{"id":6400,"date":"2007-11-13T00:30:26","date_gmt":"2007-11-12T23:30:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=6400"},"modified":"2007-11-13T00:39:39","modified_gmt":"2007-11-12T23:39:39","slug":"bedarf-erkennen-potenziale-ausschoepfen-1-hessischer-palliativtag-in-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=6400","title":{"rendered":"\u201eBedarf erkennen, Potenziale aussch\u00f6pfen\u201c &#8211; Erster Hessischer Palliativtag in Fulda"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes aus Fulda<\/strong>. Zum ersten Hessischen Palliativtag hatte am vergangenen Samstag die Landesarbeitsgemeinschaft Palliativversorgung Hessen (LAPH) nach\u00c2\u00a0Fulda eingeladen. Zentrales Thema der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Ministerpr\u00e4sident Roland Koch war die ambulante Palliativversorgung in der Altenpflege.<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071112_palliativ3.jpg\" title=\"071112_palliativ3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071112_palliativ3.thumbnail.jpg\" alt=\"071112_palliativ3.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071112_palliativ1.jpg\" title=\"071112_palliativ1.jpg\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071112_palliativ1.thumbnail.jpg\" alt=\"071112_palliativ1.jpg\" height=\"84\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071112_palliativ2.jpg\" title=\"071112_palliativ2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071112_palliativ2.thumbnail.jpg\" alt=\"071112_palliativ2.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Fazit der rund 250 G\u00e4ste aus allen medizinischen Berufsgruppen: Palliatives Denken etabliert sich. Politik, Kostentr\u00e4ger und Verb\u00e4nde wissen um die Bedeutung. Gerade in Geriatrie und Altenpflege sei dieser Versorgungsbereich essentiell. Allerdings l\u00e4ge enormes Potential im Bereich Qualifizierung. Auch m\u00fcssen die Rahmenbedingungen verbessert und die Finanzierungsm\u00f6glichkeiten angepasst werden.<\/p>\n<p>Seit dem 1. April dieses Jahres hat jeder Deutsche im Bedarfsfall ein Recht auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung am Lebensende \u2013 das soll die Gesundheitsreform der Bundesregierung garantieren. So m\u00f6chte die hessische Landesregierung vorhandene, funktionierende Strukturen erhalten und unterst\u00fctzen, \u00fcberfl\u00fcssige neue Strukturen vermeiden \u2013 denn derzeit sterben nur ein Drittel der Menschen zu Hause, obwohl \u00fcber 80 Prozent den Wunsch dazu haben.<\/p>\n<p><strong>Palliativmedizin versorgt unheilbar Kranke bis ans Lebensende<\/strong><\/p>\n<p>Auch soll es einen Hospiz- und Palliativbeauftragten geben, der parteiunabh\u00e4ngig im Auftrag der Landesregierung agieren wird. Die regionalen Gesundheits\u00e4mter initiieren und organisieren in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden einen Austausch aller Interessenvertreter. Die so genannte Palliativmedizin versorgt Menschen mit unheilbaren Erkrankungen am Lebensende und setzt da an, wo\u00c2\u00a0herk\u00f6mmliche Ma\u00dfnahmen enden. Es wird das behandelt, was sinnvoll ist, um dem Patienten die bestm\u00f6gliche Lebensqualit\u00e4t zu geben.<\/p>\n<p>\u201eWer heute \u00fcber Palliativversorgung spricht, denkt an Krebspatienten\u201c, sagt Thomas Sitte, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Palliativversorgung Hessen und Mitglied im Palliativnetz Osthessen. Tats\u00e4chlich bilden diese mit \u00fcber 90 Prozent die gr\u00f6\u00dfte Gruppe derer, die palliativ betreut werden. \u201eAllerdings leiden zwei Drittel der Patienten zum Gro\u00dfteil altersbedingt an Demenz, Herz-, Kreislauf-, oder Stoffwechselerkrankungen \u2013 werden aber nur in geringem Ma\u00dfe versorgt.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u201eDas Potenzial in der Altenpflege ist immens\u201c,<\/strong><\/p>\n<p>Doch gerade hier ist Palliativversorgung von N\u00f6ten, denn die haupts\u00e4chlichen Symptome wie Schmerz, Atemnot, Erbrechen oder Schlaflosigkeit k\u00f6nnen ambulant behandelt werden. \u201eDas Potenzial in der Altenpflege ist immens\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Thomas Schindler von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Palliativmedizin. \u201eAber hier sind ganz spezielle Qualifikationen von N\u00f6ten, f\u00fcr die es bisher eine spezielle Ausbildung gab.\u201c In der Palliativen Versorgung wird nicht nur die medizinische Betreuung abdeckt, Gespr\u00e4che \u00fcber die ganz pers\u00f6nliche Lage, Gef\u00fchle, Hoffnungen und Bef\u00fcrchtungen im Umgang mit der Erkrankung sind f\u00fcr Betroffene und Angeh\u00f6rige gleicherma\u00dfen wichtig.<\/p>\n<p>\u201eIn Deutschland investiert man in die Akutversorgung, aber nicht in Palliative Ma\u00dfnahmen\u201c, sagt Schindler. \u201eIn Norwegen arbeitet man im Pflegebereich mit der doppelten Personalst\u00e4rke, hat aber keine h\u00f6heren Kosten im Gesundheitswesen \u2013 im Gegenteil. F\u00fcr die individuelle Symptomkontrolle und Betreuung sind viel Erfahrung und spezielle Kenntnisse elementar.\u201c<\/p>\n<p><strong>Palliativversorgung akzeptiert die Unheilbarkeit<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings sei Deutschland hier anders ausgerichtet, wie Dr. Wolfgang Spuck, der zweite Sprecher Landesarbeitsgemeinschaft f\u00fcr Palliativversorgung Hessen (LAPH) erkl\u00e4rt: \u201eWir verstehen uns als Reparaturbetrieb. Ziel ist dabei die Heilung \u2013 wenn diese nicht mehr m\u00f6glich ist, bedeutet das f\u00fcr die Medizin eine Niederlage.\u201c Palliativversorgung akzeptiert die Unheilbarkeit und begleitet den Patienten auf seinem Weg bestm\u00f6glich, um die verbleibende Zeit mit Leben zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Mediziner ist es oftmals eine Gratwanderung von dem Punkt erkannt zu haben, dass das Sterben beginnt, bis dahin auch den Mut zu haben, das entsprechende Behandlungsziel neu zu definieren. \u201eVon Gesetz wegen muss der Arzt den Patienten so lange er kann behandeln, sonst ist das unter Umst\u00e4nden unterlassene Hilfeleistung\u201c, sagt Prof. G\u00fcnter Baust, Mitglied der Akademie f\u00fcr Ethik in der Medizin. \u201eF\u00fcr unn\u00fctze Behandlungen gibt es keinen Richter \u2013 diese k\u00f6nnen immer\u00c2\u00a0 begr\u00fcndet werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Versorgung \u00c4lterer wird immer wichtiger<\/strong><\/p>\n<p>Der Bereich der Pflege nimmt in der Versorgung \u00c4lterer einen immer wichtigeren Stellenwert ein. \u201eIm Bereich Geriatrie tut sich einiges. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden wir in den kommenden Jahren vermehrt pflegebed\u00fcrftige Menschen haben\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Matthias Pfisterer, Chefarzt f\u00fcr Altersmedizin und Palliativmedizin. Die typischen Diagnosen benennt er mit Schmerz, H\u00f6r- oder Sehverlust, Verwirrtheit und Abh\u00e4ngigkeit. Dazu kommt, dass in Hessen derzeit jeder zweite Haushalt ein Einzelhaushalt sei. \u201eSp\u00e4testens mit 80 k\u00f6nnen die Menschen in der Regel ihren Alltag nicht mehr allein bestreiten und sind auf Hilfe angewiesen.\u201c<\/p>\n<p>Eine effektive Versorgung ist nur im Team m\u00f6glich: sprich nur dann, wenn sich alle beteiligten Gruppen, wie Angeh\u00f6rige, \u00c4rzte,\u00c2\u00a0 Hospizhelfer, Pflegekr\u00e4fte, Physiotherapeuten, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter und andere zusammen zum Wohl des Patienten engagieren. \u201eZun\u00e4chst geht es darum zuzuh\u00f6ren, was der Patient m\u00f6chte\u201c, erkl\u00e4rt Sandra Schmitt vom Pflegedienst Sonnenblume. \u201eDann stellt sich die Frage, was das soziale Umfeld leisten kann.\u201c\u201eDabei ist Empathie ganz wichtig\u201c, erg\u00e4nzt Marion Hennemann-Wagner von der Klinik Merxhausen. \u201eEs gilt sich selbst zur\u00fcckzunehmen, eigene Erwartungen herunterzuschrauben, auf die Patienten, seine N\u00f6te und Bed\u00fcrfnisse einzugehen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Begriff Lebensqualit\u00e4t bekommt eine neue Bedeutung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWichtig ist, sich mit dem Ist-Zustand zu arrangieren und danach auszurichten, wie es weiter geht\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Martin Fuchs, Chefarzt f\u00fcr Innere Medizin und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin bei nicht onkologischen Patienten der DGP. \u201eIn diesem Szenario findet eine Verschiebung der eigenen Werte, der eigenen Definition von Sinnhaftigkeit statt \u2013 der Begriff Lebensqualit\u00e4t bekommt eine neue Bedeutung.\u201c<\/p>\n<p>Die im Juni gegr\u00fcndete Landesarbeitsgemeinschaft Palliativversorgung Hessen (LAPH) veranstaltet in j\u00e4hrlichem Rhythmus Palliativtage innerhalb des Landes. Nach der Auftaktveranstaltung im osthessischen Fulda wird ein zweiter Kongress am 8. M\u00e4rz 2008 das Thema \u201eUmgang mit dem eigenen Sterben\u201c beleuchten.<\/p>\n<p>Die LAPH m\u00f6chte die Rahmenbedingungen in der Palliativversorgung durch eine enge Vernetzung aller engagierten Kr\u00e4fte weiter voran zu bringen. Dar\u00fcber hinaus geht es auch darum die Interessen der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Palliativmedizin (DGP) auf Landesebene zu vertreten und deren Mitglieder aller Berufsgruppen zu vertreten. Schwerpunkte setzt die Arbeitsgemeinschaft in der Aufkl\u00e4rungs- und Informationsarbeit sowie der Aus- und Weiterbildung in der Palliativversorgung und ganz besonders in der Qualit\u00e4tssicherung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Fulda. Zum ersten Hessischen Palliativtag hatte am vergangenen Samstag die Landesarbeitsgemeinschaft Palliativversorgung Hessen (LAPH) nach\u00c2\u00a0Fulda eingeladen. 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