{"id":6375,"date":"2007-11-12T00:18:52","date_gmt":"2007-11-11T23:18:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=6375"},"modified":"2007-11-11T22:19:28","modified_gmt":"2007-11-11T21:19:28","slug":"der-rhoener-reagiert-sehr-sensibel-auf-veraenderungen-in-seiner-landschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=6375","title":{"rendered":"Der Rh\u00f6ner reagiert sehr sensibel auf Ver\u00e4nderungen in seiner Landschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071111_kal_forschungsergebn.jpg\" title=\"071111_kal_forschungsergebn.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/071111_kal_forschungsergebn.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"071111_kal_forschungsergebn.jpg\" \/><\/a>Wildflecken.<\/strong>\u00c2\u00a0F\u00fcr satte 93 Prozent der Rh\u00f6nbewohner ist die Rh\u00f6nlandschaft f\u00fcr die eigene Lebensqualit\u00e4t sehr wichtig oder wichtig. Zu diesem Ergebnis ist Dr. Tobias Behnen vom Institut f\u00fcr Wirtschafts- und Kulturgeografie an der Leibnitz-Universit\u00e4t Hannover gekommen.<\/p>\n<p><strong>Foto und Text:<\/strong> Carsten Kallenbach<!--more--><\/p>\n<p>Bereits in den Jahren 2005 und 2006 hatte es in Gersfeld, Bischofsheim, Kaltennordheim und Kaltensundheim Befragungen der Bev\u00f6lkerung zu den verschiedensten Gesichtspunkten des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n gegeben. Ein Thema davon war die \u201eRh\u00f6ner Identit\u00e4t\u201c. Tobias K\u00fchne hatte sich damit in seiner Diplomarbeit besch\u00e4ftigt, die er im vergangenen Jahr anl\u00e4sslich der 11. Pr\u00e4sentation der Forschungsergebnisse f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n vorgestellt hatte.<\/p>\n<p>Dr. Tobias Behnen und sein Team befragten mehr als 700 Bewohner des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n, wie sie den Wandel in der Kulturlandschaft wahrnehmen und ihn bewerten. \u201eDarunter f\u00e4llt der Agrarstrukturwandel, der Wandel in der Sozialstruktur, der Klimawandel und der Bewusstseinswandel, die gewachsenen Kulturlandschaften besonders zu sch\u00fctzen, wie es sich das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n zur Aufgabe gemacht hat\u201c, erl\u00e4uterte Dr. Behnen vor den Zuh\u00f6rern im Rh\u00f6n-Info-Zentrum \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c in Wildflecken-Oberbach.<\/p>\n<p>Sehr wohl, erkl\u00e4rte er, nehmen die B\u00fcrger die zunehmenden Belastungen durch den Verkehr, den Tourismus, den Wirtschaftsstandort Rh\u00f6n, den Freizeitsport, die zunehmende technische Infrastruktur und die Rh\u00f6n als l\u00e4ndliche Wohnst\u00e4tte wahr. All diese Faktoren stellen Raumanspr\u00fcche an die Rh\u00f6n dar. Positive Ver\u00e4nderungen der Landschaft \u2013 insbesondere durch die praktizierte Landschaftspflege und den Naturschutz \u2013 sehen immerhin 50 Prozent der Befragten.<\/p>\n<p>Negativ beurteilen die Ver\u00e4nderungen in der Landschaft 35 Prozent. Davon entfallen 33 Prozent auf die allgemeine Umweltbelastung und 32 Prozent auf den Verkehr; insbesondere den steigenden Lkw-Transitverkehr. Dr. Behnen kommt anhand des Fragebogens mit 37 Teilfragen zu dem Ergebnis, dass 98 Prozent der Rh\u00f6nbewohner keine grunds\u00e4tzlichen Ver\u00e4nderungen an ihrer Landschaft w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Mit 74 Prozent Akzeptanz findet die Anerkennung der Rh\u00f6n als Biosph\u00e4renreservat eine gro\u00dfe Zustimmung. Demzufolge sch\u00e4tzen die meisten Befragten auch ein, dass Landschaftsschutz und menschliche Nutzung sich einander nicht ausschlie\u00dfen. 89 Prozent der Befragten bef\u00fcrworten die Bezahlung der Landwirte f\u00fcr die Offenhaltung der Landschaft.<br \/>\n\u201eDie Rh\u00f6nbewohner sch\u00e4tzen ihre Kulturlandschaft au\u00dferordentlich und reagieren sensibel auf Landschaftsver\u00e4nderungen.\u201c Diesen Schluss zieht Dr. Tobias Behnen aus seiner Befragung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Vorstellung seiner Umfragenergebnisse nannte er weitere Zahlen: So hat f\u00fcr 52 Prozent der Befragten das Biosph\u00e4renreservat das Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl in der Rh\u00f6n \u00fcber die L\u00e4ndergrenzen hinweg verbessert. 40 Prozent w\u00fcnschen sich allerdings mehr Informationen \u00fcber das Biosph\u00e4renreservat in der Landschaft \u2013 beispielsweise durch Karten und Infotafeln. 19 Prozent sehen Einschr\u00e4nkungen durch das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n. Interessant d\u00fcrfte auch sein, dass ganze 69 Prozent bewusst Rh\u00f6ner Lebensmittel einkaufen.<\/p>\n<p>Die traditionellen Rh\u00f6ner Speisen wie Fleisch und Wurst stehen dabei mit 46 beziehungsweise 28 Prozent ganz oben. 44 Prozent der Befragten w\u00fcnschen sich zudem mehr regionale Bio-Lebensmittel. \u201eOb sie allerdings auch dazu bereit sind, den erh\u00f6hten Preis daf\u00fcr zu bezahlen, war nicht Gegenstand der Befragung\u201c, erg\u00e4nzte Dr. Behnen. 94 Prozent der Rh\u00f6nbewohner nutzen die Rh\u00f6nlandschaft in der Freizeit. Darunter fallen besonders das Wandern, das Radfahren und der Wintersport. Immerhin 23 Prozent der Befragten sind Mitglied in landschaftsbezogenen Vereinen oder Gruppen.<\/p>\n<p>Dr. Doris Pokorny, Landschafts\u00f6kologin und stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n, hob besonders lobend hervor, dass die Forschungsstudie aus eigener Motivation von Dr. Tobias Behnen und f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat unentgeltlich erstellt worden sei. Einen Forschungsauftrag daf\u00fcr habe es nicht gegeben.<\/p>\n<p>Zum Foto: Die stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n, Dr. Doris Pokorny (2.v.l.), begr\u00fc\u00dfte in diesem Jahr vier Referenten, die ihre Forschungsergebnisse \u00fcber das Biosph\u00e4renreservat vorstellten: Dr. Tobias Behnen, Anika Sauer, Sabine Nattermann und Dr. Eckhard Jedicke (von links).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wildflecken.\u00c2\u00a0F\u00fcr satte 93 Prozent der Rh\u00f6nbewohner ist die Rh\u00f6nlandschaft f\u00fcr die eigene Lebensqualit\u00e4t sehr wichtig oder wichtig. Zu diesem Ergebnis ist Dr. Tobias Behnen vom Institut f\u00fcr Wirtschafts- und Kulturgeografie an der Leibnitz-Universit\u00e4t Hannover gekommen. 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