{"id":65441,"date":"2010-07-26T08:50:48","date_gmt":"2010-07-26T06:50:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=65441"},"modified":"2010-07-26T08:50:48","modified_gmt":"2010-07-26T06:50:48","slug":"hilfen-zur-erziehung-beim-fachdienst-jugend-familie-sport-ehrenamt-des-landkreises-fulda-sind-auf-nachhaltigkeit-angelegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=65441","title":{"rendered":"Hilfen zur Erziehung beim Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises Fulda sind auf Nachhaltigkeit angelegt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100726_Jugendhilfe.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-65442\" title=\"100726_Jugendhilfe\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100726_Jugendhilfe-265x250.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100726_Jugendhilfe-265x250.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100726_Jugendhilfe.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. Leider kein Einzelfall: Ein Kind macht dicht, verbringt die Freizeit ausschlie\u00dflich vor dem Computer, verschlie\u00dft seine T\u00fcr, l\u00e4sst seine Eltern nicht mehr an seinem Leben teilhaben, r\u00e4umt sein Zimmer nicht mehr auf und l\u00e4sst jegliche Kritik von sich abprallen. Ein typischer Fall f\u00fcr den Fachdienst Jugend, Familie, Sport, Ehrenamt des Landkreises Fulda. Die dort angesiedelte Einzelfallhilfe soll greifen, bevor ein Kind endg\u00fcltig auf die schiefe Bahn ger\u00e4t und Beratungsgespr\u00e4che alleine nicht mehr ausreichen.<\/p>\n<p>Schon der Gang zum Fachdienst birgt erste \u00dcberraschungen: Auf dem Amtsflur ein \u00fcberdi-mensionales K\u00e4pt\u00c2\u00b4n Blaub\u00e4r-Memory, dazu Legosteine und das f\u00fcr Kinderzimmer fast obligatorische Parkhaus. Schlie\u00dflich sollen Kinder zumindest ein St\u00fcckweit Besch\u00e4ftigung haben, wenn sich ihre Eltern mit Markus Dostal oder dessen Kollegen ins Gespr\u00e4ch vertiefen. Dostal ist seit nunmehr 16 Jahren im Fachdienst t\u00e4tig und seit drei Jahren Sachgebietsleiter f\u00fcr den Bereich \u201eWirtschaftliche Jugendhilfe\u201c.<!--more--><br \/>\nWer beim Fachdienst Hilfe sucht, bekommt immer ein individuelles, ma\u00dfgeschneidertes Angebot. Im Mittelpunkt der so genannten Einzelfallhilfe stehen Hilfen zur Erziehung. Diese Hilfen werden nach Beratung mehrerer Fachkr\u00e4fte umgesetzt. Voraussetzung ist, dass die zust\u00e4ndigen Sozialp\u00e4dagogen einen Zugang zum Kind und dessen Eltern finden. Ein Erziehungsbeistand versucht beispielsweise Probleme durch probate Ma\u00dfnahmen wie das Aktivieren von Hobbys, den Aufbau eines Freundeskreises und vor allem das Beheben von schulischen Auff\u00e4lligkeiten beim Kind oder Jugendlichen in den Griff zu bekommen. Dazu braucht es viel Zeit, Geduld und eine entspannte Situation, wie sie oftmals zwischen Eltern und ihren pubertierenden Kindern nicht gegeben ist, die der geschulte P\u00e4dagoge aber herstellen soll. Da er in die Familie hinein geht, geh\u00f6rt diese Form zum Kreis der ambulanten Hilfen.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch die so genannte \u201eSozialp\u00e4dagogische Familienhilfe\u201c. Hier sind die Hilfsleistungen auf die gesamte Familie ausgerichtet. Meistens sind die Eltern mit Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen, dem Einhalten eines bestimmten Tagesrhythmus und vor allem der Einteilung der Finanzen \u00fcberfordert, worunter auch das Kind leidet. Aufgabe des P\u00e4dagogen ist es vor allem, einen Hauswirtschaftsplan zu entwickeln, damit hier schon einmal Entlastung geschaffen werden kann. Fernen sollen Erziehungskompetenzen erarbeitet oder gest\u00e4rkt werden. So entsteht eine Strategie, mit der der Betroffene schrittweise lernt, Alltagssituationen zu bew\u00e4ltigen. Gibt es R\u00fcckschl\u00e4ge, sucht man gemeinsam nach den Gr\u00fcnden, warum einzelne Schritte nicht bew\u00e4ltigt werden konnten. Die gezielte Reflexion l\u00e4sst auch erkennen, ob die angebotenen Hilfsma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich die richtigen sind oder ob andere erfolgversprechender w\u00e4ren. Supernanny l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen? Fehlanzeige! Denn die Hilfe des Fachdienstes ist nicht auf den schnellen Erfolg, sondern auf Nachhaltigkeit angelegt. Deshalb dauern entsprechende Hilfeleistungen auch bis zu zwei Jahre.<\/p>\n<p>Eine andere Form der Hilfe f\u00fcr Kinder im Grundschulalter ist die \u201eErziehung in Tagesgrup-pen\u201c. Dorthin kommen die Kinder nach dem Schulbesuch, erhalten zuerst einmal ein Mittagessen \u2013 f\u00fcr manche genau so neu und ungew\u00f6hnlich wie das Essen mit Messer und Gabel. Bei der Erledigung der Hausaufgaben ist, soweit notwendig, Unterst\u00fctzung m\u00f6glich. Au\u00dfer-dem werden die Kinder zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung angeleitet, zu der Sport, Gesellschaftsspiele und \u00e4hnliches. Gegen sechs Uhr abends kehren sie dann wieder in ihr Elternhaus zur\u00fcck. Rund zehn Kinder geh\u00f6ren zu einer Gruppe, mehrere Betreuer stehen ihnen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>In Einzelf\u00e4llen sorgt der Fachdienst auch f\u00fcr eine Unterbringung in einer Pflegefamilie oder einem Heim, wo Fachpersonal und Psychologen bereit stehen. Dies kann geschehen, wenn Eltern nicht in der Lage sind, die Sorge f\u00fcr ihr Kind zu \u00fcbernehmen, oder auch, wenn die Eltern verstorben sind und keine Verwandten zur Aufnahme des Kindes zur Verf\u00fcgung stehen. Grunds\u00e4tzlich aber ist der Fachdienst an einer R\u00fcckf\u00fchrung der Kinder in ihre Familien interessiert, sobald sich die Umst\u00e4nde ge\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p>Einschlie\u00dflich der F\u00e4lle, in denen seelisch Behinderte ein spezielles therapeutisches Ange-bot erhalten, leistet der Landkreis zurzeit etwa f\u00fcr 600 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (bis 21 Jahre) Hilfen zur Erziehung. Dabei sind die station\u00e4ren Hilfen wie Pflegefamilie und Heimaufenthalt r\u00fcckl\u00e4ufig, die ambulanten Hilfen trotz sinkender Geburtenzahlen deutlich steigend. Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld betont: \u201eDer Landkreis Fulda ist bestrebt, pr\u00e4ventive Hilfen in ambulanter Form\u00c2\u00a0 anzubieten und weiterzuentwickeln, um besonders kostenintensive station\u00e4re Hilfen f\u00fcr Kinder und Jugendliche zu vermeiden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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