{"id":61728,"date":"2010-06-11T02:34:24","date_gmt":"2010-06-11T00:34:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=61728"},"modified":"2010-06-11T06:34:39","modified_gmt":"2010-06-11T04:34:39","slug":"durch-schuldenregulierung-die-chancen-zur-vermittlung-von-langzeitarbeitslosen-erhoehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=61728","title":{"rendered":"Durch Schuldenregulierung die Chancen zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen erh\u00f6hen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100610_TagungSchuldnerberater.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-61729\" title=\"100610_TagungSchuldnerberater\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100610_TagungSchuldnerberater-265x198.jpg\" alt=\"100610_TagungSchuldnerberater\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100610_TagungSchuldnerberater-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100610_TagungSchuldnerberater.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Das 20-j\u00e4hrige Bestehen der Schuldnerberatungsstelle des Vogelsbergkreises war Anlass f\u00fcr ein Treffen der Beratungsstellen aus Nord- und Mittelhessen im Lauterbacher Kreishaus, teilt die Pressestelle der Kreisverwaltung mit. Die Beratungsstellen kommen zweimal im Jahr zu gemeinsamen Fortbildungen und zum Informations- und Erfahrungsaustausch zusammen. 1988 war die Schuldnerberatung des Vogelsbergkreises mit einer zun\u00e4chst vom Arbeitsamt gef\u00f6rderten Personalstelle gestartet. Als die F\u00f6rderung zwei Jahre sp\u00e4ter auslief, bestand kein Zweifel mehr an der Notwendigkeit dieses Angebotes und die Schuldnerberatungsstelle wurde endg\u00fcltig etabliert und dem Amt f\u00fcr Soziale Sicherung zugeordnet, erl\u00e4utert Hans-Dieter Herget, als Sachgebietsleiter Koordination sozialer Dienst auch verantwortlich f\u00fcr die Schuldnerberatungsstelle im Landratsamt.<!--more--><\/p>\n<p>Als Teil der Kreisverwaltung sei von Anfang an der bestehende Rechtsanspruch von Sozialleistungsempf\u00e4ngern auf Beratung umgesetzt worden, so Herget. Schlie\u00dflich galt es, auch f\u00fcr Menschen mit geringem Einkommen Schuldenregulierungen zu erreichen. Seit der Schaffung der Beratungsstelle sind die Fallzahlen kontinuierlich gestiegen und es gab im Laufe der Jahre manche fachliche Herausforderung. So schuf der Gesetzgeber 1999 erstmals die M\u00f6glichkeit der Insolvenz f\u00fcr hoffnungslos \u00fcberschuldete Privatpersonen.<\/p>\n<p>Die Vogelsberger Schuldnerberatungsstelle sah fr\u00fch die Notwendigkeit, sich in diesem Bereich zu engagieren und wurde als erste Stelle in Mittelhessen als Insolvenzberatungsstelle staatlich anerkannt. Mit den Arbeitsmarktreformen wurde die Notwendigkeit von Schuldnerberatung f\u00fcr Langzeitarbeitslose besonders herausgestellt und gesetzlich verankert. Aus diesem Grund besteht mit der Kommunalen Vermittlungsagentur des Kreises seit ihrer Einrichtung im Jahr 2005 eine enge Zusammenarbeit mit dem Ziel, durch Schuldenregulierung die Vermittlungschancen von Langzeitarbeitslosen zu verbessern, unterstreicht Hans-Dieter Herget.<\/p>\n<p>In der Lauterbacher Fachtagung ging es unter Anderem um die Frage, wie die Treuh\u00e4nder arbeiten, die vom Insolvenzgericht f\u00fcr die sechs Jahre dauernde \u201eWohlverhaltensperiode\u201c bis zum Schuldenerlass eingesetzt werden. Auch wenn die Arbeit der Beratungsstellen mit Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens praktisch endet, brauchen Schuldner vorab Informationen dar\u00fcber, was in der Wohlverhaltensperiode auf sie zukommt. Als kompetente Referentin hatte die Vogelsberger Beratungsstelle Rechtsanw\u00e4ltin Daniela Weil aus Gr\u00fcnberg gewinnen k\u00f6nnen, die auch als Treuh\u00e4nderin arbeitet.<\/p>\n<p>Sie berichtete anschaulich \u00fcber ihren gesetzlichen Auftrag, die breite Palette ihrer Aufgaben und einige Besonderheiten ihrer Arbeit. Im Wesentlichen muss der Treuh\u00e4nder pf\u00e4ndbares Einkommen und Verm\u00f6gen einziehen und verwerten und an die Gl\u00e4ubiger verteilen. Die Besonderheiten des Einzelfalles m\u00fcssten dabei immer ber\u00fccksichtigt werden. Erstaunt nahmen die Schuldnerberater zur Kenntnis, dass der Wertverlust von Immobilien auf dem Lande so weit fortgeschritten sei, dass sich deren Verwertung oft schwierig gestalte.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema der Arbeitstagung war die Arbeitsweise von Anw\u00e4lten, die neben den Schuldnerberatungsstellen ebenfalls private Schuldner in die Insolvenz begleiten k\u00f6nnen. Das Gesetz schreibt Schuldnern vor, dass sie vor der Beantragung einer Insolvenz versuchen m\u00fcssen, sich au\u00dfergerichtlich mit ihren Gl\u00e4ubigern zu einigen. Das Scheitern dieser Bem\u00fchungen m\u00fcssen sie sich von staatlich anerkannten Beratungsstellen oder von geeigneten Personen, wie z.B. Rechtsanw\u00e4lten bescheinigen lassen, um den eigentlichen Insolvenzantrag stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Schuldner von Beratungsstellen auf dem gesamten Weg ins Insolvenzverfahren und dar\u00fcber hinaus kostenlos begleitet werden, verlangen Anw\u00e4lte Geb\u00fchren. Das sei prinzipiell nicht zu beanstanden, so die Mitarbeiter der Beratungsstellen. Sie kritisierten aber die manchmal fehlende Transparenz, welche Leistungen erbracht werden.<\/p>\n<p>Immer wieder meldeten sich Schuldner, deren Anw\u00e4lte sich die Bescheinigung \u00fcber das Scheitern des au\u00dfergerichtlichen Einigungsversuches h\u00e4tten bezahlen lassen, f\u00fcr das Ausf\u00fcllen der komplizierten Antragsformulare aber weitere Geb\u00fchren gefordert h\u00e4tten, die die Schuldner nicht h\u00e4tten aufbringen k\u00f6nnen. Weil kaum ein Betroffener die Formulare ohne fremde Hilfe ausf\u00fcllen k\u00f6nne, m\u00fcssten dann die Beratungsstellen weiterhelfen.<\/p>\n<p>Die Fachleute der Schuldnerberatungsstellen appellierten deshalb an die Anw\u00e4lte, den Schuldnern schon bei \u00dcbernahme des Mandates genau zu benennen, welche Leistungen zu welchen Kosten erbracht werden. Wie das erfolgreich funktionieren kann, berichtete Thomas Borger vom Frankfurter Anwaltsb\u00fcro Palm &amp; Kollegen, der bei der Tagung ebenfalls referierte. Es werde mit Pauschalen gearbeitet und garantiert, dass damit alle Kosten bis zur Er\u00f6ffnung des Verfahrens abgegolten seien. Diese Garantie werde sogar gegeben, wenn Kosten \u00fcber die so genannte &#8220;Beratungshilfe&#8221; vom Staat \u00fcbernommen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Mit gemischten Gef\u00fchlen sehen die Mitarbeiter der Schuldnerberatungsstellen einer am 1. Juli in Kraft tretenden Reform entgegen. Zwar sei es grunds\u00e4tzlich zu begr\u00fc\u00dfen, dass Bankkonten k\u00fcnftig gegen Pf\u00e4ndungen besser gesch\u00fctzt werden sollen. Kritisiert wurde aber, dass der Gesetzgeber die Schuldnerberatungsstellen mit zus\u00e4tzlichen Aufgaben belaste, ohne aber f\u00fcr die entsprechende Finanzierung zu sorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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