{"id":65652,"date":"2010-07-29T01:56:17","date_gmt":"2010-07-28T23:56:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=65652"},"modified":"2010-07-29T07:56:53","modified_gmt":"2010-07-29T05:56:53","slug":"falken-und-schleiereulen-wohnen-im-huenfelder-kirchturm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=65652","title":{"rendered":"Falken und Schleiereulen wohnen im H\u00fcnfelder Kirchturm"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_KircheH\u00fcnfeld.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-65654\" title=\"100727_KircheH\u00fcnfeld\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_KircheH\u00fcnfeld-265x262.jpg\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"262\" align=\"left\" \/><\/a><strong>H\u00fcnfeld.<\/strong> Als Treffpunkt mutet er ungew\u00f6hnlich an, der Glockenturm der Kirche des Heiligen Jakobus in H\u00fcnfeld. F\u00fcr Peter Borta, Pfarrer in H\u00fcnfeld, und J\u00f6rg Burkhard vom Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises Fulda ist er jedoch ein idealer Treffpunkt. Denn Kirchenmann und \u201eamtlichen Natursch\u00fctzer\u201c eint das Interesse, die Wohnungen k\u00fcnftiger Untermieter zu inspizieren: Speziell f\u00fcr Falken und Schleiereulen sind vom \u00f6rtlichen Naturschutzbund n\u00e4mlich entsprechende Nistk\u00e4sten in das Innere des Glockenturms verfrachtet worden.<!--more--><\/p>\n<p>Ein engmaschiger Draht, vor l\u00e4ngerer Zeit vor die Schall\u00f6ffnungen des Glockenturms gespannt, um Tauben den Zutritt zu verwehren, wird vorsichtig und passgenau eingeschnitten. Direkt davor wird ein Nistkasten so platziert, dass dessen Einflugloch passgenau mit dem Ausschnitt im Drahtgeflecht \u00fcbereinstimmt. So k\u00f6nnen die neuen Bewohner der Nistk\u00e4sten zwar von ihrem neuen Heim Besitz ergreifen, jedoch nicht in den Glockenturm gelangen. \u201eIch vertraue darauf, dass die Experten hierin Recht behalten\u201c, erkl\u00e4rt Pfarrer Borta voller Vertrauen. Den Kot, den in fr\u00fcheren Zeiten Tauben als ungeliebte Bewohner des Glockenturms hinterlassen hatten, m\u00f6chte er nicht noch einmal vorfinden. Dreck wird es so gut wie gar nicht geben, versichert J\u00f6rg Burkard, und wenn, dann allenfalls innerhalb des Nistkastens. Der verf\u00fcgt \u00fcber eine Art Revisionsklappe, \u00fcber die man ihn von Zeit zu Zeit reinigen kann. Weitaus interessanter aber ist die M\u00f6glichkeit, vorsichtig die Bewohner des Nistkastens bei der Aufzucht ihrer Jungen zu beobachten. \u201eW\u00e4hrend der Aufzucht der Jungen sind die Eltern derma\u00dfen mit dem F\u00fcttern besch\u00e4ftigt, dass sie eine gelegentliche, vorsichtige St\u00f6rung gar nicht wahrnehmen\u201c, erkl\u00e4rt J\u00f6rg Burkard fachm\u00e4nnisch.<\/p>\n<p>Kircht\u00fcrme sind f\u00fcr den Mann von der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde zu einem wichtigen Bestandteil seiner Arbeit geworden: Eine ganze Reihe von bedrohten Vogelarten finden immer weniger M\u00f6glichkeiten zum Nisten. Kircht\u00fcrme als hohe, meist die Umgebung \u00fcberragende Geb\u00e4ude sind eine ideale Alternative. Im Prinzip, so Burkard, bemerke der Vogel nicht einmal den Unterschied zwischen einer nat\u00fcrlichen Felswand und einem von Menschen erstellten Geb\u00e4ude. Hauptsache, der Nistplatz ist hoch genug gelegen und die Tiere werden nicht von Menschen aufgescheucht.<\/p>\n<p>Pfarrer Peter Borta gibt auch im \u00fcbertragenen Sinne der Aktion seinen Segen. F\u00fcr ihn ist es l\u00e4ngst an der Zeit, nicht nur von Menschlichkeit, sondern von Gesch\u00f6pflichkeit zu sprechen. Als Vertreter der Katholischen Kirche sieht er sich in besonderer Weise dem Schutz der Sch\u00f6pfung Gottes verpflichtet, die selbstverst\u00e4ndlich auch Tiere mit einschlie\u00dfe. R\u00fcckendeckung bekommen Borta und Burkard von Dr. Beatrice van Saan-Klein, der Umweltbeauftragten des Bistums Fulda. Zu ihren Aufgaben geh\u00f6rt es, die Bewusstseinsbildung in \u00f6kologischen und ethischen Fragen zu f\u00f6rdern und ein Engagement f\u00fcr die Sch\u00f6pfung aus der Sicht des christlichen Glaubens zu begr\u00fcnden. Deshalb empfiehlt die Bistumsmitarbeiterin ausdr\u00fccklich auch anderen Kirchengemeinden, sich mit der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde in Verbindung zu setzen und R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr bedrohte Tierarten zu schaffen.<\/p>\n<p>Welche Ma\u00dfnahmen genau zu treffen sind, kl\u00e4rt am besten eine Vorortbegehung mit Fachmann Burkard. Der sorgt nicht nur f\u00fcr die n\u00f6tige Finanzierung, so dass den Kirchengemeinden keine Kosten entstehen, sondern er unterh\u00e4lt auch Kontakte zu \u00f6rtlichen Naturschutzgruppen. Unter deren Mithilfe lassen sich die wenigen Handgriffe schnell und ohne finanziellen Aufwand durchf\u00fchren. Letztlich geht es dem engagierten Natursch\u00fctzer und den Kirchenleuten um dasselbe: vom Aussterben bedrohte Tierarten nachhaltig Chancen zum \u00dcberleben in der Region anzubieten. Der Glockenturm in der Kirche des Heiligen Jakobus in H\u00fcnfeld ist einer der Vorreiter dazu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>H\u00fcnfeld. Als Treffpunkt mutet er ungew\u00f6hnlich an, der Glockenturm der Kirche des Heiligen Jakobus in H\u00fcnfeld. F\u00fcr Peter Borta, Pfarrer in H\u00fcnfeld, und J\u00f6rg Burkhard vom Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises Fulda ist er jedoch ein idealer Treffpunkt. 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