{"id":64246,"date":"2010-07-12T01:45:09","date_gmt":"2010-07-11T23:45:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=64246"},"modified":"2010-07-12T08:45:40","modified_gmt":"2010-07-12T06:45:40","slug":"vpb-raet-bei-fotovoltaik-daechern-unbedingt-brandschutz-beachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=64246","title":{"rendered":"VPB r\u00e4t: Bei Fotovoltaik-D\u00e4chern unbedingt Brandschutz beachten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Berlin. <\/strong>&#8220;Wenn es brennt, dann werden Fotovoltaikanlagen f\u00fcr Feuerwehrleute zur t\u00f6dlichen Gefahr!&#8221; warnt Professor Dr. Bernd-J\u00fcrgen Vorath, Wissenschaftlicher Beirat des Instituts Privater Bauherren. Wegen der gro\u00dfz\u00fcgigen staatlichen F\u00f6rderung haben sich Fotovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren weit verbreitet. Immer mehr Privatleute haben die Stromproduzenten auf dem Dach, ohne zu ahnen, welche Gefahren sie sich damit einhandeln.<!--more--><\/p>\n<p>&#8220;Ein Problem liegt paradoxerweise in der hohen Qualit\u00e4t der Module. Sie sind extrem hitzebest\u00e4ndig und verformen sich deshalb auch bei einem Brand im Dachstuhl nicht&#8221;, erl\u00e4utert der Professor im Fachgebiet Sicherheitstechnik und Konstruktion der Universit\u00e4t Wuppertal. &#8220;Das hei\u00dft, sie st\u00fcrzen nicht ab, sondern bleiben fest auf dem Dach verankert und versperren als solide Barriere Feuerwehr und L\u00f6schmittel den Weg zum Brandherd, und beschleunigen die Brandentwicklung durch den auftretenden W\u00e4rmestau unter dem Dach.&#8221;<\/p>\n<p>Weit schwerwiegender ist aber das zweite Problem: &#8220;Solange es hell ist, produzieren die Module Strom und stehen unter Spannung. Diese Spannung l\u00e4sst sich auch nicht abschalten. Bis zu 400 Volt liefern die zusammen geschalteten Zellen der Module. Alles \u00fcber 42 Volt ist aber t\u00f6dlich f\u00fcr den Menschen&#8221;, res\u00fcmiert Professor Vorath. &#8220;Die Feuerwehr hat keine Chance. Sie kann weder unter den Modulen l\u00f6schen, noch kann sie die Module abschalten und vom Dach holen, solange sie Spannung liefern.&#8221;<\/p>\n<p>Die Feuerwehren kennen das Problem und halten sich nach t\u00f6dlichen Unf\u00e4llen zu Beginn der Solarepoche inzwischen fern von den lebensgef\u00e4hrlichen Modulen. &#8220;Wenn es der Wehr gelingt, die Fotovoltaikanlage mit einem Schaumteppich komplett abzudecken, bricht die Spannung zusammen und es k\u00f6nnen ohne elektrische Gef\u00e4hrdungen \u00d6ffnungen zum L\u00f6schen geschaffen werden&#8221;, erl\u00e4utert Bernd-J\u00fcrgen Vorath einen Weg aus der Misere, fragt aber gleichzeitig besorgt: &#8220;Welche Freiwillige Feuerwehr in einer kleinen Gemeinde hat schon die daf\u00fcr notwendige technische Ausstattung?&#8221; Die Wehren sind deshalb inzwischen dazu u\u00cc\u02c6bergegangen, solche D\u00e4cher kontrolliert abbrennen zu lassen. Mehr k\u00f6nnen sie nicht tun.<\/p>\n<p>Kann der private Bauherr vorbeugen? \u201eJa, er kann! Eine einfache und wirkungsvolle Methode ist die Montage der Module mit jeweils 15 Zentimetern Abstand zueinander\u201c, erkl\u00e4rt Bausachverst\u00e4ndiger Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). \u201eDadurch bleibt die Dachfl\u00e4che partiell offen und die Feuerwehr kann zwischen den Modulen an den Brandherd heran. Leider werden diese \u201eBrandschneisen\u201c so gut wie nie gebaut, denn sie kosten Geld.\u201c Zum einen passen bei mehr Abst\u00e4nden weniger Module aufs Dach &#8211; das reduziert die Stromausbeute.<\/p>\n<p>Zum anderen mu\u00cc\u02c6ssen mehr Halterungen montiert werden \u2013 Material und Arbeitsleistung werden also teurer. \u201eBauherren scheuen diese Mehrausgaben und erh\u00f6hen damit unn\u00f6tig ihr Brandrisiko.\u201c \u201eWer Fotovoltaik-Module aufs Dach setzen will, der sollte sich unbedingt vorher vom unabh\u00e4ngigen Sachverst\u00e4ndigen beraten lassen\u201c, mahnt Thomas Penningh. \u201eDas gilt besonders auch fu\u00cc\u02c6r den Ausbau des darunter liegenden Dachgeschosses: Denn wenn es brennt, dann wird nicht nur die Dachhaut zerst\u00f6rt, sondern auch D\u00e4mmung und Ausbau fangen Feuer.<\/p>\n<p>Heimwerker u\u00cc\u02c6bersehen die schlimmen Folgen kaum: Wenn Schaumstoffd\u00e4mmplatten brennen, dann schmelzen sie bei hohen Temperaturen und setzen giftige Gase frei. Dachausbau und Fotovoltaik sollten nicht nur unter dem Aspekt der Gewinnmaximierung gesehen werden. Verantwortungsbewusste Bauherren denken auch an die Sicherheit der Bewohner \u2013 und der Feuerwehrleute.\u201c<\/p>\n<p><strong>Tipp:<\/strong> Fotovoltaikanlagen sind zwar fest auf dem Dach montiert und Bestandteil des Daches, aber sie werden von der Wohngeb\u00e4udeversicherung nur eingeschr\u00e4nkt mitversichert. Fu\u00cc\u02c6r die Anlagen gibt es inzwischen spezielle Versicherungen, die in der Regel eine Elektronik- und Ertragsausfallversicherung sowie eine Montageversicherung und eine Betreiberhaftpflicht umfassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Berlin. &#8220;Wenn es brennt, dann werden Fotovoltaikanlagen f\u00fcr Feuerwehrleute zur t\u00f6dlichen Gefahr!&#8221; warnt Professor Dr. Bernd-J\u00fcrgen Vorath, Wissenschaftlicher Beirat des Instituts Privater Bauherren. 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