{"id":62435,"date":"2010-06-20T04:15:18","date_gmt":"2010-06-20T02:15:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=62435"},"modified":"2010-06-21T07:15:33","modified_gmt":"2010-06-21T05:15:33","slug":"bischof-algermissen-erteilte-missio-canonica-zum-abschluss-des-tages-der-katechese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=62435","title":{"rendered":"Bischof Algermissen erteilte \u201eMissio canonica\u201c zum Abschlu\u00df des \u201eTages der Katechese\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg.<\/strong> In einer Eucharistiefeier im Hohen Dom zu Fulda hat Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag 36 Religionslehrerinnen und zwei Religionslehrern aus der Di\u00f6zese die \u201eMissio canonica\u201c erteilt. Die Me\u00dffeier bildete zugleich den Abschlu\u00df des traditionellen \u201eTages der Katechese\u201c in der Zeit nach dem Bonifatiusfest. In seiner Predigt vor rund 200 Religionslehrern und Katecheten bezog sich der Bischof auf die M\u00fcdigkeit des Propheten Elias, der den G\u00f6tzendienst in Israel zun\u00e4chst erfolgreich besiegt zu haben schien, dann aber vor seiner Feindin, K\u00f6nigin Jezabel, in die W\u00fcste fliehen mu\u00dfte. Dort kam er abgehetzt an, hatte seinen Dienst satt, w\u00fcnschte sich den Tod. <!--more--><\/p>\n<p>Heute werde ein solcher Mensch, der von physischer Ersch\u00f6pfung, \u00dcberdru\u00df und innerer L\u00e4hmung gezeichnet sei, \u201eausgebrannt\u201c genannt (\u201eBurn-out-Syndrom\u201c), sagte Bischof Algermissen und betonte, da\u00df dies oft gerade in p\u00e4dagogischen Berufen vorkomme. Besonders betroffen seien ausgerechnet die engagierten Menschen mit hohem Idealismus, die aufgrund von \u00dcberlastung und R\u00fcckschl\u00e4gen oft in tiefste Depression fielen. Ihr inneres Feuer habe sie selbst erfa\u00dft und verzehre sie, so da\u00df oft nur noch eine ausgeh\u00f6hlte Fassade \u00fcbrig bleibe.<\/p>\n<p>Tr\u00f6stlich sei hier, da\u00df die Bibel \u201eunsere Krankheiten\u201c kenne und vermittels ihrer Geschichten der Heilung auch Rat wisse, betonte der Oberhirte. So verfalle Elias zun\u00e4chst in tiefen Schlaf, der aber an sich noch nicht Heilung bringe, vielmehr, wie schon das Mittelalter wu\u00dfte, dem Tod nahe verwandt sei. Gott wolle aber, da\u00df \u201ewir das Leben in F\u00fclle haben\u201c, sagte der Bischof, und so geschehe es bei Elias, da\u00df ihm ein Engel gesandt werde, um ihn mit Essen und Trinken zu st\u00e4rken. Dadurch habe Elias Kr\u00e4fte sammeln k\u00f6nnen f\u00fcr den weiten Weg, den er noch vor sich gehabt habe. Diese Geschichte \u00fcbermittle eine Botschaft des Trostes und der Hoffnung, erinnerte Algermissen, und dies gelte gerade auch f\u00fcr durch ihr Engagement ersch\u00f6pfte Religionslehrer. \u201eGott arbeitet mit gro\u00dfer Geduld an einem neuen Aufbruch\u201c, betonte Bischof Algermissen.<\/p>\n<p>Der traditionelle \u201eTag der Katechese\u201c wird von der Abteilung Schule-Hochschule-Medien und dem Seelsorgeamt im Bisch\u00f6flichen Generalvikariat sowie dem Di\u00f6zesanverband des Deutschen Katechetenvereins (DKV) veranstaltet. Die Begr\u00fc\u00dfung erfolgte in diesem Jahr durch die Vorsitzende des Deutschen Katecheten-Vereins im Bistum Fulda, Lic. Theol. Diplomp\u00e4dagogin Marianne Hartung (Kassel). Daran schlo\u00df sich der Vortrag von Prof. Dr. Reinhold Boschki (Bonn) an. \u201eDem Glauben (m)ein Gesicht geben \u2013 religi\u00f6ses Lernen als Beziehungsgeschehen\u201c lautete das Thema.<\/p>\n<p>\u201eGlaubw\u00fcrdig unterrichten, glaubw\u00fcrdig von Gott erz\u00e4hlen\u201c bezeichnete der Religionsp\u00e4dagoge als das wichtigste Ziel des Religionsunterrichts, wozu er die Religionslehrerinnen und -lehrer sowie Katecheten ermutigte. Als Herausforderungen f\u00fcr den heutigen Religionsunterricht hatte Prof. Boschki die aktuelle Diskussion um Mi\u00dfbrauch in der Kirche und eine zunehmende s\u00e4kularisierte Gesellschaft vor Augen gef\u00fchrt. Verlorengegangenes Vertrauen m\u00fcsse dadurch wiederhergestellt werden, da\u00df man dem Glauben \u201esein eigenes Gesicht\u201c gebe und sich den innerkirchlichen und gesellschaftlichen Anfragen offen stelle.<\/p>\n<p>Dazu arbeitete Prof. Boschki die Bedeutung von \u201eBeziehung\u201c als eines anspruchsvollen Konzeptes heraus. Die j\u00fcdisch-christliche Religion sei eine \u201eBeziehungsreligion\u201c, und Gott sei als der Person zugewandter Gott eben auch ein \u201eGott der Beziehung\u201c. Als Christ gelte es auch, eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus, zu anderen Menschen und zur Welt zu leben und beim religi\u00f6sen Lernen zu vermitteln. Qualit\u00e4tskriterien f\u00fcr religi\u00f6ses Lernen in Schule und Gemeinde wie auch in der Gemeinde sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sodann in Gruppen erarbeiten.<\/p>\n<p>Der Referent selbst nannte unter anderem: das Evangelium zum Leuchten kommen lassen, die Gottesfrage zur Sprache bringen, den Lernenden Impulse f\u00fcr die eigene Gottesbeziehung und die Beziehung zu anderen zu geben. In verschiedenen Arbeitskreisen am Nachmittag ging es dementsprechend um das \u201eSakrament als Beziehungsereignis\u201c oder auch um \u201ePaare in der Bibel als Chance f\u00fcr ein gutes Menschen- und Gottesbild\u201c. Auch das \u201ePhilosophieren mit Kindern\u201c oder \u201eHeilungsgeschichten\u201c wurden ebenso thematisiert wie meditativer Tanz, Bibliodrama und biblisches Erz\u00e4hlen. Weitere Arbeitskreise befa\u00dften sich mit \u201eBegegnungen jenseits von Stre\u00df und Schulalltag\u201c, literarischen Gottesbildern und Kurzfilmen, aber auch der Begegnung mit der lebendigen kirchlichen Tradition Fuldas. (bpf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg. In einer Eucharistiefeier im Hohen Dom zu Fulda hat Bischof Heinz Josef Algermissen am Donnerstag 36 Religionslehrerinnen und zwei Religionslehrern aus der Di\u00f6zese die \u201eMissio canonica\u201c erteilt. Die Me\u00dffeier bildete zugleich den Abschlu\u00df des traditionellen \u201eTages der Katechese\u201c in der Zeit nach dem Bonifatiusfest. 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