{"id":65622,"date":"2010-07-29T01:55:04","date_gmt":"2010-07-28T23:55:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=65622"},"modified":"2010-07-29T07:55:15","modified_gmt":"2010-07-29T05:55:15","slug":"wassertest-der-besonderen-art-slow-food-mitglieder-verkosten-rhoener-quellwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=65622","title":{"rendered":"Wassertest der besonderen Art: Slow Food-Mitglieder verkosten Rh\u00f6ner Quellwasser"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fladungen<\/strong>. Wasser ist nicht gleich Wasser \u2013 das ist heute auch Laien klar. Die Geschmacksexperten von Slow Food Deutschland e.V., Convivium Mainfranken-Hohenlohe, wollten es jetzt aber genau wissen. Auf der Sennh\u00fctte testeten sie verschiedene Quellw\u00e4sser und wie sie bei der Weiterverarbeitung Lebensmittel geschmacklich beeinflussen. Eingeladen zu dieser ungew\u00f6hnlichen Verkostung hatte das Conviviums-Vorstandsmitglied Michael Geier, hauptberuflich Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-65630\" title=\"100727_SlowFood1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood1-265x191.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood1-265x191.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-65631\" title=\"100727_SlowFood2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood2-265x194.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"194\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood2-265x194.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100727_SlowFood2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><!--more-->Ausgew\u00e4hlt hatte er Wasser aus Trinkwasserfassungen der bayerischen Rh\u00f6n und des Grabfelds, die in vier verschiedenen geologischen Untergr\u00fcnden liegen: Basalt, Buntsandstein (Trinkwasserversorgung Hohenroth), Muschelkalk (Trinkwassserversorgung Mellrichst\u00e4dter Gruppe) und Gipskeuper (Wasserzweckverband Nord in H\u00f6chheim). Diese geologischen Untergr\u00fcnde sorgen f\u00fcr deutlich unterschiedliche chemische Analysenwerte, aber sind die auch zu schmecken? Das Wasser aus dem Basaltgestein hat Geier direkt aus der hauseigenen Quelle der Sennh\u00fctte entnommen, und, um es vorweg zu nehmen, geschmacklich schnitt dieses Wasser am besten ab. Zun\u00e4chst schmeckten die Conviviums-Mitglieder konzentriert den Eigenarten der einzelnen Wasser hinterher. Das sehr weiche Sennh\u00fctten-Basaltwasser nahm die meisten der Tester f\u00fcr sich ein, obwohl die geschmackliche Neutralit\u00e4t vielleicht nicht ganz so spannend wirkte. Leicht s\u00fc\u00dflich, so urteilten die 15 Anwesenden \u00fcber das Wasser aus dem Gipskeuper, zwar frischer, aber nicht so lecker wie das Basaltwasser. Beim k\u00fchlen Tropfen aus dem Buntsandstein vermeinte mancher, dass er die Zunge belege, und Muschelkalkwasser mutete den Teilnehmern, obwohl es wie die anderen Wasser auch acht Grad z\u00e4hlte, etwas k\u00e4lter an.<\/p>\n<p>Spannend war die Frage, wie sich diese Unterschiede auf einen schwarzen Tee aus Darjeeling auswirken. Oder auch auf einen Rh\u00f6ner Mirabellenbrand. Beim Teetrinken geriet das gepriesene Basaltwasser ein wenig ins Hintertreffen. Hier lie\u00dfen Buntsandstein und Muschelkalk die Geschmackspapillen der Tester aufmerken. Allerdings bildete sich bereits beim Aufkochen des Wassers aus dem Muschelkalk ein dichter feinsandiger Niederschlag, der dann erst gar nicht in die Tasse kam. Aber Birgit und Michael Klingenberg, die Wirte auf der Sennh\u00fctte, waren entsetzt, da ihr eigenes Wasser weder \u201eSedimente\u201c bildet noch R\u00e4nder macht. Eine \u00dcberraschung auch f\u00fcr Organisator Michael Geier war aber der Effekt der Wasserwahl auf ein und denselben Rh\u00f6ner Mirabellenbrand. Auch ein 40-prozentiger Alkoholanteil t\u00e4uschte nicht \u00fcber den Einfluss des bei der Reduktion verwandten Wassers hinweg. Hier wurde wiederum dem Basaltquellwasser ein leichter Vorsprung gegen\u00fcber dem Buntsandsteinwasser zugesprochen; Verlierer war das Keuperwasser; Geier bescheinigte dem entsprechenden Schnaps einen \u201egrausigen Abgang\u201c. Alle Teilnehmer zeigten sich \u00fcberrascht, welch gro\u00dfe, deutlich schmeckbare Unterschiede verschiedene Trinkw\u00e4sser auf typische wasserbasierte Getr\u00e4nke haben k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fladungen. Wasser ist nicht gleich Wasser \u2013 das ist heute auch Laien klar. Die Geschmacksexperten von Slow Food Deutschland e.V., Convivium Mainfranken-Hohenlohe, wollten es jetzt aber genau wissen. 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