{"id":6524,"date":"2007-11-19T00:20:05","date_gmt":"2007-11-18T23:20:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=6524"},"modified":"2007-11-18T19:58:13","modified_gmt":"2007-11-18T18:58:13","slug":"sozialwissenschaftler-meinhard-miegel-diskutiert-mit-fuldaer-unternehmern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=6524","title":{"rendered":"Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel diskutiert mit Fuldaer Unternehmern"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071118_rubsam.jpg\" title=\"071118_rubsam.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071118_rubsam.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"071118_rubsam.jpg\" \/><\/a>Fulda.<\/strong> Stellen die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen bereits heute fest, dass das \u201egoldene Zeitalter\u201c zu Ende geht und wie ist eine grundlegende Neubestimmung von Wachstum, Wohlstand und Besch\u00e4ftigung m\u00f6glich? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen acht Unternehmer der Region im Austausch mit Prof. Meinhard Miegel nach. Eingeladen hatte dazu Erhard R\u00fcbsam vom gleichnamigen Unternehmen R\u00fcbsam Fachkr\u00e4fte aus Petersberg.<!--more--><\/p>\n<p>Als G\u00e4ste der Diskussionsrunde mit dem renommierten Sozialwissenschaftler waren neben Erhard R\u00fcbsam auch Bernhard Juchheim von der Jumo GmbH &amp; Co, Erhard B\u00fcchel von der B\u00fcchel GmbH &amp; Co,\u00c2\u00a0 Dr. Lothar Jordan von der Privaten Handelsschule Herrmann und\u00c2\u00a0 Dr. Udo H\u00fcls als Mitglied der EDAG-Gesch\u00e4ftsleitung vertreten. Eingeladen waren ebenfalls in das Seminarzentrum der Handelsschule Herrmann\u00c2\u00a0Peter Henkelmann vom Media Markt Fulda, Eberhard Bauer von der ELO KG und der Sprecher der VR Genossenschaftsbank, Manfred Gerhard. Die Moderation hatten Sabine Ick von der Agentur public relations und der Journalist Oliver Gerhardt \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>\u00dcbereinstimmung herrschte in vielen Bereichen: Dass die jungen, dynamischen L\u00e4nder anderer Weltregionen den Westen herausfordern, daran kann kein Zweifel mehr bestehen. Wenngleich das Unternehmen Jumo weltweit vertreten ist, ist f\u00fcr Bernhard Juchheim eines klar: \u201eWir m\u00fcssen aufpassen, dass uns niemand das Know how abnimmt.\u201c Daher werde die Wertsch\u00f6pfung immer aus Fulda kommen. Die Globalisierung erfordere andererseits die weltweite Pr\u00e4senz des Unternehmens: \u201eWir sind dort, wo unsere Kunden sind.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Motto, in China das zu produzieren, was n\u00f6tig und in Deutschland das, was m\u00f6glich ist, agiert Erhard B\u00fcchel. Der Unternehmer verf\u00fcgt \u00fcber langj\u00e4hrige Asienerfahrungen und ist mit zwei Unternehmen in China vertreten. Eher gelassen sieht er die wachsende Konkurrenz aus China: \u201eFr\u00fcher waren es Japan und Taiwan, heute ist es China, der Zyklus wiederholt sich.\u201c F\u00fcr Eberhard Bauer dagegen ist eine Ausrichtung gen Asien bisher nicht vorstellbar, seine Bef\u00fcrchtungen: \u201eUnser Know How m\u00f6chte ich dort nicht quasi abliefern\u201c und stimmt damit der Aussage Miegels zu: \u201eEs wird abgekupfert, was das Zeug h\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p>Den Ausf\u00fchrungen Miegels, dass sich die Konsumenten in den fr\u00fchindustrialisierten L\u00e4ndern als Produzenten zu teuer sind und die hohen Arbeitskosten, die sie verursachen, nicht in den Waren wiederfinden m\u00f6chten, best\u00e4tigt Peter Henkelmann. Dennoch: \u201eDie Bed\u00fcrfnisse haben sich ge\u00e4ndert, wir setzen mittlerweile auf Service und Dienstleistung.\u201c<br \/>\nDamit habe sich auch die \u201eGeiz-ist-geil-Mentalit\u00e4t\u201c \u00fcberholt. Auf die Frage, ob es die Arbeitnehmer schaffen, auf gewohnte Arbeitsplatzsicherheit zu verzichten, hochmobil zu sein und dabei Einkommenseinbussen hinzunehmen, herrschte unterschiedliche Ansichten.<\/p>\n<p>Als \u201eQuadratur des Kreises\u201c bezeichnete Dr. Udo H\u00fcls den Wunsch von einigen Arbeitnehmern, mehr Freizeit und dennoch ihren Status halten zu wollen. \u201eSie m\u00f6chten einfach alles.\u201c Gleichzeitig verdeutlichte H\u00fcls, dass das Unternehmen sich zunehmend auf Kernkompetenzen konzentriere, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Als positiven Werteprozess beschreibt Erhard R\u00fcbsam die Einstellung vieler seiner Mitarbeiter. \u201eGerade die Menschen aus den neuen Bundesl\u00e4ndern haben eine hohe Identifikation mit ihrer Arbeit.\u201c<\/p>\n<p>Dass es allerdings um den Nachwuchs nicht zum Besten bestellt sei, dar\u00fcber herrscht \u00dcbereinstimmung: \u201eDie Qualit\u00e4t der Bewerbungen entspricht oftmals nicht unserem Anforderungsprofil an Auszubildende\u201c, erl\u00e4uterte Dr. H\u00fcls. Dass Erziehung eine gemeinschaftliche Leistung sei und nicht auf die Schule abgeschoben werden d\u00fcrfe, daf\u00fcr pl\u00e4dierte Dr. Lothar Jordan. Meinhard Miegel zeigte eine bedenkliche Tendenz auf: \u201eDa zeichnet sich eine fatale Anspruchshaltung der Eltern ab. Es kann doch nicht normal sein, wenn 30 Prozent aussagen, mit ihren Kindern \u00fcberfordert zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Dass auf der anderen Seite die Anspruchshaltung von Jugendlichen sehr hoch sei, erg\u00e4nzte Manfred Gerhard zur Thematik \u201ePrivate Verschuldung\u201c. \u201eGrunds\u00e4tzlich ist der Verbraucher wenig strategisch ausgerichtet und das beginnt bereits bei den jungen Menschen.\u201c<\/p>\n<p>Als Fazit der Gespr\u00e4chsrunde lobte Miegel insbesondere die \u201eAnalysef\u00e4higkeit\u201c, die bereits in der Diskussionsrunde deutlich geworden sei.\u00c2\u00a0 Dies sei insgesamt eine nationale Charaktereigenschaft der Deutschen und k\u00f6nne im positiven Sinne dazu beitragen, auch weiterhin den anderen Nationen immer einen Schritt voraus zu sein. \u201eDie Deutschen haben im besten Sinne die F\u00e4higkeit, das Gras wachsen zu h\u00f6ren.\u201c Im Anschluss an die Diskussionsrunde sprach Miegel vor rund 150 geladenen G\u00e4sten des Unternehmens in der Alten Universit\u00e4t.<br \/>\n\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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