{"id":63416,"date":"2010-06-30T04:33:44","date_gmt":"2010-06-30T02:33:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=63416"},"modified":"2010-06-30T07:34:41","modified_gmt":"2010-06-30T05:34:41","slug":"aktion-junge-fahrer-der-kreisverkehrswacht-fulda-an-der-fuldaer-heinrich-von-bibra-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=63416","title":{"rendered":"\u201eAktion Junge Fahrer\u201c der Kreisverkehrswacht Fulda an der Fuldaer Heinrich-von-Bibra-Schule"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_001.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-63417\" title=\"100629_Aktion_001\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_001-265x198.jpg\" alt=\"100629_Aktion_001\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_001-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_001.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert! Dachten zwei \u00e4ltere Heimbewohner, die neben dem Schulgel\u00e4nde auf dem Balkon im Wohnstift Mediana standen und das Treiben auf den Schulhof beobachten. Um 08:32 Uhr fuhren ein gro\u00dfes Feuerwehrl\u00f6schwagen gefolgt von einem Rettungswagen mit \u201eMartinshorn \u00c2\u00a0und \u00c2\u00a0Blaulicht\u201c auf den oberen Schulhof der Heinrich-von-Bibra-Schule und hielten neben einem Unfallwagen, der gegen die gro\u00dfen Kastanienbaum geprallt war. Um die Unfallstelle herum standen mehrere Hundert Sch\u00fcler. Die \u00e4lteren Heimbewohner merkten aber bald, es war nur eine gro\u00dfe Rettungs\u00fcbung, bei der alles sehr \u00c2\u00a0realistisch nachgestellten war.<!--more--><\/p>\n<p>Der Konrektor der Schule, Herr Dr. Andreas Grenzer, kam auf die Kreisverkehrswacht zu und bat um Wiederholung dieser bundesweiten Pr\u00e4ventionskampagne \u201eAktion Junge Fahrer\u201c zur Verbesserung des pers\u00f6nlichen Sicherheitsrisikos junger Menschen im Stra\u00dfenverkehr, besonders im Bereich Alkohol und Drogen. Gerade die Sch\u00fcler, die jetzt vor den Sommerferien die Schule verlassen, sollten nochmals nachhaltig auf die Risiken im Stra\u00dfenverkehr hingewiesen werden.<\/p>\n<p>Konrektor Dr. Grenzer er\u00f6ffnete um 08:00 Uhr im Schulhof, im Beisein von Fuldas B\u00fcrgermeister Dr. Wolfgang Dippel und Schulamtsdirektor Dr. Michael Imhof, vor rund 300 Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen die \u201eAktion Junge Fahrer\u201c, die von der Deutschen Verkehrswacht und dem Verkehrsministerium unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>In seiner Er\u00f6ffnungsansprache betonte der Schulleiter ausdr\u00fccklich die Wichtigkeit der Verkehrserziehung als schulische Aufgabe und begr\u00fc\u00dfte auch als interessierte Besucher eine Klasse der Richard-M\u00fcller-Schule mit zwei Lehrkr\u00e4ften sowie vier Mitglieder des Fuldaer Anwaltsvereins, die einmal hautnah eine solche Verkehrssicherheitsaktion f\u00fcr junge Menschen miterleben wollten.<\/p>\n<p>B\u00fcrgermeister Dippel forderte die Sch\u00fcler auf: \u201eNehmt diese heutige Veranstaltung als Chance, alle Sicherheitsinformationen, die ihr h\u00f6rt\u00c2\u00a0 zu verinnerlichen und m\u00f6glichst viele davon im Stra\u00dfenverkehr umzusetzen!\u201c Schulamtsdirektor Dr. Imhof vom Staatlichen Schulamt, betonte die Wichtigkeit solcher Pr\u00e4ventionsaktionen durch die Verkehrswacht und die Polizei. Sie sind ein wichtiger Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang der Unfallzahlen junger Menschen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_002.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-63418\" title=\"100629_Aktion_002\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_002-265x353.jpg\" alt=\"100629_Aktion_002\" width=\"265\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_002-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_002.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Gerhard Brink, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht Fulda, stellte den Veranstaltungsablauf vor und nannte als sein Ziel f\u00fcr den Tag: \u201eJugendliche sollen anhand praktisch erlebter \u00c2\u00a0Beobachtungen die Risiken im Stra\u00dfenverkehr besser erkennen und entsprechend handeln. Unsere Idee ist es, Jugendliche da abzuholen wo sie gerade stehen. Wir wollen nicht belehren, wirken, sondern informieren und pers\u00f6nliche Handlungsstrategien aufzeigen. Jeder ist f\u00fcr sich selbst verantwortlich, was er daraus machen, welche Tipps er im Stra\u00dfenverkehr umsetzt.\u201c Daran schloss sich die realistisch nachgestellte Rettung einer schwer verletzt eingeklemmten Fahrers aus einem Unfallwagen an. In routinierter Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Fulda-Mitte und Leitung von Herrn Hillenbrand, den beiden DAK Rettungssanit\u00e4tern und dem Facharzt f\u00fcr Notfallmedizin und An\u00e4sthesie \u00c2\u00a0Dr. med. Birger Freier, konnten die Sch\u00fcler die zeit- und materialaufwendige Rettung hautnah miterleben. \u00dcber Lautsprecher kommentierte Gerhard Brink den Rettungsablauf. Die sechs Feuerwehrleute hatten alle H\u00e4nde voll zu tun, um mit einer Hydraulikpresse und der Hydraulikschere das Fahrzeugdach so aufzuklappen, dass die Bergung der eingeklemmten Person gefahrlos m\u00f6glich wurde. Der Notarzt war bereits durch das \u00c2\u00a0Beifahrerfenster in den Pkw geklettert, um mit der Erstversorgung zu beginnen. Unsere Absicht war, so der Notarzt Dr. Freier, den Sch\u00fclern und Sch\u00fclerinnen den Ablauf der Rettung eines Verletzten in \u201eEchtzeit\u201c vorzuf\u00fchren, die mit Absetzung des Notrufes beginnt und mit der Bergung des Opfers endet.<\/p>\n<p>Obwohl alle Akteure ihr Bestes gaben, verging die Zeit schnell. F\u00fcr Anfahrt, Aufbrechen der Fahrzeugkarosserie, Bergung des Verletzten und Abfahrt zum Krankenhaus, vergingen vierzig Minuten. Qualvolle lange Minuten f\u00fcr den Schwerverletzten. Jessica aus der 10. Klasse: \u201eDass dauert ja unendlich lang, bis die den Verletzten aus dem Auto herausgeholt haben!\u201c<\/p>\n<p>Es folgte das Referat \u201eFahren im Rausch \u2013 ein berauschendes Erlebnis?\u201c von Dr. Birger Freier, der es wieder verstand in ansprechender packender Weise die Problematik von Drogen und Autofahren bewusst zu machen. Dabei setzte Dr. Freier auch authentische Unfallbilder aus der Region ein, die ihre oft schockierende, aber auch nachdenklich machende Wirkung nicht verfehlten.<\/p>\n<p>Gerade bei Jugendlichen kommt es nach Aussagen des Notarztes zu einer erschreckenden Zunahme des \u00c2\u00a0Drogenkonsums, jedoch anders als erwartet, nicht von harten Drogen, sondern besonders von den so genannten weichen Drogen wie Alcopops, Bier und Cannabis erkl\u00e4rte der Notarzt. \u201eMit der heutigen Aktion wollen wir Fahranf\u00e4nger und k\u00fcnftige Autofahrer wachr\u00fctteln und ihnen zeigen, dass der Stra\u00dfenverkehr kein Spiel ist, sondern viel zu oft zum t\u00f6dlichen Ernst wird\u201c, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_003.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-63419\" title=\"100629_Aktion_003\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_003-265x198.jpg\" alt=\"100629_Aktion_003\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_003-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_003.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Peter Schaum vom Verein \u201eTrauernde Eltern Fulda e.V.\u201c berichtete den Zuh\u00f6rern in ergreifender Art und Weise das Gef\u00fchl eines Vaters, dessen 16j\u00e4hriger Sohn vor fast genau vier Jahren morgens gutgelaunt und fr\u00f6hlich mit dem Motorrad zu einer Public Viewing Veranstaltung fuhr und nicht mehr zur\u00fcckkam. Er verungl\u00fcckte auf der Fahrt und wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert, er verstarb kurze Zeit sp\u00e4ter. Der Vater sah seinen schwer verletzten Jungen noch an der Unfallstelle liegen. Dieser hoch emotionale Bericht eines Vaters ergriff und bewegte auch gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig viele Zuh\u00f6rer. Der Vertreter der Verkehrswacht betonte: \u201eEs geht heute nicht um ein Sensationserlebnis, sondern wir wollen zur Diskussion anregen, zum Nachdenken animieren und zu einer kritischen Reflexion der Sicherheitsaktion\u00c2\u00a0 &#8211; Mensch Junge denk doch mal nach &#8211; hinf\u00fchren. Mit einem lauten \u201eRumms\u201c schlug der Gurtschlitten am Ende der Rampe auf. Der Oberk\u00f6rper des angegurteten \u00c2\u00a0Mitfahrers flog trotz der geringen Geschwindigkeit von gerade einmal \u00c2\u00a0sieben km\/h ruckartig nach vorne. Der Schreck war dem Sch\u00fcler noch anzusehen.<\/p>\n<p>Der Aufprall war ganz sch\u00f6n heftig, h\u00e4tte ich nicht gedacht, meinte der 17j\u00e4hrige Kadir. Die 16j\u00e4hrige \u00c2\u00a0Alexandra hatte so etwas auch noch nicht erlebt und sagte leise zu dem Moderator der Kreisverkehrswacht: \u201eAb sofort werde ich mich auch innerorts wohl besser immer anschnallen.\u201c Die Kreisverkehrswacht Waldeck Frankenberg unterst\u00fctzte den Aktionstag mit einem Gurtschlitten, einem \u00dcberschlagsimulator und dem Motorradfahrsimlulator. Die Ger\u00e4tschaften wurden von f\u00fcnf Verkehrswachtmoderatoren betreut.<\/p>\n<p>Ein weiterer Anziehungspunkt f\u00fcr viele Sch\u00fcler war der Alkoholfahrsimulator des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Stra\u00dfenverkehr e.V. der von Erich Fleischmann betreut wurde&#8230; Hier konnten die Fahrer auf dem Bildschirm erfahren, welche Wirkung der Alkohol auf das Fahrverhalten hat. Von der Kreisverkehrswacht Fulda war aufgebaut worden: Ein Seh- und Reaktionstest und einen Rauschbrillenparcours.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-63420\" title=\"100629_Aktion_004\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_004-265x198.jpg\" alt=\"100629_Aktion_004\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_004-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100629_Aktion_004.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Gerhard Brink erl\u00e4uterte, dass die \u00c2\u00a0vier Brillen unterschiedliche Rauschwirkungen simulieren, die einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 1,5 Promille entsprechen. Die Benutzer der Billen zweifelten, ob die Brille einen realistischen Rauscheindruck verschaffen konnte? Was sie sahen, entsprach ihrer Meinung nach oft nicht den gemachten Erfahrungen und \u00c2\u00a0der eigenen optischen Erinnerung. Dr. Birger Freier erkl\u00e4rte:\u201c Die starke optische Wirkung der Rauschbrille vermittelt zwar andere Bilder als die real wahrgenommenen, aber das Gef\u00fchlserleben und die Reaktion auf den K\u00f6rper sind sehr wohl mit der Realit\u00e4t gut vergleichbar. Das Gef\u00fchl der Verunsicherung und der eingeschr\u00e4nkten Kontrolle \u00fcber den K\u00f6rper ist erlebbar und eine eindrucksvolle Selbsterfahrung.\u201c<\/p>\n<p>Der Konrektor Dr. Grenzer f\u00fcgte hinzu: \u201eDie Personen mit den Rauschbrillen machten auf mich den Eindruck von tats\u00e4chlich Angetrunkenen. Wichtig ist trotz aller Komik, den ernsten Hintergrund und das Ziel der Aktion nicht aus dem Blick zu verlieren.\u201c Einen weitere Station der Kreisverkehrswacht war ein Pkw Focus, der die Firma Ford Sorg zur Verf\u00fcgung gestellt hat. In dem Pkw wurde vom Verkehrswachtsmoderator Brink die richtige Sitzhaltung und die richtige Lenkradhaltung in der Realit\u00e4t erkl\u00e4rt und fehlerhafte und somit verletzungsintensivere Fehlhaltung korrigiert, und die richtige Sitzhaltung demonstriert.<\/p>\n<p>Kein Sch\u00fcler und auch kein Lehrer, der bei dieser Aktion mitmachte, hatte sich \u201erichtig\u201c angeschnallt bzw. sa\u00df im richtigen Abstand zum Lenkrad. \u201eAber alle wissen jetzt, was es hei\u00dft richtig angeschnallt zu kein!\u201c kommentierte Gerhard Brink das nicht gerade erfreuliche Testergebnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Hoffentlich ist nichts Schlimmes passiert! 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