{"id":61305,"date":"2010-06-07T07:49:30","date_gmt":"2010-06-07T05:49:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=61305"},"modified":"2010-06-07T08:51:30","modified_gmt":"2010-06-07T06:51:30","slug":"gehoerlosenhilfe-deckt-gesamtes-spektrum-der-sozial-und-lebensberatung-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=61305","title":{"rendered":"Geh\u00f6rlosenhilfe deckt gesamtes Spektrum der Sozial- und Lebensberatung ab"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/222-Geh\u00f6rlosenverein.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-61306\" title=\"222-Geh\u00f6rlosenverein\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/222-Geh\u00f6rlosenverein-265x198.jpg\" alt=\"222-Geh\u00f6rlosenverein\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a>Fulda. Der Komponist Helmut Oehring, Sohn eines geh\u00f6rlosen Elternpaares, hat einmal gesagt: \u201eF\u00fcr mich H\u00f6renden gibt es keine sch\u00f6nere Sprache auf der Welt als die Geb\u00e4rdensprache. Bei keiner anderen Sprache kann man so in das Innere des Erz\u00e4hlenden sehen.\u201c \u2013 Werner Althaus d\u00fcrfte diesen Satz doppelt unterstreichen, denn er ist Ansprechpartner des Sozialdienstes f\u00fcr Geh\u00f6rlose, H\u00f6rgesch\u00e4digte und deren Angeh\u00f6rige beim Caritasverband f\u00fcr Stadt und Landkreis Fulda.<!--more--><\/p>\n<p>Ein solcher Sozialdienst existiert in Hessen nur vier Mal: in Frankfurt, Kassel, Limburg und Fulda. In den angrenzenden Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Main-Kinzig und Vogelsberg gibt es keine Angebote. Althaus, der auch stellvertretender Vorsitzender des heimischen Caritasverbandes ist: \u201eWir decken das gesamte Spektrum der allgemeinen Sozial- und Lebensberatung ab, tun dies in Geb\u00e4rdensprache und in Lautsprache.\u201c Dazu geh\u00f6ren unter anderem die Unterst\u00fctzung bei kommunikativen Problemen mit Beh\u00f6rden und Arbeitgebern, die psychosoziale Beratung f\u00fcr Erwachsene, die pl\u00f6tzlich mit \u201eH\u00f6rsch\u00e4digung, Schwerh\u00f6rigkeit oder Ertaubung\u201c konfrontiert werden, die Hilfe in Lebenskrisen wie Gef\u00e4hrdung durch Sucht oder psychischen Erkrankungen sowie die Kooperation und Vernetzung mit Selbsthilfeorganisationen und mit der Geh\u00f6rlosenseelsorge.<\/p>\n<p>Nach Aussage von Diplom-Sozialarbeiter Althaus sind es derzeit zwischen 100 und 120 Personen, die diese Beratung in Anspruch nehmen. Das Durchschnittsalter liege zwischen 60 und 70 Jahren. Leider sei der Handlungsspielraum durch die Finanzen eingeschr\u00e4nkt, \u201edenn der Anteil \u00f6ffentlicher Mittel ist gering, der Rest kommt aus kirchlichen Mitteln. Mit mehr Geld k\u00f6nnten wir halt noch mehr anfangen.\u201c<\/p>\n<p>Eine gute Tradition, die inzwischen schon Jahrzehnte w\u00e4hrt, ist die Zusammenarbeit mit der katholischen Seelsorge f\u00fcr geh\u00f6rlose Menschen, und hier besonders mit Di\u00f6zesan-Geh\u00f6rlosenseelsorger Monsignore Michael von L\u00fcninck (Dietershausen), und dem katholischen Geh\u00f6rlosenverein St. Bonifatius Fulda. Nachdem die beiden langj\u00e4hrigen Vorsitzenden von St. Bonifatius, Hans Joachim K\u00f6hler und Heinz Keitz, aus Altersgr\u00fcnden zur\u00fcckgetreten waren, wurde mit Werner Althaus Anfang M\u00e4rz 2010 ein Vertreter der Caritas mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung betraut. Seine Aufgaben sind es, Antr\u00e4ge und Verwendungsnachweise zu schreiben sowie die Organisation und Finanzierung von Veranstaltungen sicher zu stellen. Edith Keitz wird den 1928 gegr\u00fcndeten Geh\u00f6rlosenverein St. Bonifatius, der F\u00f6rdermittel aus dem gemeinsamen Finanztopf von Stadt und Landkreis erh\u00e4lt, nach au\u00dfen repr\u00e4sentieren und als Ansprechpartnerin f\u00fcr die rund 50 Mitglieder und G\u00e4ste fungieren.<\/p>\n<p>Ebenfalls im M\u00e4rz dieses Jahres wurde beim Caritasverband ein zweiteiliger Geb\u00e4rdensprachekurs abgeschlossen, den seit Oktober 2009 zw\u00f6lf Teilnehmer besucht hatten. Werner Althaus leitet seit \u00fcber zehn Jahren solche Lehrg\u00e4nge f\u00fcr Mitarbeiter aus Einrichtungen der Behindertenhilfe, der ambulanten Pflege, des Ehrenamtes oder auch der Caritas. \u201eGelehrt werden dabei die so genannten lautsprachbegleitenden Geb\u00e4rden, w\u00e4hrend es dann noch die deutsche Geb\u00e4rdensprache mit eigener Grammatik und eigener Syntax gibt\u201c, so Althaus. Dass Fulda in der Mitte Deutschlands liegt, werde \u00fcbrigens auch in der Dialektik der Geb\u00e4rdensprache deutlich: Beispielsweise seien die Wochentage Montag bis Freitag \u201eNordgeb\u00e4rden\u201c, Samstag und Sonntag dagegen \u201eS\u00fcdgeb\u00e4rden\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr gute Resonanz sorgt seit Juli 1990 der \u201eMittwochstreff\u201c; eine Zusammenkunft, die jeden ersten Mittwoch im Monat um 14 Uhr in der Caritas-Altentagesst\u00e4tte in der Kanalstra\u00dfe 1 (am Hexenturm) stattfindet. Althaus definiert das Ganze als \u201eoffenen Treff f\u00fcr Geb\u00e4rdensprachler\u201c, weil durch diese Bezeichnung die Grenzen der Behinderung verwischt w\u00fcrden: \u201eDort gibt es Kommunikation n\u00e4mlich auch zwischen den H\u00f6renden und den Geh\u00f6rlosen beziehungsweise den H\u00f6rgesch\u00e4digten, und dies ist ein Austausch, der f\u00fcr beide Seiten lehrreich ist und von dem auch alle Beteiligten profitieren.\u201c Neben einem gemeinsamen Kaffeetrinken gibt es f\u00fcr die stets 30 bis 40 Besucher auch von Althaus f\u00fcr Geh\u00f6rlose aufbereitete aktuelle Informationen, beispielsweise zu wichtigen Themen wie Patientenverf\u00fcgungen.<\/p>\n<p>Allerdings w\u00fcrden, so wie auch beim 1942 gegr\u00fcndeten Ortsbund der Geh\u00f6rlosen Fulda (der ebenfalls gef\u00f6rdert aus dem Finanztopf von Stadt und Landkreis wird), die J\u00fcngeren vermisst. Althaus: \u201eDie jungen Leute lassen sich heutzutage nicht mehr in Vereinsstrukturen einbinden und verabreden sich eher locker und spontan. Beispielsweise per E-Mail, was ja f\u00fcr geh\u00f6rlose und h\u00f6rgesch\u00e4digte Menschen eine immense Erleichterung bedeutet. Sich \u00fcber das Telefon verabreden zu m\u00fcssen, f\u00e4llt n\u00e4mlich weg.\u201c<\/p>\n<p>Zum Foto: Diplom-Sozialarbeiter Werner Althaus, der auch stellvertretender Vorsitzender des Caritasverbandes und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des katholischen Geh\u00f6rlosenvereins St. Bonifatius Fulda ist, verst\u00e4ndigt sich mit h\u00f6rgesch\u00e4digten Menschen in der Geb\u00e4rdensprache. (Foto: Lenz)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Der Komponist Helmut Oehring, Sohn eines geh\u00f6rlosen Elternpaares, hat einmal gesagt: \u201eF\u00fcr mich H\u00f6renden gibt es keine sch\u00f6nere Sprache auf der Welt als die Geb\u00e4rdensprache. 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