{"id":61033,"date":"2010-06-05T02:56:54","date_gmt":"2010-06-05T00:56:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=61033"},"modified":"2010-06-05T08:57:03","modified_gmt":"2010-06-05T06:57:03","slug":"einkommensalternativen-durch-landwirtschaftliche-energienetzwerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=61033","title":{"rendered":"Einkommensalternativen durch landwirtschaftliche Energienetzwerke"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dipperz. <\/strong>Auf Einladung des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n trafen sich die B\u00fcrgermeister der Hessischen Rh\u00f6n in Dipperz, um sich \u00fcber landwirtschaftliche Energienetzwerke zu informieren. Als Referent war Matthias Kl\u00f6ffel, Kreisobmann im Kreis Rh\u00f6n-Grabfeld und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Agrokraft GmbH Bad Neustadt, eingeladen. Vor dem Hintergrund der garantierten Einspeiseverg\u00fctungen bei regenerativen Energien, dem landwirtschaftlichem Strukturwandel und dem Boom der Fotovoltaik- und Biogasanlagen warb Kl\u00f6ffel f\u00fcr intelligente Gemeinschaftsl\u00f6sungen.<!--more--><\/p>\n<p>Nach Kl\u00f6ffels Wahrnehmung zeichnen sich f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum drei Finanzierungsmodelle ab: entweder schultern ein, zwei oder drei Landwirte als GbR ein Gro\u00dfprojekt wie z. B. eine Biogasanlage oder eine Fotovoltaikanlage. Dabei geht der Finanzbedarf in der Regel in die Millionen und f\u00fchrt zu einer erheblichen Verschuldung. Eine bessere Alternative sind B\u00fcrgeranlagen, welche den beteiligten Landwirten ein zus\u00e4tzliches Standbein er\u00f6ffnen, aber ohne dass sie unkalkulierbare Risiken eingehen. Auch haben diese Anlagen den Reiz, dass alle interessierten B\u00fcrger eines Dorfes finanziell beteiligt werden k\u00f6nnen, eine angemessene Verzinsung erhalten und damit die Akzeptanz f\u00fcr Energieprojekte in den D\u00f6rfern steigt.<\/p>\n<p>Die schlechteste L\u00f6sung ist laut Kl\u00f6ffel, den bestehenden Markt der regenerativen Energien \u00fcberregionalen Investoren zu \u00fcberlassen, die deutlich wahrnehmbar in die l\u00e4ndlichen Regionen dr\u00e4ngen, um hier Gewinne abzusch\u00f6pfen. Kl\u00f6ffel wirbt bei den B\u00fcrgermeistern, sich insbesondere f\u00fcr B\u00fcrgeranlagen, sei als GmbH oder als Genossenschaft, einzusetzen. Dabei hat Kl\u00f6ffel durchaus konkrete Beispiele vorzuweisen. Die Bioenergie Bad K\u00f6nigshofen GmbH und Co.KG hat durch Beratung der Agrokraft eine Biogasanlage realisiert, an der sich 36 Landwirte beteiligen. Die anfallende W\u00e4rme dient zur Beheizung des Heilwassersees der Bad K\u00f6nigshofener Therme nebenan.<\/p>\n<p>Nach der gleichen Systematik wurde auch in Mellrichstadt eine Biogasanlage entwickelt, an der alle \u00f6rtlichen Landwirte beteiligt sind und welche die \u00f6rtliche M\u00e4lzerei mit W\u00e4rme versorgt. Ebenfalls von der Agrokraft konzeptioniert werden Fotovoltaikanlagen. So konnte durch ein Genossenschaftsmodell dem Sportverein Gro\u00dfbardorf ein Trib\u00fcnendach, ausgestattet mit Fotovoltaikanlagen, finanziert werden. Landwirte, die ihre Stallgeb\u00e4ude f\u00fcr Fotovoltaiknutzung zur Verf\u00fcgung stellen m\u00f6chten, empfiehlt Kl\u00f6ffel ebenfalls die genossenschaftliche L\u00f6sung, welche den Landwirten angemessene Mieten garantiert. Zur Realisierung solcher Projekte werden in der Fr\u00e4nkischen Rh\u00f6n Friedrich-Wilhelm Raiffeisen-Energie-Genossenschaften gegr\u00fcndet. Ein Konzept, dass auch in der Hessischen Rh\u00f6n Anwendung finden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Kl\u00f6ffel macht deutlich, dass enorme Gelder und Verm\u00f6gen im l\u00e4ndlichen Raum schlummern. Das j\u00e4hrliche Geldbildungsverm\u00f6gen in den einzelnen Landkreisen geht in die Millionen. Allerdings flie\u00dft ein Gro\u00dfteil des Geldes f\u00fcr \u00fcberregionale Investments ab. Kl\u00f6ffel wirbt daf\u00fcr, diese Gelder im l\u00e4ndlichen Raum zu halten. Ein Weg, von dem auch die Kommunen profitieren k\u00f6nnen, sind die Raiffeisen-Energie-Genossenschaften, mit deren Hilfe regionales Sparverm\u00f6gen transparent und lokal investiert werden kann.<\/p>\n<p>Zwischen Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und der Agrokraft GmbH wurde laut Martin Kremer vom Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n ausgehandelt, dass interessierte Initiativen der Hessischen Rh\u00f6n sich durch die Franken beraten lassen k\u00f6nnen. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Projekts \u201eBiosph\u00e4renreservate &#8211; Modellregionen f\u00fcr Klimaschutz und Klimaanpassung\u201c des Bundesamtes f\u00fcr Naturschutz und des Bundesumweltamtes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Dipperz. Auf Einladung des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n trafen sich die B\u00fcrgermeister der Hessischen Rh\u00f6n in Dipperz, um sich \u00fcber landwirtschaftliche Energienetzwerke zu informieren. Als Referent war Matthias Kl\u00f6ffel, Kreisobmann im Kreis Rh\u00f6n-Grabfeld und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Agrokraft GmbH Bad Neustadt, eingeladen. 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