{"id":64349,"date":"2010-07-12T02:41:12","date_gmt":"2010-07-12T00:41:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=64349"},"modified":"2010-07-12T08:42:26","modified_gmt":"2010-07-12T06:42:26","slug":"aok-hessen-bekaempft-fehlverhalten-im-gesundheitswesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=64349","title":{"rendered":"AOK Hessen bek\u00e4mpft Fehlverhalten im Gesundheitswesen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bad Homburg\/Frankfurt. <\/strong>Seit dem Jahr 2001 \u2013 drei Jahre, bevor die Krankenkassen den gesetzlichen Auftrag dazu erhielten \u2013 l\u00e4sst die AOK Hessen Betrugsaktivit\u00e4ten im Gesundheitswesen durch eine eigene Ermittlungsgruppe verfolgen. Am Freitag wurde auf einer Pressekonferenz deren insgesamt dritter T\u00e4tigkeitsbericht vorgestellt. Mit dabei war Alexander Badle, Staatsanwalt f\u00fcr Verm\u00f6gensdelikte im Gesundheitswesen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt\/Main. Wichtigste Ergebnisse: Die Zusammenarbeit zwischen AOK und Generalstaatsanwaltschaft hat sich deutlich intensiviert und auch die R\u00fcckforderungssummen steigen an. Alleine von 2007 bis 2009 kam bei 279 bearbeiteten F\u00e4llen ein Betrag von 4,4 Millionen Euro zusammen. <!--more--><\/p>\n<p>Seit 2001 sind es sogar neun Millionen Euro. \u201eAuf diese Ergebnisse sind wir stolz\u201c, sagt AOK-Kommunikationschef Dr. Wilfried Boroch. \u201eSie zeigen, wie ernst wir den Kampf gegen betr\u00fcgerische Machenschaften nehmen und wie erfolgreich er insgesamt verl\u00e4uft.\u201c Die Absprache mit der Zentralstelle f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Verm\u00f6gensstraftaten im Gesundheitswesen um Staatsanwalt Badle ist dabei ausgesprochen eng.<\/p>\n<p>Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit steht die vollst\u00e4ndige Aufkl\u00e4rung von Betrugsdelikten und eine h\u00f6chstm\u00f6gliche Zur\u00fcckf\u00fchrung der Schadenssummen. Dabei sind die Spezialisten von AOK und Generalstaatsanwaltschaft auf Hinweise von Dritten, vor allem von Versicherten, dringend angewiesen. \u201eWenn es Indizien daf\u00fcr gibt, dass Beitragsgelder in die Taschen von Betr\u00fcgern flie\u00dfen, m\u00fcssen wir davon wissen. Nicht nur, weil das unser gesetzlicher Auftrag ist, sondern um den Schaden so gering wie m\u00f6glich zu halten\u201c, so Boroch.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehrheit tr\u00e4gt wei\u00dfe Weste<\/strong><\/p>\n<p>Aus seiner Sicht besteht kein Zweifel daran, dass die ganz \u00fcberwiegende Anzahl der \u00c4rzte, Apotheker und Therapeuten korrekt abrechnet. \u201eDas ist mir auch besonders deshalb so wichtig, weil wir keine Atmosph\u00e4re des Misstrauens in den Praxen und Apotheken haben m\u00f6chten. Ganz im Gegenteil: Das von Vertrauen gepr\u00e4gte Verh\u00e4ltnis zwischen Leistungserbringern und Patienten ist ein gro\u00dfes Plus unseres Gesundheitssystems\u201c, sagt er. Das best\u00e4tigt auch Staatsanwalt Alexander Badle. Er betont besonders die intensive und gute Zusammenarbeit mit der AOK Hessen: \u201eKeine andere Krankenkasse, die ich kenne, ist auf diesem Feld so stark professionalisiert und arbeitet mit derart hoher Effektivit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p><strong>Genaues Hinsehen lohnt sich<\/strong><\/p>\n<p>Nach gut neun Jahren intensiver Ermittlungsarbeit wei\u00df das siebenk\u00f6pfige Team aus Eschborn ganz genau, mit welchen Mitteln sich bestimmte Intransparenzen im Gesundheitswesen ausnutzen lassen. \u201eDie Beispiele reichen von der Rezeptf\u00e4lschung bis zu Abrechnungen nicht erbrachter Leistungen. Teilweise arbeiten zwei Leistungserbringer sogar Hand in Hand, bis wir ihnen auf die Schliche kommen\u201c, erkl\u00e4rt Teamchefin Heike Degenhardt-Reinmold. Auch komme es relativ h\u00e4ufig vor, dass Versicherte an Betr\u00fcgereien beteiligt seien, indem sie ihre g\u00fcltige KV-Karte an Dritte ausleihen. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt jedoch nach wie vor bei den Leistungserbringern, also z. B.\u00c2\u00a0 \u00c4rzten, Apothekern oder Sanit\u00e4tsh\u00e4usern.<\/p>\n<p><strong>Gesetzgeber gefordert<\/strong><\/p>\n<p>Boroch betont, dass auch der Gesetzgeber gefordert ist, um das Gesundheitswesen als ganzes transparenter zu machen und damit die Ermittlungsarbeit zu erleichtern, z.B. in Punkto Dokumentationspflichten. \u201eDenn wenn \u00c4rzte und Apotheker genau belegen m\u00fcssen, wie sie arbeiten, was sie verschreiben, welche Wirkstoffe sie zusammenmixen, dann hemmt das aus unserer Sicht m\u00f6gliche Betrugsabsichten ungemein und f\u00fchrt im Zweifelsfall auch schneller auf die Spur von Betr\u00fcgern. Hier den Grat zwischen einem transparenten System und m\u00f6glichst wenig unn\u00f6tiger B\u00fcrokratie zu beschreiten, ist eine gro\u00dfe Herausforderung\u201c, so Boroch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bad Homburg\/Frankfurt. Seit dem Jahr 2001 \u2013 drei Jahre, bevor die Krankenkassen den gesetzlichen Auftrag dazu erhielten \u2013 l\u00e4sst die AOK Hessen Betrugsaktivit\u00e4ten im Gesundheitswesen durch eine eigene Ermittlungsgruppe verfolgen. Am Freitag wurde auf einer Pressekonferenz deren insgesamt dritter T\u00e4tigkeitsbericht vorgestellt. Mit dabei war Alexander Badle, Staatsanwalt f\u00fcr Verm\u00f6gensdelikte im Gesundheitswesen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt\/Main. 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