{"id":6546,"date":"2007-11-22T00:25:56","date_gmt":"2007-11-21T23:25:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=6546"},"modified":"2007-11-22T00:04:39","modified_gmt":"2007-11-21T23:04:39","slug":"studenten-entwerfen-messgewaender-fuer-wallfahrt-in-trutzhain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=6546","title":{"rendered":"Studenten entwerfen Me\u00dfgew\u00e4nder f\u00fcr Wallfahrt in Trutzhain"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071119_gewander-projektstar.jpg\" title=\"071119_gewander-projektstar.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071119_gewander-projektstar.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"071119_gewander-projektstar.jpg\" \/><\/a><strong>Sch\u00f6nes aus Trutzhain\/Kassel\/Fulda.<\/strong> Ein besonderes Projekt wurde j\u00fcngst in der Kasseler Werkakademie f\u00fcr Gestaltung in Kassel begonnen. Studierende der Werkakademie werden unter der Projektleitung des Textildesigner Reimer Hennings f\u00fcr die Quinauer Wallfahrt in Trutzhain (Schwalm-Eder-Kreis) Me\u00dfgew\u00e4nder entwerfen und n\u00e4hen. Der Stoff f\u00fcr die Gew\u00e4nder wird nach den entstandenen Entw\u00fcrfen exklusiv f\u00fcr die Wallfahrt von der Trutzhainer Weberei Rudolf Egelkraut hergestellt.<!--more--><\/p>\n<p>Der Trutzhainer Stoffhersteller ist eine der letzten mechanischen Webereien in Deutschland. Er fertigt hochwertige Paramentenstoffe sowie Stoffe f\u00fcr B\u00fchnen, Trachten, Karneval und historische Dekorationen. Die N\u00e4harbeiten \u00fcbernimmt Schneidermeisterin Ingeborg Bechstedt (Kassel) mit den Studenten. Theologisch wird das Projekt von dem Ortspfarrer Diethelm Vogel begleitet. Zur Wallfahrt am 6. Juli 2008 zum Fest Mari\u00e4 Heimsuchung sollen die Me\u00dfgew\u00e4nder erstmals in Trutzhain getragen werden.<\/p>\n<p>Das Bistum Fulda wurde beim Projektstart von Bischofsvikar Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke vertreten, der betonte, da\u00df das Me\u00dfgewand vom Taufgewand herkomme und im Zusammenhang mit der Gemeinschaft mit Gott in der Liturgie zu verstehen sei. \u201eDer Priester handelt in der Eucharistiefeier im Auftrag Gottes, und Christus ist die eigentliche Mitte des Gottesdienstes\u201c, so Pr\u00e4lat Stanke.<\/p>\n<p>Die Wallfahrt nach Trutzhain zur Pfarrkuratiekirche Maria Hilf finde vor allem deshalb statt, weil die Gottesmutter als \u201eHilfe der Christen\u201c mit den Menschen solidarisch sei und auf ihren Sohn Jesus Christus verweise. Wie bei anderen Wallfahrtsorten handle es sich auch bei Trutzhain um einen \u201eOrt des Friedens und der Vers\u00f6hnung\u201c, vor allem zwischen Deutschen und Tschechen sowie Deutschen und Franzosen.<\/p>\n<p>\u201eDer Zeitplan ist knapp, aber wir werden es schaffen. Design f\u00fcr die Kirche ist eine echte Herausforderung. Unsere Studenten m\u00fcssen sowohl traditionelle Bindungen als auch emotionale Zug\u00e4nglichkeit miteinander verbinden\u201c, sagte Barbara Eiffert, Leiterin der Kasseler Werkakademie f\u00fcr Gestaltung. Neben den Entwurfsarbeiten wird vor allem die Herstellung der Stoffe und das anschlie\u00dfende N\u00e4hen ein Wettrennen mit der Zeit. Zudem ist die Auseinandersetzung mit dem Thema \u201eQuinauer Wallfahrt in Trutzhain\u201c nicht ganz einfach.<\/p>\n<p>Die Wallfahrt ist die einzige Wallfahrt in Nordhessen und steht stellvertretend f\u00fcr viele katholische Kirchengemeinden in Nordhessen. In der nordhessischen Diaspora entstanden viele katholische Gemeinden, ebenso wie die Trutzhainer Gemeinde, erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach Flucht und Vertreibung fanden die Menschen in Nordhessen eine neue Heimat. So gelangte auch die Quinauer Wallfahrt, die ihren Ursprung 1372 im b\u00f6hmischen Komotau hat, nach Trutzhain. Seit 1949\/1950 wird die Quinauer Madonna in Trutzhain verehrt.<\/p>\n<p>Ungew\u00f6hnlich ist dabei, da\u00df Trutzhain aus dem Kriegsgefangenenlager STALAG IX A Ziegenhain entstand. Eben diese Fl\u00fcchtlinge und Heimatvertriebenen machten aus dem Lager ein Dorf und feierten bereits die Wallfahrt, als das Lager noch Siedlung war. Als einziger Ort im Altkreis Ziegenhain mit einer katholischen Bev\u00f6lkerungsmehrheit wurde Trutzhain 1951 zur j\u00fcngsten hessischen Gemeinde.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst in einer Barackenkirche untergebracht, wurde 1964\/1965 die Trutzhainer Wallfahrtskirche in der Form eines Zeltes gebaut. Die Form der Kirche soll an die Dreifaltigkeit Gottes erinnern. Dabei steht das Zelt als Symbol f\u00fcr das Unterwegssein durch das Leben. Auch soll die markante Kirche im Umfeld der Baracken an das Schicksal der Erbauer erinnern. In Trutzhain ist die Gottesmutter als \u201emater gravida\u201c, als schwangere Madonna, mit dem Jesuskind im Bauch zu sehen. Dies sei eine eher seltene Darstellungsform der Gottesmutter, erkl\u00e4rte Pfarrer Vogel.<\/p>\n<p>2006 wurde der Pfarrverbund Maria Hilf, Schwalmstadt errichtet. Er umfa\u00dft vier Pfarrkuratien und drei Seelsorgestellen mit rund 5.300 Mitgliedern. Der Verbund erhielt den Namen Maria Hilf, bezugnehmend auf das Marienpatronat der Trutzhainer Wallfahrtskirche. Die dort j\u00e4hrlich stattfindende Quinauer Wallfahrt ist die zentrale Veranstaltung der Schw\u00e4lmer Katholiken. 2007 nahmen fast 300 Pilger aus nah und fern an der Wallfahrt in Trutzhain teil.<\/p>\n<p>Als einer der \u00e4ltesten Wirtschaftsbereiche sei das Handwerk traditionell tief mit der Kirche verbunden, sagte Heinrich Gringel, Vizepr\u00e4sident der Handwerkskammer Kassel, und das nicht nur, weil die Kirche f\u00fcr viele Betriebe wichtige Auftraggeber seien. \u201eWie in der Kirche steht auch im Handwerk der Mensch im Mittelpunkt, egal ob als Kunde oder als Mitarbeiter.\u201c In einer immer globaleren Welt schafften Handwerk und Kirche \u00dcberschaubarkeit und Identit\u00e4t. Mit seinem Fachwissen und technischen K\u00f6nnen bewahre das Handwerk nicht nur Kulturg\u00fcter, auch die, die der christliche Glaube hervorgebracht habe, sondern schaffe auch neue kulturelle Werte. \u201eF\u00fcr diese vielf\u00e4ltigen Verbindungen zwischen Handwerk und Kirche steht dieses Projekt als ein sch\u00f6nes Beispiel.\u201c\u00c2\u00a0 (ws\/bpf).<\/p>\n<p>Zum Bild: v.l.n.r. Schneidermeisterin Ingeborg Bechstedt, Vizepr\u00e4sident Heinrich Gringel, Webmeister Helmut Egelkraut, Studentin Maria Siebert, Textildesigner Reimer Hennings, Gemeindereferentin Gabriele D\u00f6ll, Wolfgang Scholz und Pfarrer Diethelm Vogel, Kirchengemeinde Maria Hilf, Studentin Larissa Peters, Pr\u00e4lat Prof. Dr. Gerhard Stanke, Gudrun Weisbrich-Fink, Fa. Egelkraut, Barbara Eiffert, Leiterin der Werkakademie<br \/>\nFoto: Barbara Scholz<br \/>\n\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Trutzhain\/Kassel\/Fulda. 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