{"id":59399,"date":"2010-05-12T04:38:09","date_gmt":"2010-05-12T02:38:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=59399"},"modified":"2010-05-12T07:38:30","modified_gmt":"2010-05-12T05:38:30","slug":"orgelmatinee-im-fuldaer-dom-mit-alexander-mueller-am-22-mai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=59399","title":{"rendered":"Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Alexander M\u00fcller am 22. Mai"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100511_M\u00fcller.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-59400\" title=\"100511_M\u00fcller\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/100511_M\u00fcller-265x175.jpg\" alt=\"100511_M\u00fcller\" width=\"265\" height=\"175\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Der neue Bingener Regionalkantor Alexander M\u00fcller wird am 22. Mai um 12.30 Uhr mit selten gespielten aber umso bedeutenderen Werken aufwarten. Im Zentrum Durufl\u00e9s grandioses Werk \u00fcber \u201eVeni creator\u201c, das gerade in Fulda immer wieder an den bedeutenden Rabanus Maurus erinnern sollte. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<!--more--><\/p>\n<p>Alexander Mu\u00cc\u02c6ller, geboren in Minden in Westfalen, studierte Kirchenmusik an der HfM Detmold und der HfK Bremen, wo er 2006 das A-Examen ablegte. Zu seinen Lehrern geh\u00f6rten Christoph Grohmann (Orgel, Orgelimprovisation), Hans-Ola Ericsson (Orgel), Friederike Woebcken (Chorleitung), Florian Ludwig (Orchesterleitung). Von 2002 bis 2005 war er Kirchenmusiker an St. Ursula in Bremen und Leiter der Polizeich\u00f6re Bremen. 2006 trat er die Stelle als Kirchenmusiker an St. Pankratius in Gu\u00cc\u02c6tersloh an. Seit Oktober 2008 ist er als Regionalkantor fu\u00cc\u02c6r die Dekanate Bingen und Alzey Gau-Bickelheim an der Basilikagemeinde St. Martin in Bingen t\u00e4tig.<\/p>\n<p><strong>Zu den Werken:<\/strong><\/p>\n<p><strong> Jeanne Demessieux Toccata sur Veni Creator<\/strong> Aufgrund des au\u00dfergew\u00f6hnlichen musikalischen Talents ihrer zweiten Tochter Jeanne verlegte die Familie Demessieux ihren Wohnsitz von Montpellier nach Paris. Hier wurde das Wunderkind mit zw\u00f6lf Jahren Titularorganistin des Temple du Saint-Esprit. Das Konservatorium verlie\u00df sie zwanzigj\u00e4hrig mit ersten Preisen in Harmonielehre (Jean Gallon, 1937), Klavier (Magda Tagliafero, 1938), Kontrapunkt und Fuge (No\u00c3\u00abl Gallon, 1940), Orgel (Marcel Dupr\u00e9, 1941) sowie mit einer Auszeichnung in der Kompositionsklasse von Henri Busser.<\/p>\n<p>Trotz abgelegter Examina verl\u00e4ngerte sie ihr Orgelstudium bei Marcel Dupr\u00e9 bis 1946. Wie ihr Meister arbeitete auch sie in ungeheurer Selbstdisziplin bis zu 18 Stunden am Tag. \u00c4hnlich wie Dupr\u00e9 es 1920\/21 getan hatte, stellte sie sich 1946\/47 in legend\u00e4r gewordenen zw\u00f6lf Konzerten im Konzertsaal Pleyel dem Pariser Publikum vor, wobei sie ihre Six Etudes zur Auffu\u00cc\u02c6hrung brachte. Marcel Dupr\u00e9 hatte wenige Jahre zuvor bereits die Absicht ge\u00e4u\u00dfert, sie sp\u00e4ter in seine Nachfolge zu berufen, doch brach er 1946 die intensive Beziehung zu seiner Meisterschu\u00cc\u02c6lerin abrupt ab.<\/p>\n<p>Demessieux, die zeitlebens unter diesem Bruch gelitten hat, unterrichtete Orgelklassen in Nancy (1950) und Li\u00e8ge (1952) und wurde 1962 zur Titularorganistin der Pariser Kirche La Madeleine ernannt. Die international gefeierte Orgelvirtuosin und grandiose Improvisatorin litt in immer gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe unter Vereinsamung sowie der Ersch\u00f6pfung ihrer Leistungskraft. Die Umst\u00e4nde ihres fru\u00cc\u02c6hen Todes sind bis heute im Dunkeln geblieben.<\/p>\n<p>Die Musiksprache ihrer acht Orgelwerke (darunter Po\u00e8me op. 9 fu\u00cc\u02c6r Orgel und Orchester), vergeistigt und objektiv wie die Messiaens, zeigt eine im formalen Bereich konservative Ausrichtung bei gleichzeitiger \u00d6ffnung zur Moderne.<\/p>\n<p><strong>Maurice Durufl\u00e9 Pr\u00e9lude, Adagio et Choral vari\u00e9 sur le th\u00e8me du \u201eVeni Creator\u201c<\/strong> Das Luis Vierne gewidmete Stu\u00cc\u02c6ck wurde 1930 mit den Kompositionspeis der Amis de l\u00e2\u20ac\u2122Orgue ausgezeichnet. Im Pr\u00e8lude, das seine Autorschaft bereits nach wenigen Takten durch die fu\u00cc\u02c6r Durufl\u00e9 typische Pr\u00e4senz von durchlaufenden, raschen Triolenbewegungen verr\u00e4t, erklingt die vierteilige Pfingsthymne ausschnittsweise in bestimmten charakteristischen Intervallen (Sekunde, Quarte) der zweiten und dritten Choralzeile im Adagio rhapsodisch von harmonischen Wendungen umspielt, die Durufl\u00e9 sp\u00e4ter auch in seinem Requiem op. 9 verwendet (vgl. die Stelle \u201ein obscurum\u201c aus dem Offertorium).<\/p>\n<p>Das Stu\u00cc\u02c6ck steigert sich zu einer dramatischen Toccata, die zum erstmals vollst\u00e4ndig erklingenden Pfingsthymnus als Thema des Chorals vari\u00e9 hinfu\u00cc\u02c6hrt. Die erste Bearbeitung l\u00e4sst das gregorianische Thema auf dem Cromorne des ans Pedal gekoppelten Positiv erklingen. Die zweite Variation exponiert das Thema unter gleichzeitigen duolischen und triolischen Begleitfiguren im Sopran. Die dritte Variation ist in leiser Registrierung kanonisch angelegt, wie auch der toccatenhafte, sich bis zum Ende steigernde Schlussteil, der das \u201eAmen\u201c der Hymne im Pedal zitiert.<\/p>\n<p><strong>Sigfrid Karg-Elert Lauda Sion aus Cathedral Windows <\/strong>Wie von einem Komponisten nicht anders zu erwarten, hielt auch Sigfrid Karg-Elert h\u00e4ufig sein ju\u00cc\u02c6ngstes Werk fu\u00cc\u02c6r sein bestes. Bei den Kathedralfenstern hielt seine Begeisterung jedoch lange an, was angesichts der satztechnischen Vollendung einerseits und der impressionistischen Farbigkeit andererseits auch nachvollziehbar ist. Symphonisch klingt dieser Zyklus mit \u201eLauda Sion\u201c aus.<\/p>\n<p>Auch hier ist die Dichte des Motivgewebes der rote Faden durch viele in Dynamik, Satzfaktur und Tempo gegens\u00e4tzliche Sequenzguppen. Die Finalwirkung ist ohne Vorbild: Nach Tuttiakkorden setzen subito piano die Zungenstimmen im geschlossenen Schwellwerk ein. Ein einstimmiger Melodie-Einsatz f\u00e4chert sich u\u00cc\u02c6ber einer chromatisch abw\u00e4rts schreitenden Linie harmonisch und dynamisch reich auf. Im Tutti schlie\u00dfen sich erneut Glockenimitationen an, Kathedralglocken selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><strong>Programm:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Jeanne Demessieux Toccata sur Veni Creator (1921 -1968)<\/li>\n<li>Maurice Durufl\u00e9 Pr\u00e9lude, Adagio et Choral (1902 &#8211; 1986) vari\u00e9 sur le th\u00e8me du Veni Creator op. 4<\/li>\n<li>Sigfrid Karg-Elert Lauda Sion aus Cathedral (1877 \u2013 1933) Windows op. 106, No.6<\/li>\n<\/ul>\n<p>An der Domorgel: Alexander Mu\u00cc\u02c6ller, Bingen<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter <a href=\"http:\/\/www.orgelmusik.bistum-fulda.de\" target=\"_blank\">www.orgelmusik.bistum-fulda.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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