{"id":61024,"date":"2010-06-02T02:44:36","date_gmt":"2010-06-02T00:44:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=61024"},"modified":"2010-06-01T20:45:00","modified_gmt":"2010-06-01T18:45:00","slug":"orgelmatinee-im-fuldaer-dom-mit-david-franke-am-5-juni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=61024","title":{"rendered":"Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit David Franke am 5. Juni"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Franke.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-61025\" title=\"100601_Franke\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Franke-265x198.jpg\" alt=\"100601_Franke\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Franke-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/100601_Franke.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>David Franke, Organist an der bedeutenden Hildebrandt-Orgel in Naumburg, Bach selbst f\u00fchrte hier die Abnahme durch, konzertiert am 5. Juni 2010, 12.05 Uhr, im Rahmen der Orgelmatineen. Sein spannendes Programm beginnt mit Johann Sebastian Bach: \u00dcbertragung eines Concerto von Vivaldi. Das hochvirtuose Finale aus der 6. Symphonie von Vierne steht im Mittelpunkt. Ein spannendes Programm. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<!--more--><\/p>\n<p><strong>David Franke<\/strong>, geboren 1980 in Freiberg\/Sachsen, studierte Kirchenmusik, Orgel und Orgelimprovisation in Stuttgart, Kopenhagen und Berlin, u. a. bei Ludger Lohmann, Ju\u00cc\u02c6rgen Essl, Bine Katrine Bryndorf, Hans Fagius, Leo van Doeselaar und Wolfgang Seifen. Seine Studien schloss er 2009 an der Universit\u00e4t der Ku\u00cc\u02c6nste Berlin mit dem Konzertexamen Orgel \u201emit Auszeichnung\u201c und dem Konzertexamen Orgel-Improvisation \u201emit Auszeichnung\u201c ab.<\/p>\n<p>2008 wurde David Franke zum Organisten der Hildebrandt-Orgel von 1746 an St. Wenzel\/Naumburg berufen. Hier ist ihm eine der herausragenden europ\u00e4ischen Denkmalorgeln anvertraut, an deren Dispositionsgestaltung und Abnahme Johann Sebastian Bach ma\u00dfgeblich beteiligt war und die heute in j\u00e4hrlich mehr als einhundert Konzerten erklingt sowie im Mittelpunkt zahlreicher Seminare und Orgelexkursionen steht. Neben dieser anspruchsvollen Aufgabe unterrichtet er seit 2009 als Lehrbeauftragter fu\u00cc\u02c6r Orgel und Orgelimprovisation an der Evangelischen Hochschule fu\u00cc\u02c6r Kirchenmusik Halle sowie an der Staatlichen Hochschule fu\u00cc\u02c6r Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.<\/p>\n<p>David Franke war Preistr\u00e4ger mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe. So wurde er im Jahr 2000 Bundespreistr\u00e4ger bei \u201eJugend musiziert\u201c in der Wertung Orgel, gewann 2003 den 2. Preis im \u201eWettbewerb fu\u00cc\u02c6r gottesdienstliche Orgelimprovisation\u201c in Heidelberg, 2008 den Publikumspreis beim Internationalen Orgelimprovisationswettbewerb Haarlem\/Holland sowie 2008 \u2013 als erster deutscher Bewerber \u2013 den renommierten \u201eGrand Prix d\u00e2\u20ac\u2122Improvisation\u201c (1. Preis) beim Internationalen Orgelwettbewerb \u201eGrand Prix de Chartres\u201c\/Frankreich.<\/p>\n<p>David Franke konzertierte im In- und Ausland, unter anderem in den Kathedralen von Chartres, Orl\u00e9ans und Bourges (Frankreich), beim Internationalen Orgelfestival Bergamo (Italien), in den Domen zu Berlin, Bremen, Freiberg\/Gottfried-Silbermann-Tage, Merseburg\/Merseburger Orgeltage, in der Hedwigskathedrale Berlin, in der Philharmonie Essen sowie beim Bachfest 2007. Im Jahr 2007 war er Organist in Benjamin Brittens \u201eWar Requiem\u201c unter Leitung von Helmuth Rilling (Konzerte beim Europ\u00e4ischen Musikfest Stuttgart, Rheingau Musik Festival, in der Beethovenhalle Bonn, Basilika Weingarten u. a., CD- und Rundfunkaufnahmen). Sein Interesse gilt sowohl der gesamten Orgelliteratur als auch der Improvisation als unmittelbar lebendiger Kunstform sowie deren sch\u00f6pferischer Verbindung.<\/p>\n<p><strong>Zu den Werken:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Johann Sebastian Bach Concerto a-Moll BWV 593<\/strong><\/p>\n<p>Die Transkription basiert auf einem von Antonio Vivaldi in der Sammlung L\u00e2\u20ac\u2122estro armonico 1710\/11 als op. 3,8 im Druck ver\u00f6ffentlichten Konzert fu\u00cc\u02c6r zwei Violinen. Der erste Satz zeichnet sich durch motivisch abgetrennte Soloepisoden aus, die im Ru\u00cc\u02c6ckpositiv gegenu\u00cc\u02c6ber dem Tutti mit deutlich zeichnenden Stimmen zu registrieren sind. Missverst\u00e4ndlich ist die in den Quellen u\u00cc\u02c6berlieferte Anweisung &gt;&gt;Organo pleno&lt;&lt;, die im Kontext des Satzes als ein mit dem gew\u00f6hnlichen Tutti verbundener Wechsel zum Oberwerk interpretiert werden muss.<\/p>\n<p>Dem rein manualiter auszufu\u00cc\u02c6hrenden langsamen zweiten Satz liegt u\u00cc\u02c6ber weite Strecken ein diatonisch absteigender Quartgang zugrunde, der auch u\u00cc\u02c6ber den Einsatz der Oberstimmen hinaus fortgefu\u00cc\u02c6hrt wird. Die Stimmen der beiden Violinen sind dabei wiederum im Ru\u00cc\u02c6ckpositiv zu spielen. Erst in den letzten vier Takten kehrt der Satz in das verhaltene Unisono des Anfangs zuru\u00cc\u02c6ck. Das abschlie\u00dfende Allegro zeichnet sich schon bei Vivaldi durch eine abwechslungsreiche Satztechnik aus und gewinnt in der Bearbeitung durch die unterschiedliche Koppelung und Alternation von Oberwerk, Ru\u00cc\u02c6ckpositiv und Pedal noch mehr Farbigkeit.<\/p>\n<p>Dies gilt nicht nur fu\u00cc\u02c6r die akkordischen Einwu\u00cc\u02c6rfe, sondern noch weit mehr fu\u00cc\u02c6r die Episode: Wird in der Transkription bei einem Solo der Bass u\u00cc\u02c6blicherweise von der linken Hand u\u00cc\u02c6bernommen, so f\u00e4chert Bach hier das Klangspektrum durch die Einfu\u00cc\u02c6hrung einer zweiten Pedalstimme auf. Gelegentlich wurden die unbequemen Achtelrepetitionen als &gt;&gt;un\u00f6konomisch&lt;&lt; bezeichnet; sie sind aber in dieser Weise fu\u00cc\u02c6r die satztechnische Struktur und den klanglichen Reitz der Passage unbedingt notwendig.<\/p>\n<p><strong>Louis Vierne 6. Symphonie in h-Moll, V. Finale<\/strong><\/p>\n<p>Das Manuskript der 6. Symphonie datiert die Komposition des Werkes zwischen den 15. Juli und den 15. September 1930. Das Autograph befand sich im Besitz seines damaligen Meisterschu\u00cc\u02c6ler und Vertreters an Notre-Dame (1929-1931), Maurice Durufl\u00e9, der am 3. Juni 1935 (nicht 1934) in der Pariser Kathedrale die Urauffu\u00cc\u02c6hrung spielte. Die Komposition der bei manchen als unbeschwert geltenden, letzten Symphonie Viernes wird zuweilen mit dessen Sommeraufenthalt in Menton am Mittelmeer in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Final: Zwei ganz neue Elemente: 1. ein erstens, rhythmisch markantes, vom Pedal gespieltes, durch einen Posauneneffekt unterstu\u00cc\u02c6tztes und von au\u00dferordentlicher Kraft bestimmtes Element. 2. ein Element in Es-Dur, zuerst im Pedal, dann im Sopran vorgestellt, das ein wenig dem Wesen eines Chorals \u00e4hnelt. Es exponiert und entwickelt sich in einer wunderbaren Erhabenheit und hat eine beruhigende Wirkung, wie ein Lichtstrahl, der auf eine bedr\u00e4ngte Seele f\u00e4llt. Die Episode endet mit der Ru\u00cc\u02c6ckkehr der Pauken: Zun\u00e4chst noch verschleiert, gewinnen sie allm\u00e4hlich an Kraft.<\/p>\n<p>Endlich die Reprise: das rhythmische Motiv erscheint in H-Dur, immer begleitet von beeindruckenden Paukenschl\u00e4gen, und wir kommen zur wunderbaren Kr\u00f6nung der Sinfonie. In der Oberstimme die Choralmelodie von vorhin; im Pedal eine letzte rhythmische Transformation des ersten zyklischen Themas, dazwischen entfaltet ein aus Sechzehntelnoten entstehender Rhythmus seine harmonischen Reichtu\u00cc\u02c6mer. Eine absolute Koh\u00e4renz einer kontrapunktischen Schreibweise von erstrangiger Pracht.<\/p>\n<p>Der Choral klagt; und die Tonart H-Dur mit ihrem etwas spr\u00f6den Glanz, ihrer W\u00e4rme, verleiht diesem Schluss eine ganz besondere gefu\u00cc\u02c6hlsm\u00e4\u00dfige Erregung, die noch lange nach dem Verklingen dieses gro\u00dfen Meisterwerkes in uns nachhallt.<\/p>\n<p><strong>Programm:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>J. S. Bach (1685 &#8211; 1750): Concerto a-Moll BWV 593 nach Antonio Vivaldi I. Allegro, II. Adagio, III. Allegro<\/li>\n<li>Louis Vierne (1873 &#8211; 1937): aus Symphonie No. 6 h-Moll Op. 59 V. Final<\/li>\n<li>David Franke (*1980): Tryptique symphonique \u201csur des\u00c2\u00a0 themes de la F\u00c3\u00aate-Dieu\u00e2\u20ac\u009d (Improvisation u\u00cc\u02c6ber Themen zum Fronleichnamsfest): I. Allegro (Scherzo), II. Adagio, III. Allegro (Final)<\/li>\n<\/ul>\n<p>An der Domorgel: David Franke, Naumburg<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.orgelmusik.bistum-fulda.de\" target=\"_blank\">www.orgelmusik.bistum-fulda.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. David Franke, Organist an der bedeutenden Hildebrandt-Orgel in Naumburg, Bach selbst f\u00fchrte hier die Abnahme durch, konzertiert am 5. Juni 2010, 12.05 Uhr, im Rahmen der Orgelmatineen. Sein spannendes Programm beginnt mit Johann Sebastian Bach: \u00dcbertragung eines Concerto von Vivaldi. Das hochvirtuose Finale aus der 6. Symphonie von Vierne steht im Mittelpunkt. 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