{"id":65195,"date":"2010-07-23T02:28:55","date_gmt":"2010-07-23T00:28:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=65195"},"modified":"2010-07-21T16:29:09","modified_gmt":"2010-07-21T14:29:09","slug":"adoption-ist-ein-anspruchsvoller-weg-aus-der-kinderlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=65195","title":{"rendered":"Adoption ist ein anspruchsvoller Weg aus der Kinderlosigkeit"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100720_Adoptionsvermittlung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-65196\" title=\"100720_Adoptionsvermittlung\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100720_Adoptionsvermittlung-265x182.jpg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100720_Adoptionsvermittlung-265x182.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/100720_Adoptionsvermittlung.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda.<\/strong> Laut Statistik ist jedes siebte Paar zumindest zeitweise von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Paare, die zu Ines George und Irmgard Plappert in die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle der Jugend\u00e4mter des Landkreises Fulda, der Stadt Fulda und des  Landkreises Hersfeld-Rotenburg nach H\u00fcnfeld kommen, erwarten Unterst\u00fctzung bei der Vermittlung eines Kindes. Doch konkret lautet der gesetzliche Auftrag von  Adoptionsvermittlungsstellen, f\u00fcr Kinder, die zur Adoptionsvermittlung gemeldet sind, Eltern zu finden. Da sich die meisten Adoptivbewerber um die Vermittlung eines S\u00e4uglings bem\u00fchen, stehen dem im Verh\u00e4ltnis nur wenige Kinder gegen\u00fcber. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eAm Anfang werden wir oftmals mit idealisierten Wunschvorstellungen konfrontiert\u201c, berichtet Ines George. In dem etwa neun Monate dauernden Bewerberverfahren w\u00fcrden die Motive f\u00fcr den Adoptionswunsch hinterfragt und W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume mit der Realit\u00e4t abgeglichen.<\/p>\n<p>Die Adoptionsvermittlungsstellen haben den Auftrag, Adoptionsbewerber auf ihre Eignung hin zu \u00fcberpr\u00fcfen. \u201eAber wir wollen nicht ausschlie\u00dflich eine \u00dcberpr\u00fcfungsfunktion wahrnehmen, sondern vor allem einen Prozess ansto\u00dfen, in dem sich die Paare \u00fcber Motive und Ziele hinsichtlich ihres Kinderwunsches klar werden\u201c, erl\u00e4utert Irmgard Plappert. Das Bewerberverfahren, zu dem mehrere Einzelgespr\u00e4che, ein Vorbereitungsseminar, ein Hausbesuch, ein Sozialbericht und eventuell weitere Seminare geh\u00f6ren, solle als Prozess des Nachdenkens verstanden werden und zur Aufnahme eines fremden Kindes bef\u00e4higen.<\/p>\n<p><strong>Rund neun Monate Vorbereitung<\/strong><\/p>\n<p>Im Bewerberverfahren k\u00f6nnen die Mitarbeiterinnen auf Erfahrungen aller Beteiligten des \u201eAdoptionsdreiecks\u201c (Adoptierte, leibliche Eltern, Adoptionseltern) zur\u00fcckgreifen und diese geb\u00fcndelt weitergeben. Denn zu den Aufgaben der Adoptionsvermittlungsstelle geh\u00f6rt neben der Vorbereitung der k\u00fcnftigen Adoptiveltern auch die Nachbereitung und Begleitung sowie die Hilfe bei der Wurzelsuche von Adoptierten.<\/p>\n<p>Voraussetzungen, um ein Kind adoptieren zu k\u00f6nnen, seien zum einen die \u201eharten Fakten\u201c wie Alter (der eine Partner muss mindestens 21 Jahre, der andere 25 Jahre alt sein), eine gefestigte Partnerschaft, gesicherte Verh\u00e4ltnisse, ein gesichertes Einkommen und Gesundheit. Hinzu k\u00e4men als \u201esoft skills\u201c pers\u00f6nliche Kompetenzen wie Offenheit, Reflexionsf\u00e4higkeit, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, Toleranz, die Bereitschaft, Hilfe von au\u00dfen anzunehmen, Belastbarkeit, ein aufgeschlossenes Umfeld und die Bereitschaft, das Kind \u00fcber seine Herkunft aufzukl\u00e4ren. \u201eDenn jedes Kind, das zur Adoption freigegeben wird, tr\u00e4gt einen Rucksack mit sich, von dem anfangs noch niemand wei\u00df, was dieser enth\u00e4lt. Vielleicht hat die Mutter w\u00e4hrend der Schwangerschaft Alkohol oder andere Drogen konsumiert und die Folgen zeigen sich erst sp\u00e4ter, h\u00e4ufig wenn das Kind in die Schule kommt.\u201c Deshalb m\u00fcssten Adoptiveltern bereit sein, viel Zeit und Geduld f\u00fcr ihr Kind aufzubringen, beispielsweise auch, um es zu Therapien zu begleiten. Das hei\u00dft je nach Alter und Bed\u00fcrfnis des Kindes, dass ein Elternteil m\u00f6glicherweise seine Berufst\u00e4tigkeit einschr\u00e4nken oder aufgeben muss.<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig werden auch Eltern f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen  gesucht, das hei\u00dft f\u00fcr Kinder mit k\u00f6rperlichen oder geistigen Entwicklungsverz\u00f6gerungen oder Behinderungen.<\/p>\n<p><strong>Familie als Lebensinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei Inlandsadoptionen werden meistens S\u00e4uglinge vermittelt. Es gibt die M\u00f6glichkeit der offenen Adoption, bei der sich alle Beteiligten kennen lernen, oder der Inkognito-Adoption, bei der auch keine Namen und Anschriften ausgetauscht werden. Eine Zwischenform ist die halboffene Adoption, bei der Briefkontakt \u00fcber die Adoptionsvermittlungsstelle besteht. Weil die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt haben, dass es f\u00fcr das Wohl der Adoptierten und f\u00fcr ihre Identit\u00e4tsbildung am f\u00f6rderlichsten ist, wenn sie m\u00f6glichst fr\u00fch \u00fcber ihre Herkunft aufgekl\u00e4rt werden und zwanglos damit aufwachsen, raten Irmgard Plappert und Ines George wenn m\u00f6glich zu offenen Adoptionsformen.<\/p>\n<p>Erst nach fr\u00fchestens acht Wochen k\u00f6nnen leibliche Eltern ihr Neugeborenes zur Adoption freigeben. Diese Zeit, in der das Kind in Adoptionspflege lebe, sei f\u00fcr die Adoptionsfamilie schwierig. \u201eDas ist eine gro\u00dfe Sorge von Adoptivpflegeeltern: Dass sie das Kind wieder abgeben m\u00fcssen\u201c, wissen die beiden Fachkr\u00e4fte. Letzter Punkt im Adoptionsverfahren ist die Einsch\u00e4tzung der Mitarbeiterinnen der Adoptionsvermittlungsstelle, ob die Integration des Kindes in die Familie gelungen ist, ein Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnis aufgebaut wurde und die Adoption dem Wohl des Kindes dient.<\/p>\n<p>Die Vermittlung eines Kindes in eine neue Familie ist von vielen Faktoren abh\u00e4ngig. Daher gilt nicht, dass, wer sich zuerst anmeldet, auch zuerst Vater und Mutter wird. Einen Rechtsanspruch auf die Vermittlung eines Kindes gibt es nicht. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, der sich Ines George und Irmgard Plappert widmen. \u201eVor allem eine sch\u00f6ne\u201c, erg\u00e4nzt Ines George. \u201eWir helfen dabei, dass ein Kind seine neue Familie findet. F\u00fcr die Adoptiveltern bedeutet die Gr\u00fcndung einer Familie die Verwirklichung eines wichtigen Lebensinhalts. \u201eWir m\u00f6chten, dass Adoption lebenslang gelingt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Laut Statistik ist jedes siebte Paar zumindest zeitweise von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Paare, die zu Ines George und Irmgard Plappert in die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle der Jugend\u00e4mter des Landkreises Fulda, der Stadt Fulda und des Landkreises Hersfeld-Rotenburg nach H\u00fcnfeld kommen, erwarten Unterst\u00fctzung bei der Vermittlung eines Kindes. 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