{"id":61833,"date":"2010-06-12T02:29:31","date_gmt":"2010-06-12T00:29:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=61833"},"modified":"2010-06-12T07:29:41","modified_gmt":"2010-06-12T05:29:41","slug":"orgelmatinee-im-fuldaer-dom-mit-thomas-wiegelmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=61833","title":{"rendered":"Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Thomas Wiegelmann"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100611_ThomasWiegelmann.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-61834\" title=\"100611_ThomasWiegelmann\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100611_ThomasWiegelmann-265x348.jpg\" alt=\"100611_ThomasWiegelmann\" width=\"265\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100611_ThomasWiegelmann-265x348.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100611_ThomasWiegelmann.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Fulda. <\/strong>Am Samstag, 19. Juni, 13.00 Uhr \u2013 13.30 Uhr (!), wird Regionalkantor Thomas Wiegelmann als Vertretung f\u00fcr den \u00fcberraschend verstorbenen Boris Arkadieff die Orgelmatinee im Fuldaer Dom gestalten. Sein vielf\u00e4ltiges Programm bezieht neben Dietrich Buxtehude auch Werke von Bach, Schumann und Brahms ein. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<!--more--><\/p>\n<p><strong>Thomas Wiegelmann<\/strong>, Studium der kath. Theologie und Schulmusik, musikwissenschaftliche Studien an den Universit\u00e4ten Bochum und Essen (Staatsexamen fu\u00cc\u02c6r das Lehramt an Gymnasien), Kath. Kirchenmusik an der Folkwanghochschule Essen. Lehrer waren u. a. Prof. Gerd Zacher (Orgel), Prof. J. Bucher (liturgisches Orgelspiel u. Improvisation) sowie Prof. G. Knu\u00cc\u02c6sel (Chorleitung). Zwischen 1984 u. 1988 Teilnahme an den Internationalen Sommerkursen und Dozentenkursen fu\u00cc\u02c6r Gregorianik in Essen (Ltg. Prof. Dr. G. Joppich), Fortbildungskurse Kinderchorleitung 1994-95 bei der Bundesakademie Trossingen, u. a. bei Prof. A. Ickstadt, Prof. K. Hofbauer.<\/p>\n<p>Seit 1988 im Bistum Fulda als Kantor in St. Martin, Bad Orb, sowie Dozent am Kirchenmusikinstitut Fulda und Di\u00f6zesanbeauftragter fu\u00cc\u02c6r die Kinderchorarbeit zust\u00e4ndig. Daru\u00cc\u02c6ber hinaus als Domkantor in den Jahren 1989-1993 erster Leiter und Mitbegru\u00cc\u02c6nder der M\u00e4dchenkantorei und Domsingknaben Fulda. Derzeit Regionalkantor im Dekanat Kinzigtal. In dieser Eigenschaft zust\u00e4ndig u. a. fu\u00cc\u02c6r die Fort- und Ausbildung von nebenberuflichen Organisten und Chorleitern, Beratung von Kirchengemeinden in kirchenmusikalisch-liturgischen Fragen, Mitglied der Kommission fu\u00cc\u02c6r das neue Gebet- und Gesangbuch (Eigenteil Di\u00f6zese Fulda). 1993 Gru\u00cc\u02c6ndung und Leitung des Kammerchores St. Martin, des Pfarrchores St. Martin, des Jungen Chores St. Martin und des Gospelchores Salmu\u00cc\u02c6nster. Mitarbeit und F\u00f6rderung wichtiger Orgelprojekte der Region (z. B. Salmu\u00cc\u02c6nster, W\u00e4chtersbach, Alsberg).<!--more--><\/p>\n<p><strong>Zu den Werken:<\/strong><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Dietrich Buxdehude Praeludium in F-Dur <\/strong><\/p>\n<p>Das einleitende Pr\u00e4ludium gliedert sich in drei Abschnitte. Es beginnt eher traditionell mit lang ausgehaltenen figurierten Harmonien, wechselt dann aber im zweiten Abschnitt zu einer \u201emodernen\u201c Schreibweise: Sequenzierendes Motivspiel im Manual verbindet sich auf faszinierende Weise mit angedeuteten Ostinati im Pedal. Dem relativ schnellen harmonischen Rhythmus des zweiten Abschnitts h\u00e4lt der dritte zusehends deutlicher hervortretende, gro\u00dffl\u00e4chige Orgelpunkte entgegen. Die Fuge mit ihrem spielerischem, in Ambitus (Duodezime) und Ausdehnung (6 Takte) gleicherma\u00dfen bemerkenswerten Thema zeichnet sich nicht nur durch betr\u00e4chtlichen Umfang, sondern auch durch durchgehend virtuose Haltung aus \u2013 der Einfluss dieses Werkes auf Bachs Fugen D-Dur BWV 532 und g-Moll BWV 542 ist offenkundig.<\/p>\n<p>Dabei ist das Stu\u00cc\u02c6ck planvoll in drei fast gleich lange Teile gegliedert. Auf die Exposition folgt eine weitere Durchfu\u00cc\u02c6hrung mit vertauschten Stufen, danach eine Art Improvisation, bei der die verschiedenen Elemente des Themas in fragmentierter Form erscheinen. Das Werk wird mit einer kurzen Coda beschlossen, die von Froberger\u00e2\u20ac\u2122schen Modellen inspiriert zu sein scheint. Wenngleich Quellen \u2013 wie bei allen anderen Pr\u00e4ludien Buxtehudes \u2013 keine Angaben zur Manualverteilung enthalten, erscheint in den ersten drei Takten des Fugenthemas ein taktweiser Wechsel musikalisch plausibel. Dieses Wechselspiel sollte aber, da im Pedal mehrfaches Umregistrieren nicht praktikabel erscheint, nicht im Sinne eines \u201eEchos\u201c, sondern nur durch eine leichte klangfarbliche Differenzierung der Manuale gestaltet werden.<\/p>\n<p><strong>J. S. Bach \u201eSchmu\u00cc\u02c6cke dich, o liebe Seele\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Ein besinnlicher, fast lyrisch gestimmter Duktus liegt diesem Satz zu Grunde, der einmal ganz ohne ambitionierte Momente auskommt (nur die erste Choralzeile wird vorweggenommen). Als pr\u00e4gend erweisen sich vielmehr die klanglich bestimmten Fortschreitungen in Sextund Terzparallelen und die von den Achtelketten bestimmte flie\u00dfende Gangart. Neben der klaren Aufteilung der Stimmen nach ihrer Funktion sorgt auch die vorbereitete Wiederholung der ersten Takte am Ende des Satzes fu\u00cc\u02c6r strukturelle Klarheit.<\/p>\n<p><strong>Robert Schumann Studien fu\u00cc\u02c6r Pedalflu\u00cc\u02c6gel op. 56<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>Schumanns \u00c2\u00bbStudien\u00c2\u00ab op. 56 aus dem Jahr 1845 sind fu\u00cc\u02c6r den Pedalflu\u00cc\u02c6gel geschrieben, ein Hammerklavier mit angeh\u00e4ngtem Orgelpedal (urspru\u00cc\u02c6nglich ein \u00dcbeinstrument fu\u00cc\u02c6r Organisten), das die klanglichen M\u00f6glichkeiten des traditionellen Klaviers in der Bassregion deutlich erweiterte. Fu\u00cc\u02c6r Schumann bedeuteten diese Werke eine erste Wiederann\u00e4herung an das Klavier nach Abschluss seiner ausschlie\u00dflich Klavierwerken gewidmeten Kompositionsphase w\u00e4hrend der 1830er-Jahre. Sie sind Ergebnisse seiner intensiven Fugen- und Kontrapunktstudien in dieser Zeit. Die \u00c2\u00bbSechs Stu\u00cc\u02c6cke in kanonischer Form\u00c2\u00ab, wie Schumann sein Opus 56 im Untertitel nannte, sind denn auch eine Abfolge h\u00f6chst unterschiedlicher Charakterstu\u00cc\u02c6cke, die in der Weite ihres Ausdrucksspektrums an die Klavierwerke der 1830er-Jahre anknu\u00cc\u02c6pfen.<\/p>\n<p><strong>Johannes Brahms \u201eHerzlich tut mich erfreuen\u201c <\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Die im Todesjahr Clara Schumanns niedergeschriebenen Elf Choralvorspiele op. 122 sind eine Sammlung, u\u00cc\u02c6ber deren Gesamtkonzeption viel und vergeblich spekuliert wurde. Klavierdiktion und Vorimitation bilden die heterogenen Elemente dieses singul\u00e4ren Vorspiels: in orgelgem\u00e4\u00df domestiziertem Klaviersatz (Akkordbrechungen mit gelegentlichem Akzentverschiebungen in den melodiefu\u00cc\u02c6hrenden Spitzent\u00f6nen) wird jede Zeile als Comes dreistimmig und im mf bzw. p vorimitiert, bevor vierstimmig, forte und in Dux-Version die Cantus-firmus-Zeilen folgen. Ein behutsames Rubato du\u00cc\u02c6rfte ebenso angezeigt sein wie eine je nach Akustik variierende Dehnung der Spitzent\u00f6ne in den dreistimmigen Abschnitten.<\/p>\n<p><strong>Robert Schumann Skizzen fu\u00cc\u02c6r den Pedalflu\u00cc\u02c6gel op 58<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong> Nicht Polyphonie, sondern klangliche Kompaktheit steht bei diesen vier Stu\u00cc\u02c6cken (c-Moll, C-Dur, f-Moll, Des-Dur) im Vordergrund. Gleichwohl machte dieser am Klavier entwickelte Satztyp Karriere, wenn auch nicht in Deutschland: Es waren die Franzosen, die diese Skizzen zuerst in ihr Repertoire aufnahmen; von Lemmens u\u00cc\u02c6ber Guilmant bis zu Widor finden sich Ausstrahlungen dieser Schumann\u00e2\u20ac\u2122schen Diktion.<\/p>\n<p><strong>Programm:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Dietrich Buxtehude (1637 &#8211; 1707) Praeludium in F-Dur BuxWV 145<\/li>\n<li>J. S. Bach (1685 &#8211; 1750) \u201eSchmu\u00cc\u02c6cke dich, o liebe Seele\u201c, Choralbearbeitung aus den \u201eLeipziger, Chor\u00e4len\u201c BWV 654<\/li>\n<li>Robert Schumann (1810 &#8211; 1846) aus den Studien fu\u00cc\u02c6r den Pedalflu\u00cc\u02c6gel op. 56\u00c2\u00a0 \u201eSechs Stu\u00cc\u02c6cke in kanonischer Form\u201c:<\/li>\n<\/ul>\n<p>I. Nicht zu schnell &#8211; eine Remineszenz an J. S. Bach.<br \/>\nV. Nicht zu schnell<br \/>\nVI. Adagio<\/p>\n<ul>\n<li>Johannes Brahms (1833 &#8211; 1897) aus den Choralvorspielen op. 122\u00c2\u00a0 \u201eHerzlich tut mich erfreuen die liebe Sommerzeit\u201c<\/li>\n<li>Robert Schumann aus den Skizzen fu\u00cc\u02c6r den Pedalflu\u00cc\u02c6gel op. 58:<\/li>\n<\/ul>\n<p>I. Nicht zu schnell und sehr markiert<br \/>\nII. Nicht zu schnell und sehr markiert<\/p>\n<p>An der Domorgel: Thomas Wiegelmann, Bad Orb<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.orgelmusik.bistum-fulda.de\" target=\"_blank\">www.orgelmusik.bistum-fulda.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Am Samstag, 19. Juni, 13.00 Uhr \u2013 13.30 Uhr (!), wird Regionalkantor Thomas Wiegelmann als Vertretung f\u00fcr den \u00fcberraschend verstorbenen Boris Arkadieff die Orgelmatinee im Fuldaer Dom gestalten. Sein vielf\u00e4ltiges Programm bezieht neben Dietrich Buxtehude auch Werke von Bach, Schumann und Brahms ein. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,44],"tags":[],"class_list":["post-61833","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/61833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=61833"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/61833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61895,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/61833\/revisions\/61895"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=61833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=61833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=61833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}