{"id":61053,"date":"2010-06-02T02:41:24","date_gmt":"2010-06-02T00:41:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=61053"},"modified":"2010-06-01T20:41:38","modified_gmt":"2010-06-01T18:41:38","slug":"vom-spiel-am-touchscreen-bis-zur-orchidee-auf-dem-trockenrasen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=61053","title":{"rendered":"Vom Spiel am Touchscreen bis zur Orchidee auf dem Trockenrasen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Spiel.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-61054\" title=\"100601_Spiel\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Spiel-265x186.jpg\" alt=\"100601_Spiel\" width=\"265\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Spiel-265x186.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Spiel.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Zella \/ Glattbach. <\/strong>Den \u201eTag der Biodiversit\u00e4t\u201c \u2013 der Leiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n Karl-Friedrich Abe \u00fcbersetzte ihn mit \u201eTag der Artenvielfalt\u201c \u2013 bot f\u00fcr alle Anwesenden rund um die Propstei Zella interessante Einblicke in das, was jeder Einzelne gegen den Artenschwund tun kann. Wie Artenvielfalt in der Praxis aussieht, konnten dann Teilnehmer einer Wanderung erfahren, die von Glattbach aus zu einem Trockenrasen und weiter zum Naturschutzgebiet Ibengarten f\u00fchrte.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eMit dem Tag der Biodiversit\u00e4t wollen wir den Bewohnern der Rh\u00f6n die Artenvielfalt etwas n\u00e4her bringen, und wir wollen ihnen zeigen, welche Sch\u00e4tze wir eigentlich jeden Tag um uns haben\u201c, meinte Karl-Friedrich Abe, als er die G\u00e4ste in der Propstei Zella, dem Sitz der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, begr\u00fc\u00dfte. Mit dieser Artenvielfalt sei eine Lebensqualit\u00e4t verbunden. \u201eUnd wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber im Klaren sein, wie wir mit dieser Artenvielfalt umgehen m\u00fcssen, denn wir brauchen sie jetzt und auch f\u00fcr die Generation, die uns einmal beerbt\u201c, hob Abe hervor.<\/p>\n<p>Genau p\u00fcnktlich zum \u201eTag der Artenvielfalt\u201c war ein neues Spiel f\u00fcr Kinder und Erwachsene fertig geworden, das mittels Touchscreen-Bildschirm bedient werden kann. Reinhard Braun, Mitarbeiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle, hat es programmiert. Unterst\u00fctzt wurde er dabei von seinem Kollegen J\u00fcrgen Holzhausen und seiner Kollegin Beatrice D\u00f6ll. Die Fotos stammen vorwiegend von Roland Werner. \u201eDas Quiz ist sehr flexibel aufgebaut und mit einer Datenbank verbunden, so dass es jederzeit inhaltlich gepflegt werden kann\u201c, erl\u00e4uterte Braun. Momentan lege es seinen Schwerpunkt auf die Artenvielfalt im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Kinder1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-61057\" title=\"100601_Kinder\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Kinder1-265x198.jpg\" alt=\"100601_Kinder\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Kinder1-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Kinder1.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Wandern.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-61058\" title=\"100601_Wandern\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Wandern-265x190.jpg\" alt=\"100601_Wandern\" width=\"265\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Wandern-265x190.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Wandern.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur Auswahl stehen zurzeit jeweils sechs bis acht Fragen in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Dabei m\u00fcssen die Benutzer beispielsweise eingeben, welche Tier- oder Pflanzenart ihrer Meinung nach zu einem gewissen Lebensraum oder welches Blatt zu welcher Baumart geh\u00f6rt. \u201eWir k\u00f6nnen dieses Spiel jederzeit erweitern, entweder mit Fragen zum Kloster Zella oder zu anderen beliebigen Themen, die das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n betreffen. Das wird auch kommen\u201c, k\u00fcndigte Braun an.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Vorstellung des Spiels konnten die Anwesenden weitere Projekte betrachten, die dem Schutz der Artenvielfalt dienen. So gibt es beispielsweise am Eingang zum Klostergarten in Zella seit kurzem eine Nistkastenwand, an der Nistk\u00e4sten h\u00e4ngen, die sich f\u00fcr verschiedene Tiere, beispielsweise Blaumeise, Hausrotschwanz, Fledermaus oder Haselmaus, eignen. Peter Sauer, Mitarbeiter der Verwaltungsstelle, hat sie angefertigt.<\/p>\n<p>In K\u00fcrze werden hier auch die genauen Bauanleitungen ausgestellt, damit die K\u00e4sten nachgebaut werden k\u00f6nnen. \u201eEs gibt schon einige Ortschaften, in denen kaum noch Sperlinge vorkommen. Alle H\u00e4user, die frisch renoviert sind, bieten heute kaum noch die M\u00f6glichkeit zum Br\u00fcten f\u00fcr unsere V\u00f6gel\u201c, nannte J\u00fcrgen Holzhausen ein Problem. Dennoch k\u00f6nne man mit einfachen Mitteln vielen Arten helfen, wie die Nistkastenwand beweise.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit k\u00fcmmern sich Martin Schramm und seine Frau um den Klostergarten in Zella. Hier bauen sie \u2013 mit Unterst\u00fctzung von Freunden aus dem F\u00f6rderverein Propstei Zella und tatkr\u00e4ftigen Helfern aus dem Ort und der Umgebung \u2013 vor allem Kr\u00e4uter an. Sp\u00e4ter sollen hier einmal gezielt F\u00fchrungen f\u00fcr Kr\u00e4uterkundige angeboten werden. \u201eF\u00fcr uns ist es wichtig, dass der alte Klostergarten in seiner urspr\u00fcnglichen Bestimmung erhalten bleibt\u201c, sagt Schramm.<\/p>\n<p><a href=\"..\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Insektenhotel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"100601_Insektenhotel\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Insektenhotel-265x198.jpg\" alt=\"100601_Insektenhotel\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a> <a href=\"..\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Klostergarden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"100601_Klostergarden\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Klostergarden-265x196.jpg\" alt=\"100601_Klostergarden\" width=\"265\" height=\"196\" \/><\/a><\/p>\n<p>Direkt im Klostergarten befindet sich das Insektenhotel der Propstei Zella. Es besteht aus einer Lehmwand, aus angebohrten Holzst\u00e4mmen, aus Ziegelsteinen und aus Schilf. \u201eObwohl wir dieses Insektenhotel erst seit einer Woche aufgestellt haben, wird es bereits rege angenommen\u201c, sch\u00e4tzte J\u00fcrgen Holzhausen ein. Demn\u00e4chst soll noch eine Informationstafel \u00fcber die einzelnen Insektenarten informieren, die dort ihr Zuhause haben.<\/p>\n<p>Aus Anlass des \u201eTags der Artenvielfalt\u201c fand bundesweit ein Wandertag statt, der in verschiedene Regionen f\u00fchrte. Im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n f\u00fchrte die Route von Glattbach zu einem Trockenrasen und von dort in das \u00e4lteste Naturschutzgebiet der Th\u00fcringer Rh\u00f6n, den Ibengarten. \u201eWir k\u00f6nnen sehr froh sein, dass wir in der Rh\u00f6n noch solch einen hohen Artenreichtum haben\u201c, sagte Karl-Friedrich Abe, als er die Wanderer am Rh\u00f6npaulus-Denkmal in Glattbach begr\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>Immerhin gebe es in der Rh\u00f6n 218 verschiedene Vogelarten, davon 135, die auch hier br\u00fcten. Hinzu k\u00e4men 76 S\u00e4ugetierarten, darunter alleine 17 Flederm\u00e4use. Auch seien in der Rh\u00f6n rund 500 verschiedene Moosarten beheimatet. \u201eWir haben in der Rh\u00f6n eine vom Menschen geschaffene Landschaft, und gemeinsam mit diesen Menschen wollen wir etwas tun f\u00fcr die Region; das ist unser Anliegen als Biosph\u00e4renreservat\u201c, meinte Abe.<\/p>\n<p>Auf dem Trockenrasen entlang des Weges zum Ibengarten gedeihen verschiedene Orchideenarten; beispielsweise das Mannsknabenkraut. Auch viele Schl\u00fcsselblumen finden sich hier. In der th\u00fcringischen Rh\u00f6n, sagte Abe, gebe es 35 verschiedene Orchideenarten und zwei Unterarten.<\/p>\n<p>\u00dcber die forstlichen Ma\u00dfnahmen im Naturschutzgebiet Ibengarten informierten der Leiter der Forstamts Kaltennordheim, Matthias Marbach, und Revierleiter Ralf Lemke. Oberstes Schutzziel sei hier die Sicherung und Erhaltung des nat\u00fcrlichen Eibenvorkommens und des orchideenreichen Buchenwaldes mit einer artenreichen Baum-, Strauch- und Krautschicht, betonten beide.<\/p>\n<p>Volker Trauboth informierte die Wanderer \u00fcber die langj\u00e4hrige Pflege und die interessanten Forschungsergebnisse im Ibengarten. Dabei stellte er auch die Besonderheiten im Wachstum der Eibe vor. Insgesamt wachsen in der Pflegezone Ibengarten auf etwa 57 Hektar fast 400 Eiben. Die \u00e4ltesten B\u00e4ume haben ein Alter bis zu 600 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Zella \/ Glattbach. 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