflugszeit in der Abendd\u00e4mmerung werden die eng beieinander lebenden Tiere unruhig, sie streben dem Ausflugsloch zu und \u201eschimpfen\u201c mit schrillen Rufen. Diese Soziallaute sind, anders als die Ultraschall-Ortungsrufe w\u00e4hrend des Flugs, auch f\u00fcr Menschen h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Nur wenige der im Landkreis vorkommenden Fledermausarten suchen im Sommer die menschliche N\u00e4he. Dachb\u00f6den, Mauerl\u00fccken, Verschalungen oder Spalten bieten den Flederm\u00e4usen optimale Bedingungen f\u00fcr die Aufzucht des Nachwuchses im Sommerhalbjahr. Flederm\u00e4use bringen ihre Jungen im Fr\u00fchsommer zur Welt. Sie brauchen m\u00f6glichst zugluftfreie, warme und st\u00f6rungsfreie Pl\u00e4tze. Einige Arten, wie das Gro\u00dfe Mausohr, h\u00e4ngen frei an Dachbalken. Die im Landkreis Fulda h\u00e4ufige Zwergfledermaus oder die seltene Breitfl\u00fcgelfledermaus nutzen enge Spalten zwischen den Balken oder hinter der Fassadenbekleidung als Quartier.<\/p>\n<p>Oft sind es sogenannte Wochenstuben der Weibchen, die dort getrennt von den M\u00e4nnchen gemeinschaftlich ihre Jungen aufziehen. Die Zahl der Tiere in den Wochenstuben ist unterschiedlich. Die Untere Naturschutzbeh\u00f6rde oder die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Fledermausschutz Fulda e.V. werden oft zu Hilfe gerufen, um besorgte Hausbewohner \u00fcber die n\u00fctzlichen Tiere zu informieren. 20 bis 100 Zwergflederm\u00e4use in einer einzigen Wochenstube sind dabei keine Seltenheit.<\/p>\n<p>Neben den leisen Ger\u00e4uschen verraten sich die Flederm\u00e4use h\u00e4ufig auch durch schwarze kleine Kotkr\u00fcmelchen. Die sind trocken, kr\u00fcmelig und weisen \u00dcberbleibsel von Beuteinsekten auf. Diese Spuren von Flederm\u00e4usen k\u00f6nnen einfach weggefegt oder als hochwertiger Pflanzend\u00fcnger im Garten genutzt werden. Sch\u00e4den verursachen die n\u00fctzlichen Insektenj\u00e4ger nicht. Flederm\u00e4use nagen nicht an Holz, zerbei\u00dfen keine Kabel und zerst\u00f6ren keine Isolierung.<\/p>\n<p>Flederm\u00e4use bewohnen Geb\u00e4ude meist nur kurz. Wenn sie nicht schon vorher das Quartier wechseln, l\u00f6sen sie Anfang August die Wochenstuben auf. Erst dann sind die Jungtiere nach anf\u00e4nglichen Versuchen flugf\u00e4hig. Sie werden nicht mehr ges\u00e4ugt und jagen selbst\u00e4ndig Insekten. Die n\u00e4chsten Monate bis zum Winter verbringen die Tiere in wechselnden Quartieren. Dabei kommt es nicht selten vor, dass Zwergflederm\u00e4use auch in offen stehende Fenster einfliegen. Das ist kein Grund zur Panik, da die Tiere sp\u00e4testens am n\u00e4chsten Abend alleine wieder heraus fliegen. Schwierig wird es lediglich bei gekippten Fenstern. Mit ihrer Ultraschall-Ortung finden die Flederm\u00e4use hier nur schwer den Ausgang. Den Winter verbringen die Flederm\u00e4use in H\u00f6hlen und unterirdischen Brauerei- und Bierkellern.<\/p>\n<p>Wer mehr \u00fcber die geheimnisvollen Kobolde der Nacht erfahren will, kann sich gerne bei der Naturschutzbeh\u00f6rde (Tel.0661\/6006-470 bzw. <a href=\"mailto:naturschutz@landkreis-fulda.de\">naturschutz@landkreis-fulda.de<\/a>) oder auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft f\u00fcr Fledermausschutz Fulda e.V. unter der Adresse <a href=\"http:\/\/www.fledermausschutz-fulda.de\/\">www.fledermausschutz-fulda.de<\/a> informieren. Dort ist auch beschrieben, wie man als Hausbesitzer selber ein einfaches Fledermausbrett bauen und so weitere Quartiere f\u00fcr die Flederm\u00e4use schaffen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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